Auf Knopfdruck: Automatisiertes Parken

Stuttgart. Mercedes-Benz Museum. Weltpremiere „Automated Valet Parking“. Es gibt Ideen, die durchaus von Bedeutung sind, sich aber aus verschiedenen Gründen nicht dauerhaft durchsetzen oder durch bessere Technologien ersetzt werden.

Ein prominentes Beispiel unserer automobilnahen Historie sind Kutschen. Trotz zahlreicher Verbesserungen, wurden sie zu ihrer Zeit durch das bessere Gesamtkonzept Automobil verdrängt. Und es gibt Innovationen, die auf Anhieb so viel Komfort versprechen, zur richtigen Zeit eingeführt werden und auch eine ausreichend große, potentielle Zielgruppe ansprechen, sodass man weiß: das schlägt ein!

Die Genehmigung für fahrerloses Parken im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums „Automated Valet Parking“ verspricht genau das. Eine „Automatisierungsfunktion für fahrerloses Fahren und Parken eines Fahrzeugs innerhalb eines definierten Bereiches“. Ich sage dazu nur: Ein Parkservice, der Zeit, Nerven und Platz spart. Ein kleiner Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Fahren – eingebettet in eine größere Entwicklung und exakt für den Kundenbedarf entwickelt. Studien besagen, dass 63 Prozent der AutofahrerInnen das Parken in Parkhäusern als unangenehm empfinden. Bei einem Unfall-Anteil an 40 Prozent im Straßenverkehr nicht unverständlich.

Gemeinsam mit Bosch und car2go entwickelt

Der Bedarf war schon länger da. Nun sind die technischen Voraussetzungen gegeben. Die Robert Bosch GmbH liefert die erforderliche Infrastruktur im Parkhaus, die Fahrzeugtechnik kommt von Mercedes-Benz und die Bedienung erfolgt über die car2go-App.

Wie funktioniert Automated Valet Parking genau?

Der Fahrer begibt sich mit dem Fahrzeug in eine sogenannte Drop-off Area. Nun errechnet die Infrastruktursensorik des Parkhauses, ob die Parkplatzverfügbarkeit und die Befahrbarkeit der Strecke vorhanden sind. Wenn beides zutrifft, darf der Fahrer das Fahrzeug verlassen. Anschließend wird das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h automatisiert geparkt. Fahrerlos. Anschließend wird der Besitzer über die App informiert, wenn das Fahrzeug erfolgreich abgestellt wurde.

Sobald der Fahrer das Fahrzeug wieder per Smartphone-App anfordert, wird es umgehend wieder automatisiert in eine „Pick-Up Area“ gesteuert. Natürlich ist während der automatisierten Parkvorgänge die Sicherheit für andere sich im Parkhaus aufhaltenden Personen und Autos gewährleistet: Die Fahrzeug- und die Parkhaussensoren erkennen bewegliche und unbewegliche Gegenstände und Personen bis zu einer Größe von einem Wasserglas. In diesem Fall wird das Fahrzeug durch die Infrastruktur abgebremst, falls notwendig bis zum Stillstand.

Sicherheit ist immer gewährleistet

So weit, so gut. Doch was passiert, wenn dennoch ein Problem eintritt? Vorgesehen sind schließlich vorerst Mischbetriebe in Parkhäusern mit menschlichen Fahrern. Wenn das System eine Situation nicht selber lösen kann, wird sofort ein Operator eingeschaltet, um die Situation zu klären. Wie im regulären car2go-Betrieb, hat man die Möglichkeit, ein abgestelltes Fahrzeug zu öffnen und in einen fahrbereiten Zustand zu versetzen. Der Besitzer wird dafür nicht benötigt.

Eine große Überraschung wäre es, wenn bei Innovationen keine zu klärenden Fragen auftreten würden. Für uns bedeutet es, dass wir uns nicht nur auf unsere Innovation konzentrieren, sondern auch das Umfeld, respektive die Infrastruktur, aktiv mitgestalten. Was passiert beispielsweise, wenn keine Netzwerk- oder WLAN- Verbindung im Parkhaus zur Bedienung der App besteht? Die Verbindungen werden durch entsprechende Maßnahmen unterstützt und somit durchgehend gewährleistet. Sicher ist nur: Bei der Einführung werden wir für die Eventualitäten gerüstet sein.

Gesetzgebung bereits gegeben: Testphase startet 2018

Von großer Bedeutung ist die Vereinbarkeit des fahrerlosen Betriebs mit den heutigen Vorschriften und Gesetzen. Die Testphase mit Mercedes-Pilotfahrzeugen für jedermann startet Anfang 2018 im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums. Sparen wir Zeit, Nerven und Platz.

 


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist im Entwicklungsbereich tätig und dort Leiter für Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit.

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