me Convention: Mein Wochenende in Frankfurt

„Wer soll mit zur me Convention?“ So lautete das Gewinnspiel im Daimler-Mitarbeiterportal. Um zu gewinnen, brauchte es die Empfehlung einer Kollegin oder eines Kollegen. Und ich hatte Glück.

Man beschrieb mich als kreativen, coolen Typ und als jemanden, der die Digitalisierung bei Daimler vorantreibt. Dann sollte ich doch eigentlich zur me Convention passen, oder? Jetzt kann ich sagen: Hat gepasst! Aber sowas von.

Die me Convention im Rahmen der IAA

Die me Convention ist eine Veranstaltung rund um Zukunftsthemen. Sie gibt spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen aus Technologie, Wissenschaft, Leadership, Kunst und Marketing. Unter dem Motto #createthenew gab es verschiedene Formate wie Workshops und Vorträge.

Parallel dazu fand ein Hackathon statt. Außerdem gab es regen Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern während der Messe sowie beim Abendprogramm. Dabei konnte man interessante Menschen kennenlernen, den eigenen Horizont erweitern, neue Impulse und Ideen bekommen und natürlich auch Spaß haben.

Der erste Eindruck

Die me Convention fand parallel zur IAA auf dem Mercedes Messestand statt, separat auf der ersten Ebene. Kunden und Messebesucher sind vom Erdgeschoss über die lange Rolltreppe, an uns vorbei, auf Ebene zwei gefahren. Zwischen unseren Produkten, den Besuchern sowie den Daimler-Kollegen, die auf der Messe gearbeitet haben, war ich mittendrin.

Kaum war ich innen angekommen, war ich sofort vom Design und der Aufmachung beeindruckt: ein gemütliches, aber modernes Wohnzimmer inklusive Pflanzen und vielen knalligen Farben, die mich stark an unsere Leadership 2020 Initiative erinnert haben.

Es gab viele Stände, an denen ich Neues ausprobieren konnte. Vom 3D-Drucker bis hin zum Sportgerät, das man mit einer VR-Brille und dem eigenen Körpergewicht steuern konnte. Die Kühlschränke waren mit Bio-Getränken gefüllt und es wurden abwechslungsreiche Snacks angeboten. Die Teilnehmer der me Convention waren bunt gemischt – Menschen aus allen möglichen Altersgruppen, Nationalitäten und Professionen waren vertreten.

Durch die vielen internationalen Teilnehmer hörte man neben Deutsch auch häufig Englisch. Obwohl ich den ein oder anderen Daimler-Kollegen getroffen habe, waren die Mitarbeiter anderer DAX Unternehmen, Agenturen, Start-Ups oder etablierter Technologiefirmen deutlich in der Überzahl.

Buzz Aldrin: Keine Limits bei guten Ideen

Wer hätte vor 70 Jahren gedacht, dass es möglich ist, zum Mond zu fliegen und wieder lebend zurück zur Erde zu kommen? Buzz Aldrin hat genau das gemacht. Er war nach Neil Armstrong 1969 der zweite Mensch auf dem Mond. Mittlerweile ist der Wissenschaftler und achtfache Doktor 87 Jahre alt. Unter riesigem Applaus wurde er von den Teilnehmern der me Convention empfangen.

Sein Eröffnungsvortrag war ein super Start. Er hat gezeigt, dass es keine Limits gibt, wenn gute Ideen, gute Leute, die richtige Technologie und vor allem viel Leidenschaft vorhanden sind. Ähnlich muss es bei unseren Gründungsvätern Gottlieb Daimler und Carl Benz gewesen sein, die mit viel Leidenschaft getüftelt, aus Rückschlägen gelernt haben und eine Idee hatten, die anfangs viele für verrückt erklärt haben – nicht nur Kaiser Wilhelm II.

