SG Stern Turnier – Was für ein Fußballwochenende

Gleißende Hitze über der baden-württembergischen Landeshauptstadt – Wo sich andere zum Abkühlen auf die WM in Katar freuen, da wurde in Stuttgart direkt hinter der Mercedes-Benz Arena (oder war es doch die Allianz-Arena??) gekickt.

Traditionell hatte sich die SG Stern den heißesten Tag des Jahres für das interne Fußballturnier ausgesucht. Zum 56.Mal duellierten sich Mannschaften aus Daimler Kollegen und Mitgliedern der SG Stern am Standort Stuttgart. Für zwölf Minuten holten die 36 Mannschaften in jeder Partie alles aus sich heraus. Auf dem Feld stets ein Torwart und die fünf athletischsten Spieler, der elfköpfigen Mannschaften. Und wir – schweißgebadet mittendrin!

Auch wenn es nicht ganz zum großen Coup gereicht hat, so ist die Truppe von „Sin Talento“ am Wochenende mit einem Pokal nach Hause gegangen: 3. Platz beim Turnier! Eine grandiose Leistung der Truppe, die quasi kein gemeinsames Training vor dem Großereignis hatte.

Für alle, die diesem fantastischen Ereignis nicht beiwohnen konnten, hier wie gewohnt die Spielberichte. Die Redaktion entschuldigt sich für die leichte Verspätung dieses Artikels, jedoch ist der Autor in der Eistonne eingeschlafen und erst wieder durch eine Arschbombe von Per M., der unbedingt auch in den Topf wollte, aufgewacht.

Vorrunde – Spiel 1

Im ersten Spiel hatte die Truppe von „Sin Talento“ ein relativ leichtes Los erwischt. Der Gegner wurde von Beginn an kontrolliert, der Ball lief gut und die ersten Chancen wurden herausgespielt. Stürmer Brudinho vergab die erste große Chance freistehend vor dem gegnerischen Kasten. Doch kurze Zeit später war es dann endlich soweit: Wolle setzte sich mit seiner feinen Technik im gegnerischen Strafraum durch und schoss mit links flach rechts unten ein. „Sin Talento“ wechselte in der Folge immer wieder intelligent durch, um die Kräfte der Spieler zu schonen. Der Gegner hatte dem kontrollierten Spiel nicht wirklich viel entgegen zu setzen und leistete sich dann kurz vor Schluss einen fatalen Lapsus: Der letzte Mann vertändelte gegen Wolle die Kugel, der das Leder gefühlvoll mit dem Außenrist über den Keeper lupfte! 2:0, die Messe war gelesen!

Der stärkste Gegner

Spiel 2: Es folgte die stärkste Mannschaft in der Vorrunde, jedoch hatte das Team durch den klaren Sieg im ersten Spiel das nötige Selbstbewusstsein getankt. „Sin Talento“ ließ den Ball und den Gegner gekonnt laufen, es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Einzig und allein der Treffer fehlte, somit war das Match weiterhin auf Messers Schneide. Dann hatte Brudinho, der sich am Samstag eher als Trainer als als Goalgetter hervortat, die Eingebung. Schon kurz nach seiner Auswechslung wurde Wolle wieder auf den Kunstrasen geschickt. Der Gegner hatte den kleinen Wirbelwind nicht mehr auf seiner Rechnung und somit ergaben sich Räume, die er eiskalt nutzte.

Nach einer kurzen, schnellen Ballstafette im Mittelfeld kam der Ball zu Wolle, eine geschickte Drehung, eine Körpertäuschung und dann rein das Ding in die Maschen. Die Menge tobte, der Trainer war zufrieden! Eigentlich hätte man jetzt nur noch das Ding nach Hause schaukeln müssen, aber die Truppe war heiß und drängte auf das zweite Tor. Sekunden vor Schluss wäre das beinahe noch in die Hose gegangen: Nach einem Ballverlust im gegnerischen Strafraum lief ein schneller Konter des Gegners, der erst durch einen gemeinsamen Kraftakt von El Gato und Houdini unterbunden werden konnte. 1:0, damit war das Viertelfinale schon gebucht, jedoch hatte das Team den Warnschuss verstanden!

Wolles letzte Kiste

Spiel 3: Schon vor dem Spiel stand die Qualifikation für’s Viertelfinale fest und es war auch klar, dass ein Unentschieden für den Gruppensieg reichte. Dementsprechend „spannungslos“ ging das Team in die Partie, das Motto war Kräfte schonen und nicht verletzen. El Gato im Tor, der im Laufe dieses Spiel zu La Apisonadora wurde, gefiel diese Einstellung natürlich überhaupt nicht. Von seinen Vorderleuten sträflich allein gelassen, war er trotz einiger Glanzparaden zwei Mal machtlos.

