Goodwood: Meine Premiere im PS-Paradies

Motorsport auf die feine englische Art: Der Earl of March lädt jeden Sommer auf sein Anwesen bei Chichester. Diesmal mit dabei waren mehr als 200.000 Fans, 600 Fahrzeuge, Mercedes-Benz Classic – und ich.

Wie so viele schöne Geschichten hat auch diese ihren Ursprung am Nürburgring – genauer gesagt beim diesjährigen 24h-Rennen. Dort traf ich Sascha Pallenberg, dessen Dienste sich Daimler nach seiner Bloggerkarriere inzwischen gesichert hat. Sascha ist ein wasch(benzin)echter Petrolhead – das wusste ich aus früheren Begegnungen. Bestätigt hat das vor Ort sein Onkel Manfred, der immer wieder trocken die ein oder andere Anekdoten auspackte. Also kurz: Wir hatten eine herrliche Zeit und wie das dann immer so ist, auch locker überlegt, wie man in Zukunft vielleicht etwas zusammen machen könnte.

Auf nach Goodwood!

„Und warst Du schon mal in Goodwood?“ fragte Sascha. Nein, war ich nicht, aber habe natürlich viel davon gehört – das wär mal was! Ein paar E-Mails und fünf Wochen später sitze ich im Flieger nach Heathrow, Mietwagen- und Hotelticket in der Tasche und über mir die schützende Hand von den Kollegen von Mercedes-Benz Classic, die mich für das Wochenende in ihre Obhut genommen haben.

Festival für die Sinne

Eigentlich bin ich Einiges gewohnt: das 24h-Rennen am Ring ist mein zweites (erstes?) Zuhause. Zwei Wochen vor Goodwood war ich in Le Mans – gute Vorbereitungen, um auf alles gefasst zu sein. Wie sehr ich mich irren sollte! Goodwood ist unvergleichlich und selbst heute beim Schreiben dieser Zeilen steigt die Aufregung wieder in mir hoch und ich kann die Atmosphäre, die kontinuierlich alle Sinne bearbeitet, förmlich mit den Händen greifen.

Motorsport à la Lord March

Wenn man sich mit dem Mietwagen durch die kleinen englischen Sträßchen windet, die von sattgrünen Robin-Hood-Wäldern umarmt werden, dann fühlt man sich ein wenig an die Eifel erinnert. Auch dort erhebt sich ein Motorsport-Mekka aus dem Nichts, um die Besucher in Empfang zu nehmen. Allerdings hatte ich die Dimensionen der „Spielstätte“ von Charles Henry Gordon-Lennox, Earl of March and Kinrara – besser bekannt als Lord March – völlig unterschätzt. Wir reden hier über 50 Quadratkilometer Privatbesitz – das ist in Ringwährung die Fläche des Eifelstädtchens Daun!

Sicherer Stil und gewaltige Geschichten

Trotz dieser gewaltigen Ausmaße wird aber viel Wert auf Stil und Organisation gelegt. Die Teilzeitrennstrecke zeigt den Etablierten tatsächlich, wie man es richtig macht. Man weiß natürlich auch, was man den Teilnehmern schuldig ist, denn die 600 Fahrzeuge aus den Jahren 1900 bis 2017, von Motorräder über Autos, haben alle gewaltige Geschichten zu erzählen. Das gilt auch für die Piloten, die sie einsetzen und die gern auch den ein oder anderen Weltmeistertitel eingesammelt haben. Vorzugsweise genau in dieser Fahrer-Fahrzeug-Besetzung. Erwähnte ich, dass man auf Stil in Goodwood viel Wert legt?

Mischung aus Historie und Gegenwart

Das Ganze ist eine irre Mischung aus Historie und Gegenwart, die nur versammelt wurde, um den Rennsport abzufeiern. „Festival of Speed“ – der Titel hätte nicht treffender gewählt werden können. Und mittendrin die Abteilung von Mercedes-Benz Classic, die ihre feinsten Exponate aus der Sammlung einsetzt – von den Anfängen des Automobils bis zu den heutigen Hightech-Raketen. Für mich als neugierigen Blogger natürlich das Paradies auf Erden. Ich hätte keine Probleme gehabt, mich ein komplettes Jahr mit dem automobilen Arrangement zu beschäftigen. So aber musste ich aufpassen nicht den Überblick zu verlieren, damit sich die vielen Eindrücke auch in ihrer verdienten Schönheit entfalten können.

Neue Dimensionen des Motorsports

Wir Zuschauer und Beobachter dürfen uns glücklich schätzen, dass die heldenhaften Automobile vergangener Tage nicht nur zum Anschauen ausgestellt werden. Sie werden auch fachgerecht bewegt, damit sie ihre ganze Dynamik und Akustik frei entfalten können. Ein Genuss für alle Sinne und kein Text und keine Bildergalerie könnten dem Spektakel nur ansatzweise gerecht werden.

Vielen Dank nach Stuttgart, dass ich so selbstverständlich in das Team integriert wurde und dieses Event live begleiten konnte. Ein unvergessliches Wochenende, das mir ganz neue Dimensionen unseres geliebten Sports aufgezeigt hat.


Bilder: Mike Frison / Mercedes-Benz Museum


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist Petrolhead und Nebenberufsblogger, nachdem er bereits im frühen Alter erfolgreich die Tankstelle der Eltern zum Kinderspielplatz umwidmen konnte. Heute ist keine Rennstrecke mehr vor ihm sicher. Er berichtet regelmäßig zu aktuellen Motorsport- und Mobilitätsthemen.

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