6 Wochen China: Spannende Projekte und mein erstes Weltwunder

Mehr als 7.500 Kilometer trennen Hannover und Peking – und zahlreiche Unterschiede im täglichen Leben und Arbeiten. Gerade darauf hatte ich mich vor meinem Auslandseinsatz gefreut. Nach sechs Wochen im „Reich der Mitte“ denke ich nicht nur an das exzellente chinesische Essen gern zurück.

Schon vor meiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei Daimler in Hannover träumte ich von einem Auslandseinsatz in Asien. Hartnäckig verfolgte ich dieses Ziel. Anfang des Jahres dann die entscheidende Nachricht: Ich bekam die Chance, für sechs Wochen bei Daimler in Peking zu arbeiten. Genauer gesagt bei Beijing Mercedes-Benz Sales Service Co., Ltd. in der Abteilung Retail Strategy & Dealer Development.

Schnell buchte ich den Flug, suchte mir eine Unterkunft über Airbnb und kümmerte mich um mein Visum. Weitere Tipps zur perfekten Vorbereitung gab mir eine Kollegin aus China: etwa den, einige hilfreiche Apps auf meinem Handy zu installieren. Zwei davon sind Wechat und ein VPN (Virtual Private Network), die vor Ort unverzichtbar sind. Ich fühlte mich gut vorbereitet auf die bevorstehende Zeit und stieg überglücklich in den Flieger in Hannover.

Wo rote Ampeln nicht viel zählen

Über Frankfurt ging es nach Peking, wo ich nach einem zehnstündigen Flug und einer Zeitverschiebung von sechs Stunden ziemlich erschöpft am frühen Morgen ankam. Zwar war erstmal einiges an Schlaf nachzuholen. Die Gegend rund um meine Wohnung ganz in der Nähe des Daimler Towers erkundete ich natürlich trotzdem.

Eines war schnell klar: An die kulturellen und sprachlichen Hürden muss man sich als Europäer erstmal gewöhnen. Selbst in einem McDonald‘s spricht kein Mitarbeiter Englisch. Und ohne die chinesische Adresse seiner Unterkunft ist man in einem Taxi hilflos. Zum Glück waren meine Kollegen und Vermieter sehr hilfsbereit und erleichterten mir den Alltag.

Skorpione am Spieß

Das chinesische Essen war ein Gaumenschmaus – ich vermisste es bereits am ersten Tag meiner Rückkehr. Etwas mehr Schwierigkeiten machten zunächst die warmen Temperaturen, Smog und der unglaublich ungeordnete Verkehr. Aber auch hieran gewöhnte ich mich schnell und lernte, dass rote Ampeln nicht unbedingt immer etwas zu bedeuten haben. Soweit zum Leben außerhalb der Daimler-Welt.

Erstes Projekt: Ein Videodreh

Innerhalb der Daimler-Welt wurde ich am ersten Tag sehr nett von einem chinesischen Kollegen empfangen, der mir alles zeigte. Die Abteilung besteht aus einem Großraumbüro und Meeting-Räumen, die nach chinesischen Städten benannt sind. An jeder Ecke des Büros gibt es täglich frisches Obst und Getränke. Gearbeitet wird von 9 bis 18 Uhr. Jeden Tag standen meine Kollegen und ich vor einer schweren Entscheidung: Wohin in der Mittagspause? In der Umgebung gab es unzählige, super-leckere Restaurants.

Chinesisches Hot-Pot-Restaurant: Robin Thiele mit Kollegen

Sehr bald erfuhr ich auch, an welchen Projekten ich mitarbeiten würde. Gleich das erste hatte einen echten Glamourfaktor: Ich begleitete einen Videodreh für das neue Corporate Outfit der Verkäufer und Kundenberater. Professionelle Models und Kameraleute halfen, die neue Kleidung perfekt in Szene zu setzen. Es war sehr spannend zu sehen, wie viel Arbeit hinter einem Video steckt, das gerade einmal drei Minuten lang ist.

Videodreh für das neue Corporate Outfit der Verkäufer

Noch mehr Drive für AMG

Als Nächstes begleitete ich das „AMG Stand Alone“-Projekt. Kollegen von AMG haben ein neues Vertriebskonzept entwickelt, bei dem die Fahrzeuge an einem eigenen Standort vertrieben werden. So soll AMG als Motorsportmarke weiter gepusht werden. Der erste Store in Tokio wurde bereits eröffnet. Nun sollen weitere in China und der ganzen Welt folgen.

Zur Vorbereitung dieses Projekts trafen wir uns mit Architekten und den zuständigen AMG-Kollegen. Die erste Herausforderung: Grundstücke für die geplanten Standorte in Peking und Schanghai besichtigen und einschätzen. Punkt für Punkt wurde diskutiert, wie sich das Konzept vor Ort am besten umsetzen lässt. Für mich ein unglaublich interessantes Projekt: Die Stores sind sowohl vom Interieur als auch vom Exterieur ein echter Hingucker mit einem völlig neuen, einzigartigen Konzept.

Weniger Hierarchien, mehr Kommunikation

Zusätzlich habe ich während meines Einsatzes auch ein eigenes Projekt betreut. Im Fokus dabei: die Personalstruktur. Getreu dem Leitbild von Leadership 2020 soll diese sich zeitnah verändern. Hin zu flacheren Hierarchien, vereinfachter Kommunikation und einem moderneren Arbeitsalltag.

Eine solche Umstrukturierung setzt eine Übersicht über die aktuelle Struktur voraus. Dafür habe ich alle Kollegen in Interviews nach ihren Themen, Aufgaben und Skills befragt. Auf dieser Grundlage diskutierten wir, wie eine zukünftige Struktur aussehen kann und wie Aufgaben und Projekte auf eine neue Art und Weise verteilt werden können.

Von der Zusammenarbeit war ich vollauf begeistert: Ich war von Anfang an Teil des Teams und wurde überall mit eingebunden. Spannende Projekte gemeinsam mit hilfsbereiten, interessierten Kolleginnen und Kollegen umsetzen – was will man mehr.

Mein erstes Weltwunder

An den Wochenenden stand natürlich Sightseeing auf dem Programm. So habe ich mir die verbotene Stadt und einige andere Sehenswürdigkeiten in Beijing angeschaut. Endlich kann ich auch das erste von sieben Weltwundern – die chinesische Mauer – auf meiner „Bucket List“ abhaken. Auch den Mercedes Me Standort im Pekinger Viertel Sanlitun habe ich mehrfach besucht und war begeistert. Mein persönliches Highlight wird jedoch Hongkong bleiben: eine unglaubliche Metropole, die nie schläft – mit der schönsten Skyline, die ich je gesehen habe.

Die Chinesische Mauer

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die mich unterstützt und mir diesen Einsatz ermöglicht haben. Meine sechs Wochen bei Daimler in Asien werde ich mit Sicherheit nie vergessen!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Als Industriekaufmann der Niederlassung Hannover absolvierte er einen sechswöchigen Auslandseinsatz in Peking. Mit dem Beitrag möchte er seine außergewöhnlichen Erfahrungen teilen.

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