Kurz vor Schluss rettete er bei einem Ausflug aus dem Kasten nochmals gegen zwei Gegner, den zweiten räumte er solide mit gestreckten Beinen voraus auf den gegnerischen Spann ab. Nach seinem Kommentar: „Beim nächsten Mal ziehe ich die 16er Schraubstollen an“, stellte ihn der Schiri für zwei Minuten vom Feld. El Gato verstand die Welt nicht mehr. Achso, bevor wir es vergessen: das Spiel ging 2:2 aus. Und wie konnte es anders sein, zwei Mal Wolle, Alibaba & Brudinho weiterhin glücklos. Die weiteren Gegner hatten jedoch nicht damit gerechnet, dass die Konzentration auf einen Torschützen nur Taktik war. Denn wir können vorweg nehmen: Es war Wolles letzte Kiste.

Ab ins Viertelfinale!

Es stand fest: „Sin Talento“ war souverän als Gruppenerster ins Viertelfinale eingezogen! Alle Mann waren fit, auch die spanischen Spitzensportler – deren Qualität für die Vorrunde zu außergewöhnlich gewesen wäre – hatten sich vom Vorabend erholt und kamen frisch und ausgeschlafen zum Team dazu. Die Mittagszeit wurde bei roter Wurst und Radler dazu genutzt, die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu klären. Wussten Sie, dass der Mensch das einzige Wesen ist, das eine Banane auf der falschen Seite öffnet? Sehen Sie, fast alle von uns (außer, der dem Tierreich sehr nahe stehende El Gato) auch nicht. Aber jetzt wissen wir’s. Und wir werden die Banane ab jetzt alle mit anderen Augen anschauen.

Zusätzlich kam das Thema Sponsoring auf. Im letzten Jahr hatte noch Bäckermeister Christian T. das Sponsoring zugesagt, das Budget hatte allerdings nach der Expansion seiner Kette in die USA nicht mehr gereicht. Nach den starken Leistungen der Vorrunde und dem souveränen Durchmarsch in die Runde der letzten Acht kamen die ersten Anfragen. Viele Fans zeigten Unverständnis, dass einige mittelklassige Konkurrenten ein Logo auf der Brust hatten, nur „Sin Talento“ nicht. Dieses Geld hätte man in sinnvolle Verstärkungen des Kaders investieren können – oder zumindest in eine Kiste Bier. Hier hatte „The Machine“ eine spannende Idee: Er kennt wohl einen Handwerksbetrieb in der Nähe, er murmelte die ganze Zeit etwas von „der Zimmermann soll zahlen…“. Wir werden sehen für wen die Mannschaft in der kommenden Saison wirbt.

Eine Partie mit Schwindel

Viertelfinale: Die Vorrunde war vorbei, die Mannschaft gestärkt, es konnte weitergehen. Und wie es weiterging! Nach zwölf absolut dominanten Minuten, war es der gegnerischen Mannschaft schwindelig. Das lag jedoch nicht an den Außentemperaturen (die roten Würste wurden teilweise auf dem Boden und nicht mehr auf dem Grill gegrillt), sondern am Spielwitz des Teams. Mit der Iberischen Verstärkung liefen die Bälle noch besser als in der Vorrunde und El Gato musste nach zwölf Minuten absoluten Tiefschlafes aufgrund von völliger Beschäftigungslosigkeit geweckt werden.

Nachdem der mittlerweile immer mehr in seiner Trainerrolle aufgehende Brudinho Houdini auf die rechte Seite gezogen hatte, zeigte sich dieser spiel- und abschlussfreudiger. Nach feiner Einzelleistung zog er von rechts in die Mitte und knallte das Leder mit links in die Maschen. Wer jetzt wieder ans Tierreich denkt, vollkommen richtig, denn Robben schießen manchmal doch Tore. Das 2:0 besorgte dann Chilo, der nach eigener Balleroberung den Konter nach einem Doppelpass souverän abschloss. Somit war das Halbfinale gebucht.

Halbfinale!

Wir nehmen es gleich vorweg: Wenn man Dritter wird, kann man das Halbfinale nicht wirklich gewonnen haben. „Sin Talento“ hatte jedoch trotzdem einen Gewinner – Teamgeist. Nach kapitalem Fehlpass in der Abwehr zu einem frühen Zeitpunkt des Spiels, musste der gegnerische Stürmer nur noch einschieben. Das ganze Team verstand sich nun als Motivator für den völlig am Boden zerstörten Abwehrrecken (nur für’s Protokoll: es war NICHT Schattinga). Hier konnte man sehen was es heißt ein „Sin Talentino“ zu sein: Mal verliert man gemeinsam und mal gewinnen die anderen!

Durch den frühen Rückstand musste das Team weiter aufmachen, um noch eine Chance auf den Einzug ins Finale zu haben. Jedoch war es den tapfer kämpfenden Mannen nicht vergönnt, eine klare Torchance herauszuspielen. Einzig und allein Brudinho kam zu einer Halbchance, aber Sie ahnen es, haste … am Fuss, haste … am Fuss. Kurz vor Schluss lief man dann in den entscheidenden Konter, das Spiel ging mit 0:2 verloren, alles in allem nicht unverdient. Trotzdem wurde auch hier wieder deutlich, dass Geld doch Tore schießt. Der Gegner wurde von „der Region Europa“ gesponsert. Und wir wissen alle, Europa hat Kohle!

