Racetrack@Daimler: Die „pinke“ Wildkatze faucht

Wenn achtzehn motivierte Formula Student-Enthusiasten die Reise in Richtung Rennstrecke antreten, kann das nur eines bedeuten: Die Formula Student Germany startet wieder! Ziel ist zunächst der Racetrack@Daimler, wo wir unsere selbst entwickelten Rennautos in Begleitung von Daimler-Mentoren zwei Tage lang auf Herz und Nieren prüfen.

Auf zur Rennstrecke

Treffpunkt 7:00 Uhr: Die Abfahrt für den diesjährigen Racetrack@Daimler steht kurz bevor. Wir sind das 18-köpfige Team CAT-Racing  aus Coburg und werden neben drei weiteren Rennteams der Formula Student Germany von Daimler gesponsert. Das Ziel heute: Ein Verkehrsübungsplatz in Kirchheim unter Teck, den wir als Rennstrecke für unser Rennfahrzeug C-17, den Pink Panther, umfunktionieren.

Pink Panther an Bord – Die Aufregung steigt

7:38 Uhr: Alles eingeladen, los geht‘s. Der Pink Panther ist fest verstaut, genügend Werkzeug vorhanden und die Vorfreude steigt. Gerade die Tatsache, dass wir momentan keinen geeigneten Testplatz haben, erhöht die Anspannung auf die nächsten zwei Tage. Bei mir vielleicht sogar noch einen Tick mehr, immerhin werden momentan die Erfolge von zehn Jahren Formula Student aus Coburg zusammengetragen. Alles vereint im Jubiläumsfahrzeug C-17. Ich selbst widme CAT-Racing schon seit fünf Jahren meine Ingenieursleidenschaft. Trotzdem bin ich vor jedem Event so aufgeregt wie am ersten Tag.

Als gebürtiger Coburger wurde ich in den vergangenen Jahren oft gefragt, wo Coburg eigentlich liegt. „Ist das überhaupt in Deutschland? Das muss ich erstmal googeln“ bleibt mir bis heute im Gedächtnis. Umso erstaunlicher war für mich die Zusage für das Daimler Sponsoring. Wir erhalten dadurch finanzielle Hilfe, können an verschiedenen Workshops teilnehmen und ausgewählte Daimler Mentoren unterstützen uns mit ihrem Know-how.

Konzentration ist gefragt

11:30 Uhr: Endlich erreichen wir die Rennstrecke. Dort haben die Mentoren eine kleine Überraschung für uns: Wir dürfen die Rennstrecke warmfahren und als erstes Team über den glühenden Asphalt düsen. Nachdem wir über 40 Wochen an unserem Pink Panther geschraubt haben, ist es ein Hochgefühl, den Rennwagen endlich mit Top-Speed in Aktion zu sehen. Natürlich erst, wenn die Strecke auch den Sicherheitsvorgaben entspricht.

Während sich unser Gefährt im Brake Test bewährt, bereitet sich der Rest auf die Statics, also die Vorstellung des Business Plans, des Cost – Reports und des Engineerin -Designs, vor. Leider hält die Konzentration dafür nicht lange, denn die Gänsehaut, die das Motorengeräusch des C-17 auslöst, unterbricht mich ständig. Und ich denke immer wieder, dass die Formula Student wohl eines der aufregendsten und spannendsten Kapitel in meinem bisherigen Werdegang ist. Aber ich schweife schon wieder ab, ich sollte mich doch lieber noch einmal auf die morgige Präsentation vorbereiten…

Zeit zu überzeugen

6:55 Uhr des nächsten Tages: Nachdem ich mich für den Business Plan schick gemacht habe, wecke ich das Team auf, bevor wir gemeinsam das grobe Campingequipment zusammenräumen und wieder auf die Rennstrecke fahren. Vor Ort teilt sich die Gruppe: die einen präsentieren das Engineering-Design, die anderen schauen sich die Präsentation an und wieder andere gesellen sich zum Büffet. Die Statics-Verantwortlichen haben eine knappe Stunde Zeit, um ihr Konzept zu präsentieren.

Bei der „Business Presentation“ muss das Geschäftsmodell vorgestellt werden, das Investoren von dem vorgestellten Prototyp überzeugt. Beim „Cost and Manufacturing Event“ gilt es, alle Einzelkomponenten des Fahrzeuges in Bezug auf den Fertigungsprozess und –kosten zu katalogisieren und zu präsentieren. Eine zusätzliche Diskussion im Anschluss soll dann noch das Wissen über allgemeine Fertigungs- und Kostenkenntnisse der Studierenden unter Beweis stellen. Bei der Präsentation „Engineering Design“ kommt es letztendlich auf das Gesamtkonzept des Rennwagens an. Die Jury bewertet das technische Verständnis mit all seinen Innovationen und die konstruktiven Lösungen des Teams.

 

Weil der Racetrack@Daimler zur Vorbereitung dient, geben die Daimler Mentoren im Anschluss noch Empfehlungen: „Beziehe dich doch auf die Konzeptionierung von…“, „Stelle am besten die Zusammenhänge dar, um dies zu veranschaulichen…“ und so weiter. So kommt es zum finalen Feinschliff für den eigentlichen Wettbewerb der Formula Student Germany auf dem Hockenheimring vom 8. bis 13. August.

Wichtige Vorbereitungszeit

15:00 Uhr: Sie faucht schon wieder. Immer diese pinke Wildkatze. Runde für Runde zeichnet sich die Ideallinie mit den Gummispuren unseres 10-Zöllers. Die kostbarste Zeit in der Formula Student ist die Testzeit. Jeder Kilometer zählt, denn es gilt, alle Kinderkrankheiten auszumerzen.

Vor allem hat es sich auch für das Team gelohnt: Die Neulinge konnten den ersten hautnahen Kontakt mit Daimler knüpfen. Die diesjährigen Leiter der Baugruppen haben gelernt, wie die Teams auf der Rennstrecke zusammenarbeiten. Und auch für alle Verantwortlichen der Statics war das nun der endgültige Startschuss, die Präsentationsunterlagen auf Hochglanz zu bringen! Mit den mitgenommen Tipps, blicke ich zuversichtlich auf die kommende Rennsaison. Insbesondere auf die Formula Student Germany!


Anmerkung der Redaktion: Der Racetrack@Daimler ist ein interner Vorbereitungstest auf die „Formula Student“. Daimler ist seit 2006 Kooperationspartner für den internationalen Konstruktionswettbewerb. Studentinnen und Studenten aus aller Welt stellen sich der Aufgabe, einen einsitzigen Rennwagen zu konstruieren, um damit im internationalen Wettbewerb gegeneinander anzutreten. Für die Saison 2017/2018 haben sich die Elektro- und Verbrennerteams Elefant Racing aus Bayreuth, Running Snail Racing aus Amberg-Weiden, CAT-Racing aus Coburg und KA-RaceIng aus Karlsruhe für ein Daimler Sponsoring qualifiziert.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist gebürtiger Coburger und Rennsportenthusiast mit Herz. Seine Leidenschaft dafür lebt er nicht nur im Coburger Formula Student Team aus, sondern ebenfalls in seinem Masterstudiengang Entwicklung und Management im Maschinen- und Automobilbau. Fünf Jahre CAT-Racing begleiten ihn jetzt schon auf seinem Werdegang: Sponsoren-Akquisen oder die Herstellung von Faserverbundwerkstoffteilen gehören hier zum Beispiel zu seinen Aufgaben.

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