Auf den Spuren eines Reisebusses

„Top View“ – so lautete das Motto der Weltpremiere des Setra S 531 DT. Beste Aussichten gab es bei der Vorstellung des neuen Doppeldeckers  wirklich. Denn sie fand in 144 Metern Höhe statt –im Stuttgarter Fernsehturm. Der ganze Nachmittag stand im Zeichen des Perspektivenwechsels. Die Aussicht von oben spielte dabei eine zentrale Rolle.

15 Uhr. Ich stehe auf Ebene 7 des Fernsehturms und genieße bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein den atemberaubenden Ausblick über Stuttgart und die Region. Die ersten Journalisten sind schon da. Auch Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses, und Gustav Tuschen, Leiter der Entwicklung von Daimler Buses. Die Stimmung ist locker. Überall stehen kleine Gruppen, die Smalltalk halten. Direkt an den Fenstern steht eine Leinwand, auf der später die Präsentation des neuen Fahrzeugs zu sehen sein wird.

Der Star des Tages

Wenn ich links von der Leinwand aus einem der großen Fenster schaue, sehe ich direkt auf die Sportplätze rund um das GAZI-Stadion  – hier spielen normalerweise die Profifußballer von den Stuttgarter Kickers. Mittendrin, auf einer weißen Fläche vor einer riesigen roten Wand, steht der Star des Tages. Der vier Meter hohe und rund 14 Meter lange Bus sieht von hier oben ganz schön klein aus. Noch ist er verhüllt, aber knapp in zwei Stunden werden wir ihn endlich in seiner ganzen Pracht sehen. 15 Jahre ist es übrigens her, seit der letzte Reisebus dieser Art von Setra vorgestellt wurde. Diese Weltpremiere ist wahrlich ein ganz besonderes Event.

Um 16 Uhr geht es los. Nach einer kurzen Begrüßung von Florian Martens, Leiter der Daimler Nutzfahrzeugkommunikation, erzählt Hartmut Schick von den Anfängen der Setra Doppeldecker und wie sich die Busse seitdem entwickelt haben. Der erste Doppeldecker kam 1981 auf den Markt. Damals schon absoluter Maßstab in Sachen Qualität und Komfort. Die zweite Generation wurde 1993, die dritte Generation 2003 vorgestellt. Die Baureihe 431 DT ist von 2003 bis 2017 mehr als 2.300 Mal verkauft worden.

Von Tagesausflügen bis hin zu Fernreisen

Wenn wir also heute einen Doppeldecker auf den Straßen sehen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein solcher Setra. Im Übrigen auch die vielen Flixbusse . Knapp 75 Prozent aller Doppeldecker-Fernbusse kommen aus dem EvoBus Werk in Neu-Ulm. Mit dem neuen Doppeldecker steht jetzt ein noch komfortableres Fahrzeug in den Startlöchern, das bis zu 80 Fahrgäste auf den Fernbuslinien befördern kann. Natürlich ist der Fernbusmarkt nicht die einzige Einsatzmöglichkeit. Schick nennt auch den Einsatz für Fernreisen, Überlandlinien, Busausflüge oder als Tourbusse.

Der sicherste Reisebus auf dem Markt

Gustav Tuschen gibt uns dann noch Einblicke in die Entwicklung des Fernbusses. Man spürt, wie stolz die Entwickler auf ihr neues Produkt sind. Zu Recht. Tuschen erklärt zum Beispiel, wie durch kleine Veränderungen der Karosserie bis zu zehn Prozent Kraftstoffersparnis ermöglicht wurde. Außerdem ist der S 531 DT der weltweit erste Reisebus mit Active Brake Assist 4. Dieses Notbremssystem kann jetzt nicht nur Hindernisse, sondern sogar Fußgänger und Tiere ab einer Größe von 25 Zentimetern erkennen

In kritischen Situationen führt der Bus eine automatische Vollbremsung durch. Ein Abbiegeassistent, der sogenannte Sideguard Assist, sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Abbiegen. Radarsensoren überwachen die Spur rechts neben dem Bus über seine komplette Länge und warnen den Fahrer beim Rechtsabbiegen vor Fußgängern, Radfahrern und sonstigen Hindernissen. Außerorts ist es ein Spurwechselassistent. Dieser Doppeldecker ist also nicht nur der effizienteste, sondern auch der sicherste Reisebus auf dem Markt.

