Solitude Revival: Ein Ritt auf dem weißen Elefanten

Ein Tag – zahlreiche Erinnerungen. Als glücklicher Gewinner einer Verlosung durfte ich mit meiner Familie das Solitude Revival hautnah und hinter den Kulissen miterleben. Besonderes Highlight: Die Mitfahrt in einem Vorkriegsrennwagen.

Whoohooooo!!! So in etwa hat es sich angefühlt, als an einem Freitag im Geschäft mein Telefon geklingelt und mir ein freundlicher Herr mitgeteilt hat, dass ich beim Gewinnspiel im Daimler-Intranet zum Solitude Revival gewonnen habe.

Erst konnte ich es noch gar nicht so recht glauben, aber schon am Abend saß ich mit ein paar Freunden zusammen und habe voller Vorfreude berichtet, dass ich demnächst in einem 90 Jahre alten Rennwagen über den Solitude-Ring fahren werde. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, es war nicht das einzige Highlight. Denn der Fahrer des Vorkriegsrennwagens war kein geringerer als Jochen Mass! Wie cool ist das denn, neben einer Rennfahrerlegende über die alte Haus-und-Hof-Strecke von Mercedes zu fahren?

Inbegriff von Freiheit

Aber zum Anfang: Als ich den Artikel zum Gewinnspiel und den Hintergründen des Solitude-Revival im Intranet gesehen habe, musste ich ihn sofort lesen. Schließlich hatte ich mir ja schon vorgenommen, zum alle zwei Jahre stattfindenden Solitude-Revival zu gehen. Und als es dann auch noch Eintrittskarten und die Mitfahrt im „Weißen Elefanten“ zu gewinnen gab, habe ich kurzerhand eine Bewerbung geschickt. Zu verlieren gab es ja nichts. Und jetzt das, GEWONNEN!

Für alle die ihn nicht kennen, der Weiße Elefant ist ein Mercedes W06 Typ S, in dem Fall von 1927. 120 PS und 1,6 Tonnen Gewicht klingen jetzt eher nach A-Klasse als nach Rennwagen, aber vor 90 Jahren war das noch anders. Das ist so lange her, dass sogar meine Oma zu der Zeit noch ein Kleinkind war. Autos waren der absolute Luxus und der neue Inbegriff von Freiheit. Auf meine Frage an Jochen Mass, ob es denn eine Herausforderung sei mit dem Auto zu fahren, sagte er nur:

Das ist es nie, du musst dich nur einfach in die Zeit reindenken, für die das Auto gebaut wurde, und schon spürst du, was du tun musst und es ist ein ganz anderes Lebensgefühl.

Eine Reise in die Vergangenheit

Das war es wirklich! Wir waren an dem Tag vielleicht nicht die Schnellsten auf der Strecke, aber sobald die Tribüne verschwunden war und wir nach dem Glemseck die S-Kurven bergab gefahren sind, war ich wie gefangen von dem Auto. Bis die nächsten modernen Häuser und Streckenposten in Sicht kamen, hatte ich schon fast vergessen, dass wir im Jahr 2017 sind. Die Scheibe runtergeklappt, kam die kalte Morgenluft direkt in den offenen Helm und es fühlte sich besser an, als die Fahrt in jedem geschlossenen modernen Auto.

Und ganz ehrlich, 100 km/h in einem 90 Jahre alten Auto auf der Rennstrecke sind beeindruckender als 250 km/h in einem Mercedes-AMG auf der Autobahn. Der Kommentar von Jochen Mass dazu:

Baut mehr echte Cabrios, in denen die Natur noch spürbar ist – schon gibt es keine Raser mehr!

Nachdem das Abenteuer bei der Aufwärmfahrt vorbei war, ging es mit den nächsten Erlebnissen direkt weiter. Ich habe viele beeindruckende Persönlichkeiten kennengelernt. Neben Jochen Mass zum Bespiel Michael Plag, Projektleiter aus Fellbach, der sich schon seit 32 Jahren um den Elefanten und andere Vorkriegswagen kümmert. Projektleiter Vorkriegsrennwagen und 300 SL bei Mercedes – was für eine Stellenbeschreibung!

Festivalfeeling für die ganze Familie!

Das ganze Solitude-Revival glich einer Mischung aus Rennwochenende und Festival. Überall tolle Autos, nette Menschen, Musik, Essen und mittendrin als Gast: Ich mit meiner Familie! Mein dreijähriger Sohn konnte auch nicht genug bekommen. Ohrenschützer auf und ran an die Rennwagen. Er war so begeistert, dass er nach dem Mittagsschlaf (wir waren schon seit acht vor Ort und haben dann um zwölf Uhr den Heimweg angetreten) gleich gefragt hat: „Papa, wann können wir wieder zur Rennstrecke?“

Meine Familie und ich mit Rennfahrerlegende Jochen Mass (am Steuer).

Also nicht lang gezögert, Kind ins Auto und nach zehn Minuten waren wir wieder auf der Rennstrecke. Nochmal zwei Stunden Autos hören und schauen. Eigentlich schade, dass diese faszinierenden Autos nur noch so selten auf unseren Straßen zu sehen sind. Umso schöner, dass es das Solitude Revival mit all seinen Teilnehmern und ihrer Passion gibt.

Auf ein Wiedersehen

Es war ein toller Tag und für alle war etwas geboten. Kann man was besser machen? Ja, vielleicht… Denn Porsche war doch übermächtig, hier darf Mercedes-Benz ruhig noch stolzer seine Rennhistorie aufzeigen. Wir sind LeMans-Sieger, Formel 1 Weltmeister und haben viel DTM-Tradition. Von AMG ganz zu schweigen. Also los Mercedes, in zwei Jahren gibt es die nächste Chance und das beste Team haben wir sowieso. Chapeau für die perfekte Organisation und die tolle Betreuung!

Wir sind bei der nächsten Wiederbelebung des Solitude-Rings auf jeden Fall wieder dabei. Gern auch wieder als Beifahrer oder sogar Fahrer ;-)


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist seit zwölf Jahren bei Daimler und aktuell im Einkauf tätig. Er ist ein absoluter Autofan. Von Restauration über Tuning bis hin zu Rennen ist die Begeisterung bei ihm riesig. Dabei steht es für ihn im Vordergrund, selbst aktiv zu sein und nicht nur zuzuschauen. Die Faszination besteht darin, nach dem Büro selbst im Motoröl zu versinken oder die Geschwindigkeiten und Grenzbereiche auf der Rennstrecke zu erfahren.

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