Anders, nicht behindert – Vielfalt bei Daimler

Bei Daimler wird Vielfalt nicht nur propagiert, sondern die Mitarbeiter sind hier wirklich „ready to be different“. Das konnte ich – Profi-Basketballer im Rollstuhl – auf dem Daimler Diversity Day@Marketing & Sales in Stuttgart-Möhringen hautnah miterleben.

Den Tag im Zeichen der Vielfalt feierte Daimler 2017 bereits zum fünften Mal – mit Aktionen an Standorten rund um den Globus. Für mich zeigt sich eine Kultur der Vielfalt vor allem dann, wenn man sich willkommen fühlt, obwohl man anders ist als der Mainstream. Für mich bedeutet es auch, dass man jeden so annimmt wie der- oder diejenige wirklich ist und eine Person geschätzt wird – unabhängig von Religion, Geschlecht, Herkunft, Alter oder Behinderung.

Wer kann schon Dunkings machen oder fliegen?

Beim Thema Behinderung komme ich ins Spiel. Obwohl ich im Rollstuhl sitze muss ich sagen, dass ich mich nicht „behindert“ fühle, sondern schlichtweg „anders“. Bei einer Diskussionsrunde wurde ich gefragt, ob es mir nicht fehlen würde, dass ich nicht ordentlich laufen könne und einen Rollstuhl für den Sport und im Alltag brauche.

Ich antwortete, dass ich es freilich vermisse schnell zu laufen, einen Dunking beim Basketball zu machen, toll zu dribbeln wie ein Fußballer oder Salsa zu tanzen bis die Schuhsohlen glühen. Hierzu muss ich aber auch sagen: Wenn ich einen großen Vogel sehe, vermisse ich es auch zu fliegen. Und mal ganz ehrlich, wie viele Menschen ohne eine sogenannte Behinderung können fliegen, super tanzen, Dribblings oder Dunkings machen? Genau – nicht viele. Nach langem Ausholen war meine Antwort deshalb:

Man muss an das denken, was man kann und nicht an das, was man nicht kann.

Fliegende Bälle und sportlicher Ehrgeiz

Was ich besonders gut kann, ist mit dem Basketball umgehen. Deshalb hat es mir viel Spaß gemacht meine Fähigkeiten beim Daimler Diversity Day@MS zu präsentieren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, gegeneinander im Rollstuhlbasketball anzutreten.

Und das an einem Tag, an dem es Sonne satt gab, internationale kulinarische Verpflegung angeboten wurde und kräftige Beats aus aufgepimpten smart-cars den Campus mit Gute-Laune-Songs beschallten. Von 10.30 bis 16.00 Uhr konnten Mitarbeiter hier mit mir Rollstuhlbasketball spielen. Je nachdem wie viele Interessenten auf einmal zusammen kamen, traten 3er- oder 2er-Teams gegeneinander an. Als Gewinn gab’s Mercedes-Benz Caps – genau das richtige bei 30 Grad.

Umsäumt war das Basketballspielfeld von einer B-Klasse mit Fahrhilfen ab Werk-Ausstattung, für die ich als Mercedes-Benz Markenbotschafter unterwegs bin, sowie einigen imposanten G-Klassen, die für She’s Mercedes bei der Mille Miglia 2017 mitgefahren sind.

Auf dem Basketballfeld war durchgehend etwas los, sodass ich mich über das große Interesse riesig gefreut habe und ordentlich beschäftigt war. Dadurch war ich so in meine Aktivität vertieft, dass ich ganz verpasst habe mir selbst die anderen spannenden Diversity-Day@MS Aktionen auf dem Campus anzuschauen.

Mit Ehrgeiz und Koordination

Es war großartig zu beobachten, dass ich das Sportlerfeuer in so vielen Daimler-Mitarbeitern entfachen konnte. Nachdem ich jeder Gruppe eine kurze Einweisung gegeben hatte, wie man den Rollstuhl bewegen muss, ging es auch schon los. Erstaunlicherweise stellten sich die Spielerinnen und Spieler überaus gut an. Sie waren vor allem so wahnsinnig ehrgeizig! Einige waren schon aus anderen Sportarten koordinativ versiert und das zeigte sich rasch auf dem Spielfeld.

Ich hatte den Eindruck, dass es für viele Teilnehmer eine interessante Erfahrung war, mal einen Rollstuhl auszuprobieren und die Perspektive eines Rollstuhl-Basketballers einzunehmen. Außerdem handelte es sich um hochwertige Sportrollstühle, die normalerweise in der 1. Bundesliga zum Einsatz kommen – zur Verfügung gestellt von meinem Münchener Verein „RBB Iguanas“.

Duell: Rennfahrerin gegen Rollstuhlfahrer

Alle waren positiv überrascht, wie schnell man das Rollstuhlfahren lernen konnte. Nur wenn der Ball dazu kam, wurde es koordinativ noch ein wenig schwierig. Das musste dann auch die ehemalige Rennfahrerin Susie Wolff erfahren, die im Rahmen der She’s Mercedes Initiative Frauen-Power auf dem Daimler Diversity Day@MS repräsentierte und sich voll motiviert gleich in zwei Spielen gegen mich versuchte.

Susie Wolff sitzt in der B-Klasse mit Fahrhilfen ab Werk-Ausstattung den Dreh-Schwenk-Sitz „Turny Evo“ Probe.

Sie sagte auch:

Hut ab vor der Leistung. Das ist schwieriger als es aussieht.

Susie Wolff und andere Basketballteilnehmer meinten auch, dass sie gerne mal ein reguläres Spiel ansehen wollen und deswegen sogar mal zu meinem Verein nach München kommen würden.

 Das Beste? Unsanfte Fouls

Auf der Rückfahrt nach München habe ich den Tag für mich nochmal Revue passieren lassen. Was mir am meisten imponiert hat, waren die Mitarbeiter. Sie waren so offen, neugierig und aufgeschlossen gegenüber (noch) unbekanntem wie beispielsweise dem Rollstuhlbasketball. Ich habe gespürt, dass bei Daimler Diversity gelebt wird und dieses Thema definitiv in der Unternehmenskultur verankert ist. Ich war beliebt bei Selfie-Aktionen und wurde nach Autogrammen gefragt. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war, dass ich auch ein paar Mal unsanft gefoult wurde. Es gab also keinerlei Berührungsängste und ich wurde nicht in irgendeiner Form anders behandelt nur weil ich eine Behinderung habe.

Im Gegenteil: Als ich erklärte, was ein Foul ist und was nicht, gaben einige Spieler sogar offen zu, dass sie gewinnen wollen und dafür auch mal einen Rollstuhlfahrer foulen können. Ein lockerer Spruch, der für Lacher sorgte. Was es natürlich nicht gab, waren gefährliche Fouls. Letzten Endes ging es immer mit fairen Dingen zu. Was es auch nicht gab an diesem gelungenen Tag waren Barrieren – stattdessen gab es „Vielfalt“ soweit das Auge reichte!

Und in Erinnerung bleibt ein rundum gelungener Tag.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist Leistungssportler und Markenbotschafter für Mercedes-Benz.

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