Bom dia Digital Delivery Hub Lissabon

Digitalisierung – wer redet aktuell nicht darüber? Die Bundesregierung will sie umfassend voranbringen, die Industrie fängt zunehmend an, sich mit ihr auseinanderzusetzen und entsprechende Investitionen zu tätigen. In der Bevölkerung hapert es an manchen Stellen mit den Begrifflichkeiten rund um die Digitalisierung zwar noch ein wenig, aber in Summe steht sie dem Wandel positiv gegenüber.

Doch was ist Digitalisierung genau? Kurz gefasst: Nach drei industriellen Revolutionen befinden wir uns aktuell wieder in einem revolutionären Umbruch, bekannt unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“. In deren Fokus steht eben genau diese Digitalisierung mit dem Ziel, durch die Vernetzung der Produktion ein Erzeugnis oder ein Geschäftsmodell so identisch wie möglich in digitaler Form zu reproduzieren und im Zuge davon zu optimieren.

Digitalisierung betrifft uns alle – privat und beruflich

Zugegeben, das klingt furchtbar trocken, aber ein Beispiel macht es greifbar: Die E-Mail hat den klassischen handgeschriebenen Brief in vielen Bereichen des Privat- und Geschäftslebens komplett abgelöst. Dabei war die E-Mail eigentlich nur ein Abfallprodukt im Zuge der Entwicklung des Internets. Und genau dieses – Anfang der 1990er Jahre noch belächelte – Internet ist heutzutage eine der treibenden Kräfte für die Digitalisierung unseres Lebens.

Denn Dank der Entwicklung des Smartphones vor rund zehn Jahren hat heute eigentlich jeder das World Wide Web in der eigenen Tasche. Das Internet hat auf diesem Weg nicht nur unsere Kommunikation nachhaltig verändert, sondern auch unser Konsumverhalten. Genau das ist einer der Gründe, warum speziell die fertigende Industrie in Sachen Digitalisierung gefordert ist. Also auch die Automobilindustrie.

Mercedes-Benz im Wandel

Aufgeschreckt durch Elon Musk, angezählt durch eine rigorose Umweltauflagen schaffende Politik und getrieben durch die sich beträchtlich wandelnden Mobilitätsanforderungen der Gesellschaft steht nämlich eins fest: Es muss sich etwas ändern. Ein Auto – speziell einen Mercedes-Benz – zu besitzen ist vielleicht in vielen Teilen unserer Erde auch heute noch ein großes Ziel und Statussymbol, doch die Zeichen sind speziell in den vom Verkehrsinfarkt bedrohten Metropolen unübersehbar: Nicht das eigene Auto steht mehr im Mittelpunkt des Interesses, sondern die Mobilität. Oder anders formuliert: Wenn es nicht mehr um Pferdestärken, Raumangebot oder Verbrauch geht, sondern nur noch um den Dienst, den ein Auto liefert, könnte es für die Automobilindustrie zukünftig eng werden.

Eröffnung mit politischer Dimension

Und genau hier liegt die Chance in der Digitalisierung. Denn, um von A nach B zu kommen benötigt der oder die Reisende zukünftig nicht mehr nur das beste Auto, sondern den perfekt dazu passenden Service. Um diese Dienste zu identifizieren und zu entwickeln, verlässt Mercedes-Benz verstärkt seine schwäbischen Entwicklungswurzeln, um selbstdisruptiv neue Impulse zu sammeln, neue Blickwinkel zu erlangen und neue Ideen zu generieren. Also raus aus dem Stuttgarter Kessel, rein in die Bucht der Flussmündung des Tejo nach Lissabon.

Von der portugiesischen Industrie- und Handelskammer gefördert, von der Tech Konferenz Web Summit 2016 mit einem mächtigen Boost beschleunigt, keimt hier gerade das zarte Pflänzchen des nächsten „place-to-be“ für Softwareentwickler und Startup-Szene. Die Infrastruktur entwickelt sich in der Kapitale positiv, Standort und Arbeitsmarkt wird von der Regierung intensiv gefördert und nicht zu verachten: Klima und Kulinarik sind phantastisch. Alles Argumente, die bei der Standortwahl für den ersten Mercedes-Benz Digital Delivery Hubs ausschlaggebend waren. Jetzt steht das Team vor der  Aufgabe, hochkarätige Talente aus der ganzen Welt anzulocken, um in kürzester Zeit neue digitale Geschäftsmodelle und Produkte agil zu entwickeln.

Lissabon: Melancholie und Arbeitsplätze für Software Entwickler

Das unterstreichen zumindest Sabine Scheunert (Vice President Digital & IT Marketing/Sales Mercedes-Benz Cars) und Conrad Fritzsch (Digitales Marketing Mercedes-Benz Cars) in ihren Eröffnungsreden. Welche Signalwirkung dieser Startschuss im Gegenzug für Portugal hat, verdeutlicht die Teilnahme des Premierminister António Costa, der die Bedeutung dieses Mercedes-Benz Entwicklungsstandortes unterstreicht. Doch jetzt geht es auch an die Umsetzung.

Anfang Mai eröffnet Mercedes-Benz das Digital Delivery Hub, ein neues Center für globale Software-Lösungen in Lissabon. Für den Aufbau des Digital Delivery Hub sucht Mercedes-Benz nach Talenten aus der digitalen Welt.

„Developer wanted“ lautet die Parole, die international ausgerufen wird und die Daimler Career Seite spuckt bereits entsprechenden Stellenangebote aus. Final sollen es über 100 Entwickler werden, die im Digital Delivery Hub dazu beitragen sollen, dass die von Sabine Scheunert klar formuliert Vorgabe erreicht wird. Die digitale Transformation vom Premium-Automobilhersteller zum Premium-Mobilitätsdienstleister vorantreiben und in der Automobilbranche der Digital Champion zu werden.

Eine faszinierende Partnerschaft

Es tut sich also was „beim Daimler“ und daher wundert es kaum, dass im Rahmen der Eröffnung des Digital Delivery Hub noch eine weitere elektrisierende Bekanntmachung gab: Mercedes-Benz wird als Hauptsponsor bei der weltweit bedeutendsten Tech-Konferenz, dem Web Summit 2017, auftreten. Damit unterstreicht Mercedes-Benz die Ernsthaftigkeit des Engagements in der portugiesischen Metropole.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist seit 01.03.2016 Mitarbeiter in der „Digital Unit“ als Product Owner für das Mercedes me Portal und war bei der Eröffnung des Digital Delivery Hub in Lissabon vor Ort. Mit seinem Jahrgang bekommen Autos bereist ein H-Kennzeichen, die er auch selber fährt, er ist leidenschaftlicher Spritkopf und bloggt auch über moderne Fahrzeuge mit Leidenschaft für diverse online Portale.

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