IAA-Hackathon: IT-Profis beim Basteln

Im Intranet hab ich schon öfters über von Daimler veranstalteten Hackathons gelesen. Live dabei war ich bis jetzt aber noch nicht. Beim Hackathon treffen internationale Teams aufeinander, die zwischen Laptops, Platinen und Lego-Bausteinen innerhalb von 24 Stunden Ideen erarbeiten. Diese sollen für unsere Kunden oder Produkte einen Mehrwehrt bieten.

Es ist spannend, zu sehen, mit wie viel Enthusiasmus die Teams an ihren Projekten arbeiten, obwohl sie keine Daimler-Mitarbeiter sind. Sie möchten Bestehendes einfach besser machen. Gewonnen hat das Team „HD Vision Deep“, das neue Möglichkeiten für car2go aufzeigt. So sollen Fahrzeuge in Zukunft über Gesichtserkennung gemietet werden können. Als regelmäßiger car2go-Nutzer finde ich das eine klasse Idee.

Über 150 inspirierende Veranstaltungen

Es gab über 150 Vorträge, Talks und Workshops. Teilweise war es schon eine Herausforderung, im Vorfeld zu entscheiden, welchem Vortrag man den Vorzug gibt. Der buddhistische Mönch Gelong Thubten mahnte die Teilnehmer, etwas für ihren Geist zu tun. So gebe es Momente, die man nicht ändern könne – zum Beispiel Stau. Seine Botschaft: Wenn wir es schaffen, uns nicht über Dinge zu ärgern, die wir nicht ändern können, habe dies einen positiven Einfluss auf unseren Geist – viele von uns kennen das vom Weg zur Arbeit.

Sheryl Sandberg und Dieter Zetsche

Beim Talk von Dieter Zetsche und Sheryl Sandberg wurde unter anderem darüber diskutiert, wie wichtig es ist, dass die junge Generation so früh wie möglich Programmieren lernt. Wie Mathe in der Grundschule. Sheryl Sandberg appellierte an das Publikum, jungen Töchtern ein Familienbild vorzuleben, das nicht allein Frauen im Haushalt sieht, sondern auch Papa Wasch- und Spülmaschine bedienen lässt. Und, dass das Wort „ehrgeizig“ bei Männern nicht anders bewertet wird als bei Frauen.

Paul Boross gab in seinem Vortrag „The psychology of pitching: The art & science of changing minds“ Tipps, wie wir in einer Zeit, in der Entscheidungen immer schneller getroffen werden, durch Vertrauen und Empathie eine positive Gesprächsatmosphäre aufbauen können. Sein Tipp: Schauen Sie Ihrem Gegenüber nicht in beide Augen, sondern nur in ein Auge. Erkennen Sie genau, welche Augenfarbe Ihr Gegenüber hat und wünschen Sie ihm/ihr etwas Gutes. Letzteres natürlich nur Denken – nicht sagen. Einfach mal bei Kollegen oder Freunden ausprobieren.

Meine persönlichen Top 3:

1. Beeindruckt hat mich der Vortrag von John Cohn, der mit Tiefgang und vielen Lachern das Publikum in seinen Bann zog. John Cohn verantwortet bei IBM als Chef-Wissenschaftler den Bereich Watson Internet of Things (IoT). Sein Vortrag mit dem Titel “Serious play: an engineer’s perspective on fun & passion at work“ forderte, Dinge mit Spaß und Leidenschaft auszuprobieren – egal ob Zuhause oder im Büro.

Das Leben sei zu kurz, um etwas zu tun, was einem langfristig keinen Spaß macht. Niederlagen und Rückschläge gehörten im Leben dazu und mit den Erfahrungen machen sie uns zu dem, was wir sind, erzählte er mit Bezug auf den Verlust einer seiner drei Söhne. „Wenn wir etwas tun, dürfen wir keine Angst haben, zu scheitern. Und wenn wir scheitern, ist das ok.“ Denn Niederlagen gehörten zum Leben.

