Full Speed auf der STARTUP AUTOBAHN

28 Startups aus aller Welt haben es im Frühjahr ins zweite Programm der von Daimler initiierten Innovationsplattform STARTUP AUTOBAHN geschafft. Doch damit fing die eigentliche Arbeit erst an. Hinter den Startups liegen mittlerweile 100 arbeitsintensive Tage. Heute möchte ich einen Einblick in den Alltag der Startups geben. Und der ist eines sicher nicht: alltäglich!

Montagmorgen, 9.00 Uhr, wir sind in der „Innowerkstatt“– einer Art Daimler-Ideenschmiede in Böblingen. Hier findet heute der „Daimler Day“ statt. Er ist Teil der Fokuswochen im Rahmen des STARTUP AUTOBAHN-Programms. Die rund 30 Vertreter der Startups haben die Möglichkeit, an Events und Gesprächen mit Experten von Industriepartnern teilzunehmen.

Für meine Kollegen und mich vom Forschungskooperationsmanagement ein echtes Highlight, denn zusammen mit den Kollegen von Business Innovation haben wir im letzten Jahr STARTUP AUTOBAHN initiiert. In den Vormittag starten wir im Dialog: zwischen Startups und Daimler-Experten. Vertreten sind die unterschiedlichsten Bereiche: Forschung & Entwicklung, Truck, Bus, Van, Strategie, Business Innovation, der Gründerwerkstatt Daimler Incubator bis hin zu unserem Anbieter für digitale Lösungen in der Logistikbranche Fleetboard.

Schnelle Dates und ehrliches Feedback

Nicht nur für uns war der Austausch Neuland, sondern auch für Panu Kause, CEO und Mitgründer des finnischen Startups FIBRES: „Ich wusste zuvor nicht, was ich genau erwarten soll, aber es stellte sich als eine hervorragende Session heraus. Wir haben sehr gute Leute kennengelernt und ehrliches Feedback erhalten. Daraufhin haben wir sogar direkt weitere Termine vereinbart.“

Nach zwei Stunden „Speed-Dating“ und einem Vortrag eines Kollegen von Mergers & Acquisitions zum Thema „Wann investiert Daimler in Startups?“ ging es weiter zur nächsten Station. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Daimler-Welt. Nach einem Rundgang durch die Produktion im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen „durften“ die Startup-Vertreter auch erfahren, wie viel Spaß es machen kann, mit einem Fahrzeug mit Stern im Stuttgarter Feierabendverkehr zu stehen – willkommen in Deutschlands Stauhauptstadt!

Pitch vor großem Publikum

Zweiter Tag, zweites Highlight: Diesmal treffen wir uns in der Legendenhalle in Böblingen – einem Veranstaltungsraum mit automobilem Flair. Startups und Experten aus den Industrieunternehmen sind zu Deep Dive Sessions und einem Meetup – also einem Treffen von Startups, Unternehmen, Experten und Mentoren – eingeladen, um über das Thema „Future Human Machine Interface“ (kurz: Future HMI) zu sprechen.

Solche Veranstaltungen helfen dabei, die Startups mit Lösungsansätzen und den richtigen Experten aus den Fachbereichen zusammenzubringen. Nach einer kurzen Einführung in das Thema pitchten die Startups ihre Ideen nacheinander auf der Bühne. In den Gruppengesprächen danach sollte es ins Detail gehen. Hier spürte man sowohl bei den Startups als auch bei uns Unternehmensvertretern eine konzentrierte, aber aufgrund der abwechslungsreichen Ansätze auch neugierige Stimmung.

Schalter und Knöpfe Ade

Das Thema Future HMI steht für die neuesten Trends und wichtigsten Technologien, die künftig die Benutzeroberfläche und -schnittstellen der Fahrzeuge prägen werden. Die Lösungsansätze reichen dabei von „Augmented Reality“ bis hin zu „Touchless Haptics“. Was sich dahinter verbirgt? Das Startup Ultrahaptics aus Boston macht beispielsweise physische Knöpfe und Schalter ganz überflüssig. Zuerst wird die Position der Hand in der Luft erfasst. Gezielte Ultraschallwellen erzeugen dann ein haptisches Feedback direkt an den Fingerspitzen.

Durch Vorträge und die Gespräche mit den Experten der Industriepartner versuchen die Startups zu punkten und mit ihren Technologien zu überzeugen. Während einige Startups dabei konkrete Anwendungen (Use Cases) vorstellen, heben andere die Vielseitigkeit und Einzigartigkeit ihrer Technologie hervor. Das Ziel der Startups ist es, mittelfristig einen Platz im STARTUP AUTOBAHN Programm zu ergattern oder zumindest die nötigen Kontakte für ein potenzielles Pilotprojekt zu knüpfen. Wir sind also sehr gespannt und hoffen, das ein oder andere Startup bald wieder zu sehen.

Lockeres Netzwerken zum Abschluss

Im Anschluss an die ausführlichen Gespräche, also die Deep Dive Sessions eröffnete Anke Kleinschmit, Head of Corporate Research & Sustainability bei Daimler, das Meetup mit einleitenden Worten zu Future HMI und betonte nochmals die Wichtigkeit der Aktivitäten in diesem Bereich. Georges Massing, Director of User Interaction bei Daimler, ergänzte im Anschluss mit einem anwendungsnahen und unterhaltsamen Vortrag über die aktuelle HMI-Landschaft und die Daimler-Strategie, bevor sich die Startups dem Plenum präsentierten.

Traditionell endet ein Meetup und damit auch eine Fokuswoche mit einem lockeren Netzwerken in gelöster Stimmung bei Snacks wie Pulled Pork und Bier. So verließen die über 150 Gäste der Deep Dive Sessions und des Meetups, darunter potenzielle neue Partner, interessierte Startups, Studierende und Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Bereichen, die Legendenhalle erst am späten Abend – mit vielen neuen Kontakten und Ideen im Gepäck.

Nach der Fokuswoche ist vor der Fokuswoche

Solche Fokuswochen finden im Rahmen von STARTUP AUTOBAHN übrigens einmal im Monat statt – im Mai waren wir mit unseren Experten zu Gast im Porsche-Museum, um Startups aus dem Bereich E-Mobility kennenzulernen. Im Juni geht’s weiter mit der nächsten Fokuswoche, dann bei Hewlett-Packard Enterprise, einem weiteren Partner der STARTUP AUTOBAHN. Fest steht schon jetzt: Auch diese Fokuswoche wird nicht alltäglich.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er arbeitet für Daimler im Forschungskooperationsmanagement. Im Fokus: Kooperative Forschungs- & Innovationsprojekte mit Hochschulen, etablierten Industriepartnern und Startups aufzusetzen.

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