 Sieger der Herzen

Spiel um Platz 3: Jetzt ging es noch einmal um die Ehre. Das Team hatte mittlerweile schon zwei Spieler verloren, die vier Stunden eher schon hätten zu Hause sein müssen. Sie haben ihren Frauen aber erzählt, dass sie einen Platten hatten (bitte hier auf Diskretion achten und nicht weitersagen). Die restlichen neun Mann gingen auf dem Zahnfleisch, der Tag war extrem kräftezehrend. Und der Gegner war technisch und spielerisch überlegen. Eigentlich also eine denkbar schlechte Ausgangssituation, aber der Wille (und der richtige Keeper) versetzt manchmal doch Berge. Zwei Mal schaffte es das Team einen Rückstand aufzuholen. Zwei Mal war es Wilson, der die Bude machte. Das erste Tor nach feiner Einzelleistung, die zweite Kiste nach überlegtem Querpass von Brudinho, der somit immerhin seine Existenz auf dem Platz etwas rechtfertigen konnte.

Trotzdem wird es nach dieser Leistung nächstes Jahr sehr schwer mit einem Stammplatz. Nach dem 2:2 in der regulären Spielzeit ging es sofort ins Siebenmeterschießen. Hier zeigte sich dann, dass El Gato mit der Statur von El Oso ein absoluter Elfmeterkiller ist. Am Ende stand es nach je fünf Schüssen beider Teams 2:1 für „Sin Talento“! Übrigens musste El Gato dabei nur eine Murmel halten, den Rest setzte der Gegner aus Angst vor den 16er Schraubstollen an den Pfosten oder vorbei. Somit schallte es nach dem letzten Fehlversuch des Gegners nur noch über den Platz „aus aus aus, das Spiel ist aus!!!“

Auf ein Wiedersehen

Es bildete sich eine Jubeltraube, die Zuschauer stürmten von den Rängen auf den Platz, es gab Freudentränen (außer bei den Spielerfrauen, die wollten schnell zum Shoppen). Der Pokal (noch ist nicht sicher ob Brudinho diesen jemals wieder aus seiner Privatvitrine herausholt) wird als Wanderpokal in den nächsten Wochen im Kinobauer und in Möhringen zu sehen sein. Aber für alle gilt: Anschauen gerne, anfassen nur die Helden des vergangenen Samstags! Wir bedanken uns hiermit bei all unseren Fans, Kindern (die sich nicht wehren konnten), Frauen (die sich hätten wehren können) für die tolle Unterstützung während des Turniers. Es hat uns riesig Spaß gemacht. Wir kommen wieder! Denn Dritter von 36 Mannschaften werden ist schon super, aber erster ist einfach noch viel geiler!


Sportliche Grüße,
Euer Team „Sin Talento“,

Ben „El Gato“ Westphal, Metin „Houdini“ Yildiz, Ali „Alibaba“ Ayhan, Steffen “Laufwunder“ Scholz, Wilhelm „Wilson“ Holzrichter, Ramon „Piojo Andreu“ Andreu Dolz, Pascal „Schattinga“ Schattner, Victor „El Chilo“ Guillo Seuthe, Kai „The Machine“ Rowohlt, Volkan „Wolle“ Aslan, Stefan „Brudinho“ Bruder


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
4.4 / 5 (57 Bewertungen)
Bitte warten...

Tags: , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist derzeit im Einkauf der IT tätig und verantwortet gemeinsam mit seinem Team den Bereich IT Betrieb und Telekommunikation. Fußball spielt er schon sein ganzes Leben, nie professionell, nie zu gut, aber immer mit vollem Einsatz und Leidenschaft! Sein fußballerisches Vorbild ist der echte Ronaldo: Wenig laufe und viele Tore schießen :-)

Lernen Sie weitere Autoren kennen oder lesen hier mehr über das Blog.

Die letzten 5 Kommentare

  1. 10 Jahre Daimler-Blog: Zukunft der Unternehmenskommunikation

    Marcel: Hach ja. Unternehmensblogs. Die meisten (zugegebenermaßen kleineren) Firmen nutzen ihre...

  2. 10 Jahre Daimler-Blog: Von der BILD zum Blog

    Jessica Abt: Lieber Rainer, als alte Radio-Tante kann ich das mit dem anhören nur zu gut...

  3. 10 Jahre Daimler-Blog: Rückblick und Ausblick aus dem Maschinenraum

    Uwe Knaus: Hallo Wolfgang, Danke für die Glückwünsche! Was meinst du mit mehr Multimedialität?...

  4. Mein Mercedes-Benz 380 SLC – Ungewöhnlich und unverkäuflich

    Frank: Sehr schön, das ist doch Besitzerglück!

  5. Stephanie & Frank: Hochzeit mit S-Klasse

    DJ Reutlingen Melanie: Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit Stephanie & Frank. Die Bilder von...