Es ist soweit!

So viel zu den Features des neuen Setra. Nach einer kurzen Fragerunde der Journalisten warten alle gespannt darauf, den Bus endlich zu sehen. Es wird still. Auf dem Bildschirm werden Livebilder eingespielt. Eine Drohne fliegt am Fernsehturm vorbei und filmt den inzwischen enthüllten Bus von oben. Dann fliegt sie in Richtung der Präsentationsplattform, wo Chefdesigner Mathias Lenz neben dem Fahrzeug steht. Er begrüßt uns und lädt uns dazu ein, den Bus aus der Nähe zu sehen. Da lässt sich natürlich niemand zweimal bitten. Wir verlassen gemeinsam den Fernsehturm und gehen zum Fahrzeug.

Cabrio-Gefühl im Reisebus

Am Setra angekommen, versuche ich das Fahrzeug mit etwas Abstand erst einmal vollständig wahrzunehmen. Das Design ist modern und elegant. Für die Premiere wurde ein brombeerfarbener Metalliclack ausgewählt. Im ersten Moment bin ich ehrlich gesagt etwas überrascht von der Farbe. Auf den zweiten Blick finde ich die Wahl aber wirklich gelungen. Sie bringt die Form des Fahrzeugs schön zur Geltung und wirkt sehr edel.

Innen besticht der Reisebus durch dezente Farben und hochwertige Stoffe. Was mich besonders fasziniert: Es gibt ein riesiges Panoramadach! Cabrio-Gefühl im Reisebus? Sowas habe ich noch nie erlebt. In vier Metern Höhe hat man durch das Dach nicht nur einen tollen Ausblick zur Seite, sondern auch nach oben. Egal ob innen oder außen, für mich ist der neue Setra Doppeldecker der „Maybach unter den Reisebussen“.

Ein Perspektivenwechsel muss her

Um 18 Uhr starten die Gäste mit einem Oldtimer-Doppeldecker zur Stadtrundfahrt über die Panoramastraßen von Stuttgart. Vom oberen Deck aus werden sie die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive sehen. Auch bei diesem Programmpunkt wird das Motto der Veranstaltung wieder deutlich. Der Abend klingt mit einem Empfang am Schloss Solitude und einem anschließenden Dinner aus.

Für mich endet damit ein spannender Nachmittag mit einem faszinierenden Fahrzeug. Das Abenteuer Reisebus soll damit aber noch nicht enden. Ich bin jetzt erst recht neugierig, wie so ein Reisebus entsteht. Welche Produktionsphasen durchläuft er? Wie lange dauert es, einen Reisebus zu produzieren? Wie erhält das Fahrzeug die individuellen Lackierungen? Das möchte ich herausfinden. In den nächsten Tagen werde deshalb auch ich einen Perspektivenwechsel wagen und mich auf die Spuren eines Reisebusses begeben.


Fortsetzung folgt: Auf den Spuren eines Reisebusses – einmal Neu-Ulm und zurück


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist seit April 2016 Werkstudentin in der globalen Wirtschaftskommunikation von Daimler Commercial Vehicles. Sie hat eine Leidenschaft für alles, was mindestens zwei Räder, einen Motor und ordentlich Pferdestärken hat. 2015 hat sie durch Daimler Buses ihre Begeisterung für Nutzfahrzeuge entdeckt. Seitdem schaut sie nicht mehr nur AMGs hinterher, sondern auch schönen Lkw und Bussen.

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