Als BOGY bei den coolen Riesen

Ich bin ein „BOGY“. Ein was? So werden Praktikantinnen und Praktikanten genannt, die an der „Berufs- und StudienOrientierung am Gymnasium“ teilnehmen. Der Name ist Programm: Wenn man so wie ich noch nicht weiß, was man später einmal machen möchte, bekommt man so erste Einblicke ins „echte“ Berufsleben.

Als Autofreak und Mercedes-Benz Fan war die Praktikumswoche bei Daimler genau mein Fall!

Insgesamt haben ich und 19 weitere Praktikanten einen tollen Einblick in das ganze Werk in Stuttgart-Untertürkheim bekommen. Ich fand es super, dass es am ersten Tag eine Gesamteinführung gab. Danach hatten wir Praktikanten Zeit, um uns besser kennen zu lernen. Beim „Kennenlern-Bingo“ fiel das allen sehr leicht. Das ist ein Spiel, bei dem jeder versucht am schnellsten vier andere Teilnehmer zu finden, auf die die vorgegebenen Eigenschaften wie etwas „spielt ein Musikinstrument“ zutreffen. Von Anfang an waren wir eine zusammengeschweißte Gruppe.

Am ersten Tag sind wir nach der Mittagspause zum Truck-Testing gegangen. Ich war beeindruckt, wie lange es dauert, bis so ein Truck überhaupt die Straßenzulassung erlangt. Das Highlight des Tages war allerdings der Außengeräuschprüfstand und die 8- Stempel-Anlage. Da hatte jeder von uns extrem viel Spaß, gerade weil alle in einen Truck einsteigen durften, richtig durchgeschüttelt wurden und wir uns dadurch sehr gut vorstellen konnten, wie es sich beispielsweise anfühlt auf einem Schotterweg zu fahren.

Job-Shadowing

Am Dienstag ging es endlich mit dem Job-Shadowing los. Bei diesem durften wir in zweier Teams in die verschiedensten Tätigkeiten und Bereiche reinschnuppern. Ich war in der Motorenkonstruktion. Seitdem weiß ich nun ganz genau, auf welches Ziel ich hinarbeiten werde! An diesem Beruf hat mir einfach alles gefallen. Wir durften sogar mit dem CAD-Programm und der dazu gehörigen Maus arbeiten.

Zuvor wurde uns ein Arbeitsblatt ausgehändigt, das uns mit vier Leitfragen durch den Vormittag geleitet hat, damit wir die unterschiedlichen Karrierewege der Daimler-Mitarbeiter herausfinden. Die verschiedenen Berufe haben wir uns dann am selben Nachmittag gegenseitig vorgestellt. So wusste jeder, wo und was die anderen aus der Gruppe am Vormittag erlebt hatte. Hier waren wir uns alle einig: Es war spannend!

Kein Platz für Platzangst

Und zum Ende des Tages kam noch ein Highlight: die Mercedes-Benz Marco Polo. Wir hatten alle eine riesen Freude daran, den Innenraum der Reisemobile zu inspizieren und die Musikanlange voll aufdrehen zu können. Irre, was für ein Sound! Nun stellte sich uns aber gleich auch die Frage, wie viele von uns da wohl reinpassen würden. Die Idee wurde sogleich umgesetzt.

Na, haben Sie eine Ahnung, wie viele Menschen in ein Marco Polo passen? Hier die Antwort: 16! – Der Bequemlichkeitsaspekt musste dann allerdings draußen bleiben. Jede noch so kleine Lücke wurde buchstäblich „lebendigst“ ausgefüllt. Sogar der Kofferraum wurde hierfür zweckentfremdet, indem er mit drei Personen beladen wurde. Kleiner Tipp am Rande: Das ist nichts für Menschen mit Platzangst.

Coole Riesen

Am Mittwoch durften wir dann zum Konzernforschung- und Entwicklungsbereich Vorentwicklung Powertrain. Auch hier konnte das Prädikat „interessant“ vergeben werden, vor allem was die Motoren betraf und das Thema Elektromobilität. Am Mittag ging es mit den Informationen über die Testversuche und Einführung des Mercedes-Benz Actros weiter. Durch diesem Vortrag, der mit einem Dialog und Video unterstützt wurde, wurde uns schnell klar, was der Actros alles leisten kann.

Wir durften sogar einen Truck ganz im Detail in Augenschein nehmen. Diese Riesen sind echt beeindruckende, gigantische Fahrzeuge. Das denkt man so gar nicht, wenn man einen auf der Straße im Alltag sieht. Ich fand den kleinen Unternehmensfilm sehr informativ. In ihm wurde gezeigt, was der Actros alles leisten kann. Echt coole Riesen! Seitdem kann mir mein Vater in Sachen Mercedes-Benz Trucks nichts mehr vormachen – was seiner Stimmung oft nicht gut tut.

