Indien: Eine Vielfalt an Eindrücken & ein Engagement, das wirkt

Wir – das sind mein Kollege Alpay Keskin und ich – sind auf dem Weg nach Indien, um an einem Workshop von Caritas International teilzunehmen. Thema ist das gemeinsam von Caritas International und der Daimler AG initiierte Projekt „Wasser zum Leben“.

Da wir beide noch nie in Indien waren, sitzen wir mit einer entsprechenden Neugierde und etlichen guten Ratschlägen von Freunden und Kollegen im Flugzeug. Stuttgart – Istanbul – Neu-Delhi – Ahmedabad – so sieht unsere Reiseroute aus. Am Indira Gandhi International Airport in Neu-Delhi werden wir in der Abfertigungshalle von einer wunderschönen Wandplastik beeindruckt.

Hier treffen wir auf unsere Projektpartner von Caritas International, Ingmar Neumann, um gemeinsam nach Ahmedabad weiterzufliegen. Er hat hier vor einiger Zeit  über die langjährige Partnerschaft und unser aktuelles Projekt zur nachhaltigen Nutzung von Wasser berichtet. Die Rahmendaten nochmal kurz zusammengefasst: Außer in Indien sind wir auch in Brasilien aktiv. Jeweils in der Region, an der Daimler auch Standorte hat. Das dritte Land im Bunde ist Mosambik. Laufzeit des Projekts: bis November 2018.

Unterwegs im verkehrsreichsten Land der Welt

Nach der Landung in Ahmedabad werden wir von den indischen Projektpartnern freundlich empfangen. Und auf der Taxifahrt in unser Hotel können wir zum ersten Mal erahnen, was es heißt, in einem der verkehrsreichsten Länder auf der Straße zu sein. Wie in einem solchen Chaos ein funktionierender Straßenverkehr überhaupt zustande kommen kann, ist mir bis heute unerklärlich. Aber wir kommen unversehrt im Hotel an und treffen auch gleich auf unsere indischen Kollegen, Suresh Kumar aus Chennai und Mandar Kulkarni aus Pune.

Beide werden uns die nächsten Tage begleiten, da wir sehr daran interessiert sind, unsere Landesgesellschaft in Indien in die Projekte einzubinden und eventuell eine lokale Partnerschaft zu initiieren. Wir kannten uns vor dieser Reise nur über das Telefon und über E-Mail-Verkehr und waren dementsprechend neugierig auf die Menschen hinter der seitherigen Korrespondenz. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass uns vier über die nächsten Tage eine echte Freundschaft verbinden würde.

Andere Länder, ähnliche Herausforderungen

Am nächsten Tag startet der Workshop und so können wir auch die anderen Projektpartner aus Mosambik und Brasilien kennenlernen. Für alle Teilnehmer ist es ein erstes Aufeinandertreffen und alle sind gespannt, was es von den einzelnen Ländern zu Berichten und zu Lernen gibt. Das spannende an diesem Projekt ist ja, dass wir in drei Ländern das gleiche Thema zum Inhalt haben: „Wassernutzung in semiariden Gebieten“. Für die nicht Eingeweihten: Von semiaridem – also halbtrockenem – Klima ist die Rede, wenn in sechs bis neun Monaten pro Jahr die Verdunstung den Niederschlag übersteigt. Halbwüstenartige Regionen mit spärlichem Pflanzenwuchs in denen Flüsse nur zeitweise Wasser führen.

Begrüßung mit Bindi und Turban

Am nächsten Tag brechen wir auf, um die ersten Projektschritte direkt in Jhabua zu besichtigen. Mit zwei Bussen fahren wir los und nachdem wir die überfüllten Straßen und zum größten Teil sehr ärmlichen Wohnvierteln von Ahemdabad hinter uns gelassen haben, wird die Landschaft weiter und freundlicher. Immer wieder muss unser Fahrer den vielen freilaufenden Kühen auf den Straßen ausweichen. In Jhabua angekommen, werden wir von den Dorfbewohnern mit einer liebevoll inszenierten Begrüßungszeremonie empfangen. Blumenkränze werden uns um den Hals gelegt, mit roter Farbe wird uns ein „Bindi“ auf die Stirn getupft und die Männer bekommen sogleich einen Turban aus einem bunten Tuch um den Kopf gewickelt.

