Wenn der Funke überspringt

Der Unimog ist ein Alleskönner, der Actros perfekt für den Fernverkehr und der Arocs spitze auf der Baustelle: Mit unseren Trucks beschäftige ich mich in meinem Praktikum in der Internen Kommunikation jeden Tag – in der Theorie.

Was kann der Unimog in der Praxis aber wirklich? Das wollte ich mal mit eigenen Augen sehen und war bei der Unimog Tour 2017 in Sinsheim dabei.

„Frauen betrachten Fahrzeuge oft so praktisch und nüchtern, ohne große Begeisterung und Gefühle“, habe ich die Stimme meines besten Freundes im Ohr, als ich auf dem Weg nach Sinsheim bin. „Ja“, denke ich mir, „wie sonst?“ Ein Truck ist halt ein Truck. Punkt.

Vorhang auf!

Ich stehe auf dem Gelände des Auto- und Technikmuseums in Sinsheim. Gleich beginnt die Show: 30 Unimog samt unterschiedlichster An- und Aufbauten werden vorgeführt. Und es geht direkt spektakulär los!

Ganz schön schräg: Auf der Unimog Tour 2017 stellt der „Alleskönner“ eindrücklich unter Beweis, wie geländegängig er ist.

Die ersten beiden Unimog bezwingen eine vier Meter hohe Rampe – da ist Feingefühl am Steuer gefragt. Mit Leichtigkeit manövrieren sie weiter über drei kleinere Verwindungselemente. Erst mit den linken, dann mit den rechten Rädern fährt das Fahrzeug über die Hindernisse. Dabei kippt der Unimog in eine ziemliche Schräglage. Aber er behält gekonnt sein Gleichgewicht – und ich bin beeindruckt.

Nacheinander führen die Unimog vor, was sie können. Ob Rasen mähen oder Hecken schneiden bei der Grünpflege, Straßen räumen und reinigen im Sommer- und Winterdienst, Bäume häckseln in der Forstwirtschaft, Feuer löschen bei der Feuerwehr, Züge ziehen auf der Eisenbahnschiene, Campingexpeditionen in unwegsamen Gelände oder der Einsatz im Bau – für jede Aufgabe gibt’s einen Unimog mit passender Gerätelösung.

„Hoch hinaus!“

Während die Fahrzeuge ihre Live-Vorführung absolvieren, springe ich mit der Kamera um sie herum und knipse fleißig. Okay, langsam habe ich den Unimog wirklich von jeder Seite gesehen, denke ich – Zeit für einen Perspektivwechsel:

Willi Heberle gedeutet mir, in den Arbeitskorb seines Unimog zu steigen und schon hebt der Kran ab in luftige Höhen. Auf der Fahrt nach oben erzählt er mir von der Tour: „Dieses Mal hatten wir vom Wetter her alles. Am Anfang lag Schnee und Eis in Villingen-Schwenningen, da konnten die Unimog so richtig zeigen, was sie können. In Oberhof war es nebelig, das war eine große Herausforderung fürs Team, und jetzt ist strahlender Sonnenschein, da macht es dann einfach richtig Spaß.“

Eigentlich habe ich ein bisschen Höhenangst, aber gerade gar keine Zeit, drüber nachzudenken. 15 Meter weiter unten auf dem Showplatz geht die Vorführung nämlich direkt weiter: Ein Unimog mit Frontkehrbesen reinigt das letzte Streugut beiseite. Ich genieße die Aussicht von hier oben und das laue Lüftchen, das hier weht und ein kleines bisschen Abkühlung verschafft. Zwei Wohnmobil-Unimog demonstrieren ihre Geländegängigkeit und dann ist die Show auch schon zu Ende – wow, eine Stunde lang fahrende Unimog und kein bisschen Langeweile.

Gekonnt in Szene gesetzt

Nicht nur ich bin von der Vielseitigkeit des Unimog begeistert, auch die anderen Zuschauer bewerten die Vorführung als sehr gelungen. „Hier kann man einfach alle Fahrzeuge mit allen Neuerungen und Anbaugeräten kompakt bei einem Event sehen, auf informative und unterhaltsame Art“, so ein Kunde vom Landratsamt im Neckar-Odenwald-Kreis, der besonders an den Fahrzeuglösungen für den Straßenbetriebsdienst interessiert ist. Die Unimog Tour ist etwas Besonderes. Hier kommen Kunden und Aufbauhersteller zusammen und lernen eine Vielzahl an Fahrzeugen kennen – und das nicht nur statisch wie auf Messen, sondern live, in Bewegung und im Einsatz. Alle zwei bis drei Jahre touren die Unimog durch Deutschland – je nachdem, was für Neuheiten es gibt.

Von der Organisation, über die Standorte und das Ambiente bis hin zum Interesse der Gäste – alles top!

(Walter Dürrwanger, Jotha Fahrzeugbau AG)

„Die Faszination der Besucher ist ansteckend“, findet auch Markus Fucik, der die Unimog Tour als Moderator begleitet. „Unimog, das ist nicht nur ein Fahrzeug, das ist ein Lebensgefühl für die meisten – echt klasse!“ Und ich verstehe genau, was er meint.

Mit dem Unimog in Schieflage

Mein persönliches Highlight wartet aber noch auf mich: Vor mir steht ein Unimog U 4023, der Profifahrer, Klaus Bäuerle, sagt, ich solle einsteigen. Ich bekomme etwas feuchte Hände – okay, wie komme ich ins Fahrerhaus hinauf? Wenn der Truck direkt vor einem steht, sind knapp drei Meter Fahrzeughöhe doch beeindruckender als auf dem Blatt Papier. Ich klettere ins Fahrerhaus, da geht’s auch schon los. Klaus Bäuerle drückt ordentlich aufs Gaspedal. Ich werde in den Sitz gedrückt. Geht es mit einem Truck nicht eigentlich gemütlich zu? Wir fahren die vier Meter hohe Rampe hinauf, mit 100%-iger Steigung – gut, dass ich angeschnallt bin. Oben angekommen, ein kurzer Blick übers Gelände und schon geht es runter. Ein irres Gefühl – wie in der Achterbahn – nur dass ich eben in einem 5t (Leergewicht) schweren Lkw sitze.

Zugegeben, als ich vor ein paar Wochen mein Praktikum in der Internen Kommunikation für Nutzfahrzeuge angefangen habe, hatte ich nicht viel Ahnung von Trucks. Spätestens jetzt ist auch bei mir der Funke übergesprungen: Ein Truck ist eben doch nicht nur ein Truck. Punkt.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist Praktikantin im Bereich Internal Communications & Crossmedia für Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vans. Sie studiert an der Hochschule der Medien in Stuttgart Unternehmenskommunikation im Master. Von ihrer ersten Fahrt im Unimog ist sie immer noch ein bisschen berauscht - und glücklich den Punkt jetzt von ihrer Bucket-List streichen zu können.

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