Corporate Volunteering: Wagen-Montage mal anders

Als Fabrikplaner bei Mercedes-Benz ist die Fahrzeugproduktion für uns kein Neuland. Aber dieser Wagen war für uns trotzdem etwas ganz Besonderes: Für den Kindergarten „Arche Noah“ in Esslingen hat unser Team im Rahmen der Aktion „Freude schenken“ einen Spiel-Bauwagen montiert.

Hochbeete in Berlin anlegen, Pavillons für Altenheime in Schwaben errichten, Spielplätze und eine Pfadfinder-Anlage in Bruchsal herrichten oder Möbel aus alten Paletten für eine Nudelmanufaktur zimmern: bei der Corporate-Volunteering-Aktion des Centers Fabrikplanung gibt es nichts, was es nicht gibt. Doch eines haben unsere Einsätze bei sozialen Projekten gemeinsam: Sie sollen Freude schenken. Es geht darum seinen vollen Einsatz und Zeit mitzubringen, sich um etwas zu kümmern, was bisher liegen geblieben war beziehungsweise was schon „längst einmal wieder jemand machen sollte“. Jedes Team kann selbst Projekte vorschlagen. Wir haben uns für besagten Spiel-Bauwagen entschieden.

Vom Fabrikplaner zum Spielplatz-Architekten

An unserem Einsatzort in Esslingen-Sulzgries begann alles mit einem langgehegten Wunsch: Dem, der Kinder und der Kindergartenleitung nach einem neuen Spielgerät im Garten. Würden wir – also das Team meines Kollegen Jürgen Fischer und mir – da helfen können? Nach der Anfrage im Bereich Daimler Community Commitment/Volunteering & Memberships, war schnell klar: Daimler übernimmt die Finanzierung des gesamten Materials. Jetzt fehlte nur noch unsere Arbeitsleistung, um alles „schlüsselfertig“ bereitzustellen.

An einem Freitag im Mai ging’s los: Als erfahrene Planer haben wir vor Ort erstmal alle Teile gesichtet und einen Ablaufplan erstellt. Zunächst würde der Bauwagen einen sicheren Stand brauchen. Dafür war Muskelkraft gefragt. In den welligen und mit dicken Wurzeln durchzogenen Gartenboden arbeiteten wir sechs Beton-Gehwegplatten ein – inklusive sorgfältiger Ausrichtung mit der Wasserwaage. Auf ihnen stehen die sechs tragenden Holzbalken sicher und die Grundplatte des Bauwagens hält.

Auch das Interieur muss stimmen

Damit war das Fundament gelegt. Jetzt noch schnell den Wagen aufbauen? Ganz so einfach war das dann doch nicht. Zunächst hoben wir die Seitenteile auf die Grundplatte, um sie zu fixieren – Schraube für Schraube. Danach konnte der Innenausbau beginnen. Zum „Interieur“ gehörten unter anderem zwei Tafeln zum Malen und Spielen. Auch eine kleine Sitzbank passte noch hinein.

Mitten bei der Arbeit dann die Überraschung: Die Erzieherinnen und das Leitungsteam kamen mit allen 50 Kindern vorbei und stellten sich als Chor auf. Sie sangen ein „Guten-Morgen-Lied“ in mehreren Sprachen. Außerdem bekam jeder von uns eine kleine Kekstüte als Dankeschön. Am Vortag hatten die Kinder Buchstaben-Kekse gebacken. Zusammengelegt ergaben sie das Wort „Danke“ – was für eine schöne Idee!

Extra-Schicht fürs Dach

Das motivierte natürlich für die letzte Etappe: die Konstruktion des Daches. Mittlerweile regnete es in Strömen, die Montage fand von nun an unter einer großen Plane statt. Beim Mittagessen haben wir unter einem improvisierten Unterstand nicht nur viel gelacht und erzählt, sondern auch an den Details der Dacheindeckung gefeilt. Mit Regen würde auch unser Bauwagen häufiger zu tun haben. Er bekam von uns daher zusätzlich zur Holzeindeckung zwei Lagen Dachpappe. Außerdem nagelten wir Schindeln für die Optik auf –und verklebten sie mit Kaltbitumen.

Irgendwann waren auch Dachränder und First fertig, sahen gut aus und waren funktional. Dann kam endlich der große Moment: Die Übergabe des nagelneuen und mit größter Sorgfalt konstruierten Bauwagens an ihre künftigen Nutzer. Das Gruppenfoto von diesem Moment und die Dankbarkeit aller Beteiligten werden uns lange eine schöne Erinnerung sein.

Helfen macht glücklich

Sich für andere einsetzen, Zeit investieren, sich um Dinge kümmern, die sonst liegen bleiben: Das ist bekanntlich weit mehr als Wohltätigkeit. Immer wieder ist zu lesen, dass ehrenamtliches Engagement auch den Helfenden guttut. Wer sich neben dem Job noch sozial engagiert, soll im Schnitt glücklicher, gesünder sein und mit Stress besser umgehen. Nach der Aktion in Esslingen kann ich das für unser Team voll bestätigen. Mit „Freude beschenkt“ haben wir dabei nicht nur die Kinder und ihre Betreuer, sondern auch uns selbst. Es war ein toller Tag und eine großartige Gemeinschaftsaktion. Den Wert der „Freude“ umzusetzen – das ist uns voll geglückt.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist seit 2010 in der Daimler AG tätig. Er hat an der Universität Stuttgart Architektur und Städtebau studiert. In der Fabrikplanung ist er als Integraler Projektentwickler für die Koordination und Abstimmung aller Planungsinhalte sowie rechtkonforme Planung verantwortlich und begleitet die Projekte (Produktionsgebäude und ganze Werke) vom Grundkonzept bis hin zur Realisierung.

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