Wir Frauen dürfen uns ein buntes Tuch um die Schulter legen. Gerührt von so viel Hingabe, begeben wir uns mit Vertretern des Dorfes zu den verschiedenen Feldern, an denen bereits durch die Unterstützung des Projektes erste landwirtschaftliche Erfolge zu verzeichnen sind. Durch das Anlegen eines Staudammes wird zum Beispiel nun viel mehr Wasser gespeichert und für die Landwirtschaft nutzbarer. Zudem wird eine Erntesteigerung durch den Wiederanbau von traditionellen Getreidesorten erreicht.

Zufrieden fahren wir an diesem Abend in unser Gästehaus in der Nähe des Projektgebietes um am nächsten Morgen erneut Dörfer aufzusuchen, die an dem Wasser-Projekt teilnehmen. Wieder sind wir beeindruckt, wie viel durch relativ wenig erreicht werden kann.

Eingeschworenes Team, schwerer Abschied

Auch unsere beiden indischen Kollegen haben sich bereits toll in die Gruppe integriert und Suresh Kumar hat sich zu einem unverzichtbaren Übersetzer für uns und die Menschen in den Dörfern herausgestellt. Da er die verschiedenen Dialekte/Sprachen beherrscht, sind wir und auch unsere Partner von Caritas International sehr froh, dass er einen entsprechend intensiveren Kontakt zu den Bewohnern herstellen kann und wir somit eine richtige Diskussionsrunde starten können. Um einige Eindrücke reicher fahren wir noch am selben Tag zurück nach Indore, um von dort nach Delhi zurückzufliegen.

Am nächsten Morgen starten wir zu unserem letzten gemeinsamen Workshoptag mit Caritas International und den Partnerorganisationen. Heute steht die Präsentation der Partner aus Mosambik und Brasilien auf dem Programm. Es ist interessant, zu sehen, wie die einzelnen Länder ihre Projekte gestartet haben und wie viel tatsächlich voneinander gelernt und übernommen werden kann. In den nächsten Monaten werden unserer brasilianischen und mosambikanischen Partner selbst hier auf dem Blog berichten – wir sind gespannt!

Die Reise hat sich gelohnt

Dann steht uns der Abschied bevor und wir stellen fest, dass wir in den letzten Tagen zu einer tollen Gruppe zusammengewachsen sind. Ein letztes Gruppenfoto wird geschossen und dann geht es für Mandar, Suresh, Alpay und mich erneut zum Flughafen, um unseren Weiterflug nach Chennai anzutreten. Uns wurde mehrfach mitgeteilt, wie stolz die Projektpartner sind, dass tatsächlich Mitarbeiter von Daimler von so weit anreisen, um sich von der Arbeit der Einrichtungen und dem Fortschritt des Projektes zu überzeugen. Es scheint nicht die Regel zu sein – für uns ist es jedoch ein wichtiger Schritt, bei einem solch umfänglichen Projekt aktiv teilzunehmen und nicht nur finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

In Chennai möchten wir uns zudem am nahegelegenen Pulicat-See über die Ergebnisse unseres bereits seit drei Jahren bestehenden Förderprojektes „Mangroven-Renaturierung“ mit dem Global-Nature-Fund informieren sowie ein SOS-Kinderdorf besichtigen. Ziel unserer Reise ist unter anderem, unseren indischen Kolleginnen und Kollegen in Sachen Corporate Social Responsibility (CSR) unter die Arme zu greifen und Möglichkeiten einer lokalen Förderstrategie aufzuzeigen, für ein auch in Indien immer wichtiger werdendes gesellschaftliches Engagement von Unternehmen.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist im Bereich Community Commitment / Volunteering & Memberships für Förderprojekte unter anderem im Bereich Umwelt-/Naturschutz tätig.

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