Lab1886: Schneller von der Idee zum Produkt

„18 Propeller, neun Batteriesysteme und ein Gefühl beim Fliegen, das an die Bequemlichkeit einer Sänfte erinnert – wie in einer Mercedes-Benz S-Klasse.“ Die Daimler AG hatte schon häufig interessante Kooperationen.

Ich lese in der Presse-Information weiter: „Volocopter will mit Urban Air Taxis und Schwerlastdrohnen innerhalb der nächsten 18 Monate die vertikale Mobilität für jedermann ermöglichen.“ Vertikale Mobilität? Passend dazu bin ich auf dem Weg zu einem Termin am Flughafen.

Es ist ein üblicher Wochentag im Großraum Stuttgart. Ich stehe mal wieder im Stau und sinniere: In Ballungsräumen – wie in Stuttgart – ist die erste Herausforderung des Tages oftmals der Arbeitsweg. Man entscheidet sich dennoch gerne für urbane Regionen, weil man mobil sein und die Freiheit genießen will. Man hat Kunst, Kultur und seine kreativen Freiräume.

Die Ideenschmiede Daimler Lab1886

Ein Arbeitgeber wie Lab1886 passt da perfekt. Wenn kreatives Arbeiten, dann in diesem Bereich: So eine Ideenschmiede hat den Auftrag abseits der beschrittenen, respektive befahrenen Wege zu denken. Das Kerngeschäft ist das Eine, einen Konzern mit dem Pioniergeist des Daimler-Konzerns mit bereits über 110.000 entwickelten Patenten auf die Zukunft vorzubereiten, das Andere. Sogar „mobil Arbeiten“ kann man bei Daimler seit einiger Zeit. Wenn nicht, geht aber in der Regel der erste Griff zum Mobiltelefon. Moovel lautet das Zauberwort. Die App verrät einem, wie man am angenehmsten und schnellsten zur Arbeit oder zum Ziel gelangt.

Nimmt man das eigene Auto, ein car2go, den öffentlichen Personennahverkehr, bei schönem Wetter für kürzere Distanzen ein Fahrrad oder bestellt sogar als letzte Option ein Taxi über myTaxi?

Eine Flexibilität in der Mobilitätsauswahl aus einer Hand, die es in der Form noch gar nicht so lange gibt. Nämlich rund zehn Jahre. So lange besteht das Daimler Lab1886 (zuvor Daimler Business Innovation). Ein Geschäftsbereich mit Mobilitätslösungen sowie Innovationen von gesellschaftlicher Relevanz: ob car2go, das Dienstleistungsportal Mercedes me, Fahrhilfen ab Werk für Mitmenschen mit körperlichen Handicaps, VAN2SHARE, Space-Cowboys, Startup Autobahn oder seit kurzem Lösungen für das zweite Leben von Batterien, genannt Second-Use Speicher.

Das Beste aus zwei Welten

Es gibt weniger spannende Bereiche in einem heterogenen Automobilkonzern. Man hat die Sicherheit, die hilfreichen Strukturen sowie das Know-how eines Global Players bei gleichzeitigem Freiraum für Kreativität wie in einem Start-up. Eine seltene Kombination, die jedoch notwendig ist, um effizient und schnell aus einer Idee ein Geschäftsmodell zu entwickeln.

Pioniergeist seit 1886

Unsere Ideenschmiede mit Pioniergeist hat jedoch eine längere Tradition. Und zwar eine über 130-jährige. Schließlich basierte sogar die Anfangsidee des Automobils unserer Firmengründer Gottlieb Daimler und Carl Benz auf einer Innovation mit revolutionärem Charakter. Das Mobilitätsverhalten änderte sich. Der Alltag auch. Vergleichbar mit der Gegenwart.

Heute geht es aber auch darum, noch schneller Neuerungen in die Fahrzeuge zu bringen, ohne den Anspruch an Qualität und Perfektion zu vernachlässigen, der einen Daimler auszeichnet. Unser Laborcharakter ist wie damals im Jahre 1886. Ein „Lab1886“ sozusagen.

Von der Idee zum Produkt in drei Phasen

Dabei dient Lab 1886 als Beschleuniger der Ideen unserer Mitarbeiter und hilft mit Manpower sowie Expertenwissen, sie umzusetzen. Als Förderschmiede des Konzerns unterteilen wir den Prozess des Ideenmanagements in drei Phasen.

Ideation. Die Ideen kommen aus den Fachbereichen des Daimler Konzerns oder von einzelnen Mitarbeitern. Aus der Vielzahl der Einreichungen schaffen es einige für den finalen Pitch in den „Shark Tank“, der die letzte Instanz bildet, die darüber entscheidet, ob eine Idee inkubiert wird.

Incubation. Wem das gelingt, gelangt in die Inkubationsphase: Ausgewählte Projekte erhalten Unterstützung zur Weiterentwicklung ihrer Visionen, um mit den Fähigkeiten ergänzt zu werden, die ihnen noch fehlen. Des Weiteren unterstützt Lab1886 durch professionelles Mentoring, dem Beistand von Spezialisten in komplexen Arbeitsschritten, gewährt die Nutzung von Co-Working-Spaces und Werkstätten, fördert finanziell und bietet ein inspirierendes Arbeitsklima. So werden neue Prototypen innerhalb kurzer sogenannter Sprints weiterentwickelt.

Commercialisation. Die noch jungen Produkte oder noch unbekannten Services werden für die Herausforderungen auf dem globalen Markt vorbereitet. Hat die Vision Bestand und ausreichend Potenzial, beispielsweise die Mobilität der Zukunft zu verändern, folgt ein Roll-out mit der Überführung in die Linienorganisation oder gar die Ausgründung. Im Idealfall geht das eng zusammengewachsene Team mit auf diesem Weg.

Mobilität in der Luft: Volocopter

Ein anderer Baustein zur Gestaltung der Mobilität der Zukunft sind Kooperationen mit Start-ups. Unser Lab identifiziert und entwickelt dabei neue Geschäftsmodelle. Das jüngste Investment wurde in Volocopter  getätigt: senkrecht startende Drohnen, die bereits eine Verkehrszulassung haben.

Städtischer Luftverkehr „on demand“

Ich komme endlich am Zielort an. Anwesende Medienvertreter diskutieren gerade über die Mobilität von morgen. Ein Journalist scheint beeindruckt zu sein: „Der Vorteil von Volocopter gegenüber Helikoptern? Sie sind leiser, wartungsärmer und dabei vollelektrisch.“ Direkt zu seinem Zielort zu fliegen soll nicht länger eine Exklusivität für wenige Superreiche bleiben, sondern eine sinnvolle Mobilitätsergänzung für breite Schichten der Gesellschaft werden.

Somit „ein wichtiger Teil zur Lösung der Probleme in urbanen Regionen, um den Menschen wieder ihren kreativer Freiraum zurückzugeben“. Apropos kreativer Freiraum. Ich werde im Feierabendverkehr den Nachhauseweg antreten müssen. Ich fange an zu träumen. Was kostet eigentlich so ein Volocopter?


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist Leiterin des Lab1886, ehemals Business Innovation.

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