Das gewisse S: Fotoshooting mit dem neuen Coupé und Cabrio

An einem Dienstagabend im Juni geht es los. Was mich erwartet, ist mir noch nicht so ganz klar. Was ich weiß? Ich werde beim Fotoshooting der Pressebilder für das neue S-Klasse Coupé und Cabrio dabei sein.

Höchste Geheimhaltung versteht sich! Keiner meiner Kollegen weiß, wie das neue Flaggschiff aussieht. Ich bin tatsächlich einer der Ersten, die schon Monate vor der Vorstellung anlässlich der IAA 201 7 zu sehen bekommen, was das Herz eines jeden Mercedes-Benz-Fans höher schlagen lässt.

Nach gut dreieinhalb Stunden Fahrt, dem obligatorischen Feierabendverkehr rund um Stuttgart sei Dank, erreiche ich mein Ziel: Eine Kleinstadt in Hessen, irgendwo ziemlich genau in der Mitte von Deutschland. Bis dahin war mir nicht einmal bekannt, dass es diesen Ort gibt. Abgelegen, ländlich, viele mäßig befahrene Landstraßen – ideal für Aufnahmen mit noch geheimen Traumautos. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Das Thema Geheimhaltung und Sicherheit wird über das gesamte Shooting eine große Bedeutung haben.

Morgenstund‘ hat … naja

Im Hotel treffe ich das Fototeam, das bereits die Tage zuvor einige Shootings mit den Fahrzeugen absolviert hatte. Mein erster Eindruck vom Team? Das sind ganz schön viele Leute! Neben Fotografen, Disponenten, Fahrern, Lkw-Fahrern, ist auch ein ganze Gruppe von Sicherheitsleuten dabei. Letztere sind dafür verantwortlich, die Fahrzeuge vor neugierigen Blicken zu schützen. Als ich erfahre, wann wir am nächsten Morgen starten werden, kann ich mir das Arbeitspensum auch sofort vorstellen.

Als wir auf einem Bauernhof nahe einer Landstraße unsere Fahrzeuge abstellen, wird es gerade erst hell in der hügeligen Landschaft und auf der Straße zwischen taubedeckten Weizenfeldern wird alles für das Shooting aufgebaut. Die Straße ist mit zwei Ampeln gesperrt, eine Komplettsperrung wurde verständlicherweise untersagt. Das Sicherheitspersonal postiert sich rings um den Drehort. Und dann, als alles andere vorbereitet ist, kommt endlich das, auf was ich mich schon seit Tagen gefreut habe: Die Fahrzeuge werden abgeladen.

Liebe auf den ersten Blick

Trotz der noch abgeklebten Front- und Heckpartie und der großen Abdeckhaube aus weißem Stoff, lässt sich schon beim ersten Blick erahnen, mit welchen Schönheiten ich meinen Tag verbringen darf. Die Fahrzeuge bleiben allerdings noch so lange verdeckt, bis auch die Fotografen und die Sonne, die die Landschaft langsam in ein schönes Morgenlicht taucht, soweit sind. Die Fahrzeuge sind keine Sekunde länger als nötig ohne Sichtschutz. Zu groß ist das Risiko, von Paparazzi oder neugierigen Vorbeifahrern abgelichtet zu werden. Innerhalb von Sekunden könnten die Fotos der bald erscheinenden Fahrzeuge im Internet zu sehen sein.

Dann muss es schnell gehen. Die Ampeln stehen nur für wenige Minuten auf Rot: Die Schönheiten werden abgedeckt, die Kleber entfernt und nochmal kurz mit Tüchern poliert – und ich sehe sie zum ersten Mal in voller Pracht. Wahnsinn! Ich bin absolut begeistert! Vor mir steht sicherlich eines der schönsten Autos. Ein Traum in Weiß!

Mercedes-AMG S 63 4MATIC+ Coupé (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 211 g/km)*

Eine Ampelphase lang

Doch genauso schnell, wie die Fahrzeuge aufgedeckt wurden, geht es auch wieder zurück: Kaum kommt über Funk die Durchsage, dass die Ampeln nur noch 30 Sekunden Rot zeigen, werden die Fahrzeuge wieder verhüllt. Ein Vorgang, der sich an diesem Tag noch hunderte Male wiederholt. Wenn Autos die roten Ampeln übersehen oder bewusst missachten, kommt der Funkspruch zum Abdecken der Autos und die „Blocker“ aus dem Team versuchen notfalls, den „Eindringling“ anzuhalten.

Um perfekte Fotos der Schönheiten machen zu können, kommen verschiedenste Hilfsmittel zum Einsatz. Neben Leitern und einem Hubwagen, um Aufnahmen von oben machen zu können, auch ein knapp vier Meter langes Metallgestänge. Es wird mit einer Spezialkonstruktion direkt an das Fahrzeug angebracht. Aber was steckt dahinter?