Über den Tellerrand hinaus

Zurück nach Untertürkheim: Wieder durften wir in anderen kleinen Gruppen in das Berufsleben eintauchen. Diesmal war ich bei einer Dame, die uns viel über den Einkauf und Versendung von Ölwannen erzählt hat. Unter anderem hat sie uns auch erklärt, dass Daimler international tätig ist. Also hat man viel mit Fremdsprachen und mit anderen Kulturen zu tun. Was ich persönlich klasse finde. So kann man auch mal über den Tellerrand hinaus schauen.

Und am Nachmittag gingen wir dann ins Ausbildungszentrum. Dort durften wir selbst Hand anlegen. Mit den Auszubildenden haben wir dann einem Schlüsselanhänger den Feinschliff verpasst. Im Anschluss daran haben wir noch eine Metallplatte bekommen, in der wir unsere persönlichen Daten verewigen konnten. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Aber noch viel mehr Spaß hatte ich beim Schweißen. Ganz genau: Wir durften, in Sicherheitskleidung, schweißen. Für mich war das eine komplett neue und coole Erfahrung. Also ehrlich gesagt hätte ich den ganzen Tag mit Schweißen verbringen können.

Safety First

Melancholie machte sich dann am letzten Tag breit. Am Freitag durften wir die sogenannte aktive Sicherheit kennen lernen. Das ist ja eine echt komplizierte Sache. Ich war erstaunt, wie sich ein Truck bei einem Unfall verhält. An einem Truck-Simulator konnten wir dann selbst einen Unfall provozieren, jedoch hat es glücklicherweise nicht geklappt.

Anschließend haben wir in Gruppen eine technische Funktion zugeteilt bekommen wie beispielsweise den Active Break Assist. Diese sollten wir versuchen zu erklären und in einem Bild von einem Truck ein zu zeichnen. Es erforderte doch ein gewisses Fingerspitzengefühl, die Kabel, Kameras und Sensoren so einzuzeichnen, dass es auch letztendlich auf der Straße funktionieren würde.

Wir durften sogar ein paar Trucks ganz im Detail in Augenschein nehmen. Sogar ein Freightliner, ein typisch amerikanischer Truck, war dabei. Diese Riesen sind echt beeindruckende, gigantische Fahrzeuge. Das denkt man so gar nicht, wenn man einen auf der Straße im Alltag sieht.

Ab auf die Einfahrbahn

Nun war es so weit: Wir gingen auf die Einfahrbahn, die firmeneigene Teststrecke im Werk Untertürkheim. Diese Erfahrung werde ich im meinem ganzen Leben nie vergessen. Mit dem Bus hat es sich wie in einer Achterbahn angefühlt. Das ging ja noch. Aber als es dann an die Verteilung in die V-Klassen und Sprinter ging, erfasste mich (zugegebenermaßen) dann doch ein etwas mulmiges Gefühl. Ich dachte zwischendrin an der Steilwand: Jetzt ist es aus. Aber ich habe – wie man es ja an dem vorliegenden Text feststellen kann – sicher überlebt (Juhu!!!).

Nach dieser Aktion konnte ich meine Frage nicht länger zurück halten und wollte wissen, ob man mir nicht doch einen professionellen Stuntman ans Steuer gesetzt hatte. Mit einem Lachen verneinte er dies jedoch, aber erklärte mir, dass die Fahrer professionell dafür ausgebildet werden. Auf die Einfahrbahn zu gehen und dort die Fahrzeuge auszufahren, das („Stuntman“) ist jedenfalls nicht mein Traumberuf. Ich bewundere die Leute, die das können.

Hoffnung auf ein Wiedersehen

Danach ging es langsam dem Abschied entgegen. Zum Schluss haben wir noch eine ausführliche Feedback-Runde gemacht und über die Erfahrungen der Woche gesprochen.

Als Fazit kann ich für mich sagen, dass ich noch mehr zu einem Mercedes-Benz Fan „made im Ländle“ geworden bin. In dieser einen Woche haben sich echte Freundschaften entwickelt und wir haben sogar eine WhatsApp Gruppe gebildet, um weiterhin in Kontakt bleiben zu können.

Ich kann jetzt nur noch auf ein Wiedersehen hoffen und möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Beteiligten für die geniale Woche bedanken. Sie wurde vom Bereich Human Resources Trucks einfach perfekt organisiert. Vielen Dank!


Anmerkung der Redaktion:
Das zentral organisierte BOGY-Programm im technischen Bereich ist eine Kooperation zwischen den Bereichen Trucks, VAN und RD am Standort Untertürkheim. Seit Oktober 2015 findet es zweimal jährlich statt und bietet 15-20 Plätze für technisch interessierte Gymnasiasten der 9. und 10. Klasse. Das nächste BOGY-Programm ist vom 23. bis 27. Oktober 2017 eingeplant.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse der Zinsendorfschule. Sie ist eine von 20 Schülerinnen und Schülern, die ein BOGY-Praktikum im technischen Bereich am Standort Untertürkheim gemacht haben.

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