MobileKids Schulaktion: Aliens lernen Verkehrsregeln

„Aaaaaameisenscheiße“, schreien die Kinder für das Gewinnerfoto und jubeln wie wild. Ich stehe in der Aula der Eichendorff-Grundschule in Veitshöchheim bei Würzburg und kann kaum aufhören zu grinsen über die Freude der Viertklässler. Sie feiern heute ihren ersten Platz bei der deutschlandweiten MobileKids-Schulaktion.

Gemeinsam für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, darum geht es bei MobileKids. Seit dem Start der internationalen Initiative 2001 hat Daimler mehr als zwei Millionen Kinder mit dem Programm erreicht. Das Angebot reicht von Lehrmaterial über Online-Angebote und Veranstaltungen bis hin zu einem Schulwettbewerb. Bei dem diesjährigen Wettbewerb hat sich die Klasse 4c aus Veitshöchheim gegen insgesamt 46 Schulklassen aus elf Bundesländern durchgesetzt. Mit ihrem Film „Notlandung auf der Erde “ zur Sicherheit im Straßenverkehr haben sie in der Kategorie „Kreativwerkstatt“ den ersten Platz belegt.

Die Gewinner und ihr Meisterwerk

Die Treppenstufen der Aula sind voll besetzt – alle Klassen haben sich heute Morgen versammelt, um den Gewinner-Film zu bestaunen. Julia Heres , die Konrektorin und Regisseurin des Films, bringt die knapp 130 Kinder gekonnt zur Ruhe. Der Startknopf wird gedrückt. Film ab.

Zwei kleine grüne Männchen in einem blinkenden Raumschiff fliegen durchs Weltall. Plötzlich geht ihnen der Sprit aus und sie machen eine Notlandung auf der Erde. Die umherrasenden Autos hätten sie beinahe umgefahren, doch ein paar Kinder eilen ihnen zur Hilfe und erklären die Verkehrsregeln auf der Erde. „Links, rechts, links – und los“, so kommt man über die Straße. Die Besonderheit am Film: Alle Figuren wurden aus Knete geformt. Und auch das Making-of zum Film beweist, dass die Kids und vor allem Julia Heres echte Filmprofis sind.

Handgefertigte Knet-Aliens

Mit Holzfräsen und Heißkleber wurden die Kulissen gefertigt. Als eine Schülerin erklärt, dass ein „Dotting-Tool“ zum Formen der Knetfiguren verwendet wird, geht vor allem bei uns „Erwachsenen“ ein beeindrucktes Raunen durch die Runde. Sogar die abgehackte Alien-Sprache wurde bei den Proben fleißig trainiert und am Computer mit Auto-Tune bearbeitet.

Auch eine Reihe von Outtakes und kleinen Patzern bei den Dreharbeiten werden gezeigt. Die gesamte Aula erbebt vor Kinder-Lachen. Man kann sich nicht dagegen wehren, die gute Laune und sprühende Freude der Eichendorff-Grundschüler ist einfach ansteckend. Die Vorstellung ist vorbei. Tosender Beifall und stolze Gesichter der Gewinner-Klasse. Auch ich bin total beeindruckt.

Wohlverdiente Preise

Konrektorin Julia Heres erhebt sich aus der Mitte der am Boden sitzenden Kinder, schnappt sich das Mikrofon und hüpft nach vorn. Nun werden unsere Schulaktions-Gewinner einzeln aufgerufen, um ihren Preis entgegenzunehmen. Eins ist klar: Hier wird der Sieg mehr gefeiert, als jede Olympia-Medaille. Mit Anlauf springen die Schülerinnen und Schüler der 4c neben ihre Lehrerin, klatschen sich gegenseitig ab und jubeln lautstark. Der Preis: Ein Schulbustraining und MobileKids T-Shirts – das sich Konrektorin und Kinder auch gleich überstreifen.

Für das abschließende Gruppen-Foto werden sogar die Knet-Figuren aus dem Film noch schnell mit der Heißklebepistole zurecht gemacht und mit aufs Bild genommen. Ein letztes, lautes „Ameisenscheißeeee“ und – DING DANG DONG – Pause!

Auf zum Schulbustraining

Im Klassenzimmer nach der Pause, setze ich mich neben eine Schülerin der 4c auf einen der kleinen Holzstühle. Zum Gewinnerpreis Schulbustraining gehört natürlich auch noch die Theorie. Bevor wir zum Praxisteil übergehen, prüft der Trainer Uwe, ob die Kinder auch schon alles über die Verkehrssicherheit beim Busfahren wissen.

Ortswechsel: Auf dem Parkplatz vor der Schule versammeln wir uns vor dem großen Gelenkbus. Ich werde plötzlich wieder daran erinnert, dass für heute 34°C angesagt sind. Kurz herrscht wildes Durcheinander als alle Kinder vor lauter Aufregung am liebsten gleichzeitig in den Bus einsteigen wollen. Doch Julia Heres hat auch hier alles im Griff und schon herrscht Ordnung und jeder findet einen Platz.

Kraftprobe am eingeklemmten Schuh

Wie weit kann sich ein Bus eigentlich absenken am Bordstein? Unser Schulbustrainer demonstriert das mit einem alten Schuh. Mit einem Zischen der Hydraulik senkt sich der Bus seitlich ab und zerquetscht den Schuh auf dem Bordstein. „Wer ist der Stärkste hier von euch?“, fragt der Trainer in die Runde. „Lino!“, schreit die gesamte 4c und zeigen auf einen der größeren Jungen. Den Ehrgeiz ins Gesicht geschrieben, schiebt Lino seine Ärmel hoch, packt den Schuh, der immer noch zwischen Bus und Bordstein klemmt, und beginnt zu ziehen. Nichts bewegt sich. Auch beim nächsten Versuch nicht. Dann packen alle Schüler den Schuh an und versuchen ihn herauszuziehen. Nichts tut sich. Die Erkenntnis: Gut, dass hier kein Kinderfuß eingeklemmt war!

Überraschend groß: Der tote Winkel

Am Ende des Trainings wird noch das Rätsel des toten Winkels aufgelöst. „Wer möchte mal Busfahrer sein?“, und alle Zeigefinger schießen in die Höhe. Alle 25 Schüler dürfen sich nach der Reihe auf den Sitz des Busfahrers setzen und können von dort sehen, was tatsächlich alles im toten Winkel verschwinden kann. Viel!

Ein erfolgreicher Tag

Der Tag in Veitshöchheim ist zu Ende und die Grundschüler werden entlassen. Ich bin sehr beeindruckt, von der Motivation und Begeisterungsfähigkeit der Viertklässler und dem Engagement ihrer Lehrerin. Für mich war der Tag an der Eichendorff-Schule eine kleine Reise in meine eigene Grundschulzeit. Ich bin überzeugt, dass die Schüler der 4c jetzt bestens auf den Verkehr und das Busfahren vorbereitet sind und aus dem ein oder anderen bestimmt ein erstklassiger Filmemacher wird!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist Praktikantin im Bereich Unternehmenskommunikation und arbeitet im Team Theme-based PR und Corporate Social Responsibilty-Projects. Sie ist nun großer Fan der Klasse 4c und freut sich auf weitere Veranstaltungen der MobileKids Initiative.

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