Mercedes-AMG S 63 4MATIC+ Coupé (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 211 g/km)*

Damit bei geheimen Shootings keine kilometerlangen Streckenabschnitte abgesperrt werden müssen, werden Aufnahmen in hohen Geschwindigkeiten lediglich simuliert. Mit einem Seil und per Muskelkraft wird das Coupé auf wenige Meter pro Sekunde beschleunigt. So erhält der Fotograf die gewünschte Bewegungsunschärfe im Hintergrund und auf den Rädern.

Weil das aber nur mit einer sehr langen Belichtungszeit funktioniert, ist die Kamera über das spezielle Metallgestänge fest mit dem Auto verbunden. Anderenfalls wäre es wohl kaum zu vermeiden, dass auch das Auto verwackelt und verwischt. Das sogenannte „Rig“ wird später per Photoshop entfernt. Spektakuläre Autos brauchen eben auch spektakuläre Fotos! Als alle Fahrzeuge abgelichtet waren, wurden sie wieder verladen und das Team baute ab – wir machten uns auf den Weg zur anderen Location.

Ortswechsel

Knapp eine Stunde brauche ich bis zum neuen Shooting-Ort: Ein nobler Vorort von Frankfurt am Main. Inzwischen ist es Nachmittag und je höher die Sonne steht, desto heißer wird es. Als ich in den Hof des riesigen Grundstücks einfahre, flimmert der aufgeheizte Pflastersteinboden vor den beiden Villen, die die neue Kulisse für die Aufnahmen bilden werden.

Das ältere der beiden Häuser, ein Herrenhaus wie aus dem Bilderbuch, ist über einhundert Jahre alt, erzählt mir der Besitzer während das Team das Equipment und natürlich die Autos entlädt. Für das Sicherheitsteam wird es jetzt entspannter, denn das Grundstück ist umzäunt und kann eigentlich von außen nicht eingesehen werden. Vorsicht ist trotzdem immer geboten und so postieren sie sich rund um das Grundstück.

Der eigentliche Clou der Location ist aber das zweite und neuere der beiden Häuser. Die gerade bezugsfertig gewordene Designervilla ist komplett mit Metall und Glas verkleidet und verbirgt gekonnt ein kleines Geheimnis, das das Haus für das Fotoshooting so interessant macht: Auf Knopfdruck fährt auf dem Pflastersteinhof eine Art Aufzug aus dem Boden empor. So etwas habe ich bis dahin noch nicht gesehen, aber ich kann mir schon vorstellen wo er hinführt!

Ebenerdig lässt sich ein Auto auf die Plattform des Aufzugs steuern und auf Knopfdruck im Boden versenken, nur um dort wieder, ebenfalls ebenerdig, in die tageslichtdurchflutete Tiefgarage der Villa zu fahren. Und hier hätten nicht nur unsere vier Schönheiten Platz! Extravagant aber eben auch absolut passend für ein so stilvolles Fahrzeug wie die S-Klasse.

Einmal oben, einmal unten

Auch am neuen Shooting-Ort herrscht Arbeitsteilung: Während einer der Fotografen eines der Coupés im Sonnenlicht vor der modernen Neubau-Villa aufnimmt, widmet sich der andere in der Tiefgarage dem weißen Cabrio. Besonderes Highlight, der ohnehin schon ausgefallenen Location, ist eine Art Garage in der Garage. Ein Bereich im Untergeschoss, der durch ein großes Bullauge oben im Garten mit Sonnenlicht angestrahlt wird und in dem sich ein Auto perfekt in die moderne Szenerie einfügen lässt. Zur gleichmäßigen Beleuchtung wird mit zwei Foto-Lampen nachgeholfen.

Was für ein Aufwand!

Mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob mich allein die Autos, oder die Kombination mit der spektakulären Architektur so begeistern. Eines steht aber auf jeden Fall fest: Es gibt schlechtere Arbeitsplätze! Trotzdem: Solch hochprofessionelle Fotoshootings sind sehr aufwändig und dadurch natürlich auch für alle Beteiligten sehr kräftezehrend.

Nachdem das Equipment und die Autos auch an der zweiten Location wieder verstaut sind, geht es für das Team zum wohlverdienten Abendessen. Am nächsten Tag steht bereits das nächste Shooting mit den S-Klasse Coupés und Cabrios an. Nur für mich geht es zurück nach Stuttgart – mit vielen neuen und einzigartigen Einblicken im Gepäck!


* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch“ neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist Praktikant im Bereich Executive & Digital Communications. Er studiert an der Hochschule der Medien in Stuttgart, Crossmedia-Redaktion & Public Relations im 5. Semester.

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