Christopher Street Day: „Mein erstes Mal“

Es begann mit diesem Aufruf in unserem Intranet: „Bei uns ist ein Mensch wie der andere“. Stimmt! Und bei uns – das ist beim Daimler. Hier arbeite ich seit 27 Jahren als Sekretärin im Entwicklungsbereich.

Bei dem Aufruf ging es darum, wer von uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern öffentlich ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen will, und das beim Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart. Ich wollte – unbedingt! Es hat geklappt. Und von diesem für mich einzigartigen Erlebnis möchte ich berichten.

Nachdem ich die Bestätigungsmail „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind dabei“ ausgedruckt in den Händen hielt, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ich war so aufgeregt und happy zugleich, dass ich meiner Familie und dann allen meinen Freunden davon erzählt habe, wie sehr ich mich auf diesen 29. Juli 2017 – den Tag des CSD in Stuttgart – freue.

Preview: Der Daimler-Truck kommt ins Werk

Meine Vorfreude wurde allerdings nicht von allen geteilt. Ich muss gestehen, es gab nicht nur positive Resonanz. Zum Teil hörte ich sehr komische, aber keineswegs witzige Äußerungen und um ehrlich zu sein, auch voll „blöde“ Aussagen – und das von meinen Freunden, meiner Familie. Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber, das konnte meine Freude in keinster Weise trüben. Erst Recht nicht als ich den Daimler-Truck schon einen Tag vor dem offiziellen CSD auf unserem Werksgelände in Stuttgart-Untertürkheim sah.

Das Global Diversity Office hatte gemeinsam mit dem Gay Lesbian Bisexual Transgender Mitarbeiternetzwerk bei Daimler, zu einer Preview geladen. Schön zu sehen, dass viele Kollegen diesen Austausch nutzten und sich an der Unterschriftenaktion beteiligten. Besonders schön zu sehen, dass auch unser Personalvorstand Wilfried Porth (Mitte) seine Unterschrift für Vielfalt setzte.

Samstag, 29. Juli: Es ist soweit. Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind. Man bedenke, ich bin 51 Jahre. ;-) In Stuttgart am Erwin-Schöttle-Platz angekommen, sehe ich ihn – den Daimler-Truck. Farbenfroh und die Botschaft „Wir leben Vielfalt“ sendend, trägt er die Wagennummer 42 und passt ganz wunderbar zu dem regen Treiben auf der Straße.

Endlich geht‘s los

Die Parade startet, der Daimler-Wagen rollt, die Musik dröhnt aus den Boxen. Manchmal muss man sich eben lautstark Gehör verschaffen. Und die Stimmung? Grandios! 80 Daimler-Kolleginnen und Kollegen sind nicht nur ganz liebevolle Menschen, sondern können ganz schön Party machen. Auf dem Wagen stehe ich neben zwei jungen Kollegen, die ich sofort ins Herz schließe – ganz egal, wen oder wie sie lieben.

Entlang der Strecke feiern uns die Zuschauer wie „Rockstars“. Die Stimmung überträgt sich vom Wagen auf die Menge und zurück. Vermutlich tun unsere gute Musik und unsere „Kamelle“ (Gummibärchen, Traubenzucker und Aufkleber) ihr übriges.

Kurzum: Die Atmosphäre ist einfach gigantisch. Alle Gesichter, ob auf dem Daimler-Truck oder an den Straßenrändern sind fröhlich und überall sieht man die „Regenbogen-Farben“, die bei herrlichem Sonnenschein noch besser zur Geltung kommen.

Wie so alles Tolle geht auch dieser Tag viel zu schnell zu Ende. Am Schlossplatz nach 2,5 Stunden Parade ist Schluss – leider! Noch schnell ein Gruppenfoto mit den Kollegen und dann rasch zur Kundgebung. Denn bei aller Party sollte man nicht vergessen, der Christopher Street Day ist nach wir vor eine politische Parade – und das aus gutem Grund.

Wir leben Vielfalt! – nicht nur am CSD, da aber bunt

Die CSD Parade in Stuttgart: 80 Daimler-Kolleginnen und Kollegen zeigen auf dem Daimler-Truck Gesicht für Toleranz und Vielfalt. Das diesjährige Motto des CSD hieß «Perspektiv-Wechsel». Laut Polizei kamen etwa 175.000 Zuschauer.

Zu guter Letzt möchte ich einige Gedanken mit Euch teilen, die mich sehr beschäftigt haben:

Meine drei Kinder (25, 15 und 11 Jahre) waren entsetzt, dass ich bei der CSD Parade nicht nur mitmache, sondern sogar auf einem Wagen mitfahren will. Nach einem langen Gespräch, indem ich ihnen erklärte, was Vielfalt und Toleranz für mich bedeutet und was das Ganze mit meinem Arbeitgeber Daimler zu tun hat – auf den ich by the way sehr stolz bin – kamen sie gerne als Zuschauer an die Strecke. Danach waren sie voller Stolz auf ihre Mama. Sie fanden es klasse, dass ich mitgefahren bin – und mein Gesicht für Toleranz gezeigt habe. Sie haben mich sogar gefragt, ob ich im nächsten Jahr wieder dabei sein werde.

Bis zum nächsten Mal

Meine Antwort: Jaaaaaaaaaa! Denn ich habe so tolle Menschen, Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die ich einfach wiedersehen und mich mit ihnen austauschen möchte. Und außerdem – stehe ich voll und ganz hinter der Botschaft, Vielfalt zu leben! Denn ich weiß, was es bedeutet, „anders“ zu sein. Anders zu sein, heißt ja nicht nur „sexuelle Neigung“. Anders sein, kann auch „nur“ andere Herkunft bedeuten. Wie in meinem Fall: ich komme aus der Türkei. Ich habe großen Respekt und volle Bewunderung für all die Menschen, die sagen – so bin ich und so bleibe ich, und so möchte ich geachtet, respektiert und geliebt werden.


Anmerkung der Redaktion: Seit 2014 engagiert sich die Daimler AG beim CSD in Stuttgart und Berlin. Um auch 2017 wieder ein deutliches Zeichen für die Wertschätzung von Vielfalt zu setzen, weitet Daimler in Kooperation mit der Mercedes Benz Bank und weiteren internen Partnern sein Engagement auf vier zusätzliche Städte aus: Köln, München, Hamburg und Bremen. Unter dem Motto „Wir leben Vielfalt“ steht Daimler für eine Kultur der Akzeptanz. Über 500 Plätze stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Paradewagen zur Verfügung sowie weitere 150 Plätze für car2go-Kunden in Hamburg.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie war das erste Mal beim Christopher Street Day und nahm mit 80 Kolleginnen und Kollegen auf dem Daimler-Truck an der CSD Parade in Stuttgart teil. Auch in ihrem Job als Sekretärin im Entwicklungsbereich ist ihr Toleranz und Vielfalt wichtig.

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