Vortrag „Serious Play“ von John Cohn

2. Brock Pierce ist Risiko-Kapital-Anleger und hat mit seinem Unternehmen schon mehr als 200 Millionen Dollar verdient. Anfangs dachte ich, ich bin im falschen Film. Bei seinem Vortrag zum Thema „The Blockchain, Cryptocurrencies & icos“ stand er mit Cowboy Hut im Western-Look auf der Bühne. Erinnerte mich irgendwie an Crocodile Hunter.

Der Vortrag war ganz anders als erwartet. Er erzählte von seinen Erfahrungen beim „Burning Man“ und referierte über Blockchain und Crypto-Währungen. Eine interessante Kombination, die in den nächsten Jahren noch Geschäftsmodelle entstehen lassen wird, die wir uns aktuell noch gar nicht vorstellen können. Auch Daimler testet bereits, welche Möglichkeiten Blockchain bietet.

3. Ambarish Mitra kommt aus Indien, ist in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen und mittlerweile als Co-Gründer und CEO von Blippar für ein, mit einer Milliarde Dollar bewertetes, Unternehmen verantwortlich. Bei seinem Vortrag mit dem Titel „How AR & computer vision technologies are impacting our lives today” hat er gezeigt, welche Augmented Reality Funktionen bereits heute mit einem iPhone und der „Blippar“ App möglich sind.

Wie zum Beispiel Müsliriegelhersteller auf der Verpackung Barcodes drucken, über die innerhalb weniger Sekunden Spiele aus dem Internet geladen werden können. Der Vortrag hat mich neugierig gemacht, was hier in Zukunft wohl alles noch möglich sein wird.

Tagsüber Inspirationen – abends Party

Tagsüber Inspirationen – abends Entertainment und Networking: Es gab viele Restaurants, Bars und Clubs, die im Frankfurter Bahnhofviertel als Treffpunkt für alle me Convention Besucher ausgewiesen waren. Freitag waren wir erst auf dem Konzert bei Beth Ditto und anschließend auf dem Mercedes Messestand, der sich innerhalb weniger Stunden in einen Club mit Elektro-Musik verwandelte.

Mein absolutes Highlight: das Konzert der Band „Beginner“ am Samstag. Da ich seit über 17 Jahren die Lieder höre, habe ich mich besonders gefreut. Und was soll ich sagen? Das Konzert war einfach fantastisch! Gefühlt jeder konnte die Lieder mitsingen, sodass im Club eine tolle Atmosphäre herrschte. Ein Video vom Konzert habe ich bei Instagram (@wagenfuehrer) hochgeladen.

Unglaublich ❤️ @meconvention #diebeginner #meconvention

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Eine Veranstaltung, die nicht mehr fehlen darf

Auf der me Convention wird nicht nur über das Automobil gesprochen. Sie ist Treffpunkt von Visionären, Künstlern, Pionieren und Abenteurern, die die Zukunft mitgestalten wollen. Toll, dass Daimler hier die Initiative ergriffen hat.

Die digitale und automobile Welt verschmelzen immer mehr. Schon jetzt sind unsere Fahrzeuge mit dem Internet verbunden, arbeiten mit Millionen von Codes an unzähligen Bauteilen, Steuergeräten und sind per App steuerbar. Für uns ergeben sich jetzt und in Zukunft ungeheure Möglichkeiten. Ich bin gespannt auf das, was noch kommt und auf das, was ich selbst dazu beitragen kann – auf der hoffentlich zweiten me Convention im nächsten Jahr. Vielleicht wieder unter dem Motto: Let’s go on to #createthenew!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er hat bei einem Gewinnspiel im Daimler-Mitarbeiterportal Tickets für die me Convention im Rahmen der IAA 2017 gewonnen und arbeitet in der Vertriebszentrale für Mercedes-Benz Deutschland in Berlin. Dort überlegt er sich jeden Tag, wie die Digitalisierung genutzt werden kann, um den Vertrieb von Original-Teilen an freie Werkstätten zu optimieren.

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