Bei Fritzle an der Hand

Genau das ist der Traum vieler kleiner VfB-Fans, und wahrscheinlich genauso vieler großer. Dazu zähle auch ich mich. Beim Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue durfte ich zwei Einlaufkids begleiten. Und fühlte mich an meinen ersten Stadionbesuch zurückerinnert.

Zugegeben, wenn ich zurückdenke als ich fünf, sechs oder sieben Jahre alt war hielt sich meine Begeisterung für den Fußball und die Bundesliga in Grenzen. Trotzdem war eines immer klar: Wenn man für irgendeinen Verein ist, dann für den VfB Stuttgart. Als echter Schwabe Ehrensache. An meinen ersten Stadionbesuch, damals noch im „Gottlieb-Daimler-Stadion“, kann ich mich gut erinnern: Zusammen mit meinem Onkel und meinem Cousin durfte ich zum ersten Mal erleben, was es heißt, zu Gast beim VfB Stuttgart zu sein.

Irgendwo auf der Tribüne saß da also ein elfjähriger Junge und schaute zu, wie Kevin Kurányi vor fast 50.000 Zuschauern den FC Schalke 04 im Alleingang mit 3:0 nach Hause schickte. Das war am 9. April 2005. Ironischerweise wechselte genau dieser Spieler mit der Nummer 22 ein paar Jahre später zu genau diesem FC Schalke. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Leidenschaft entflammt

Was dieses Erlebnis ausgelöst hat? Eine Leidenschaft, die im Laufe der Jahre ihrem Namen alle Ehre machte. Unzählige Stadionbesuche in ganz Deutschland, halb Europa und natürlich „Zuhause“ in Bad Cannstatt, Meisterschaft 2007, Abstieg 2016. Und wie es, Stand heute, aussieht auch den Wiederaufstieg 2017.

Etwas mehr als zwölf Jahre später, bin ich wieder im Stadion. Dieses Mal nicht wie gewohnt als Fan auf den Rängen, sondern ganz offiziell mit Kamera, Akkreditierung und jeder Menge Vorfreude im Gepäck: Ich begleite Clara und Vincent, deren Eltern bei Daimler arbeiten. Sie haben bei einem Gewinnspiel im Intranet einen Tag als Einlaufkind gewonnen. Die beiden, fünf und sieben Jahre alt, sind deutlich jünger als ich es bei meinem ersten Stadionbesuch war. Sie dürfen heute an der Hand von Fritzle – dem Maskottchen des VfB, gemeinsam mit vielen anderen Kindern die Spieler ins Stadion begleiten.

Voller Vorfreude und Aufregung

Als die Gruppe junger VfB-Fans am Seiteneingang der „Cannstatter Kurve“ abgeholt wird, ist vor allem eines zu spüren: Vorfreude und Aufregung! Bei manchen überwiegt wohl das eine, bei anderen das andere. Mir geht es ähnlich. Zwar war ich schon unzählige Male im Stadion, aber noch nie in den Katakomben oder gar im Innenraum der Arena.

Während die Kids in Sporthose, Stutzen, Fußballschuhe und natürlich das weiße Trikot mit dem roten Brustring gekleidet werden, bekomme ich an den Mannschaftsbänken am Spielfeldrand ein Briefing von meinem Ansprechpartner beim VfB – direkt neben den Fernsehkameras und Moderatoren der bekannten Sportsender.

Die Show vor ausverkauftem Haus

Jetzt wird es langsam ernst: In einem Durchgang in einer Ecke der Arena warten wir gemeinsam bis wir zum Spielertunnel gehen dürfen. Die Wartezeit überbrücken sie mit Laolawellen und Warmmachübungen, ganz wie bei den Profis auf dem Platz.

Die Mercedes-Benz-Arena ist mittlerweile proppevoll, über 60.000 Fans – ausverkauft! Und das scheinen auch die Kleinen beim Blick ins Stadion zu begreifen. Beeindruckte Gesichter, auch bei Clara und Vincent, und noch sind wir noch nicht mal im Inneren der Arena. Ich versuche den beiden ein paar Worte zu entlocken, aber die Kulisse scheint ihnen die Sprache verschlagen zu haben. Bevor sich der Tross mit den Einlaufkindern endgültig Richtung Spielertunnel aufmacht, unsere beiden Fritzle-Kinder ganz vorne, ist den Kids die Aufregung deutlich anzumerken. Angst dagegen scheint bei keinem aufzuflammen. Ich bin beeindruckt, schließlich kann einem beim Gedanken gleich inmitten eines vollen Fußballstadions zu stehen, schon mal etwas mulmig werden.

Gänsehaut-Feeling

Bevor die Kids und ich uns darüber weitere Gedanken machen können, geht es auch schon los. In Zweierreihen laufen wir vorbei an den vollen Tribünen im Innenraum des Stadions zum Spielertunnel. Dicht gefolgt von Fotografen, Eltern, Betreuern und Mitarbeitern des VfB. Die Lautstärke direkt neben dem Platz ist ohrenbetäubend. Während in der Cannstatter Kurve eine Fan-Choreografie gezeigt wird, verschwinden die Kinder im Tunnel. Von draußen kann ich beobachten wie sie drinnen per Handschlag von Maskottchen Fritzle begrüßt werden, die Spieler und Schiedsrichter dazukommen und die Kids an die Hand nehmen.

Die Einlaufhymne erklingt aus den Lautsprechern und es geht los. Das Schiedsrichtergespann betritt, gefolgt von den 22 Spielern die Arena. Ganz am Ende: Fritzle mit Clara und Vincent, die sich fest an den flauschigen grünen Händen halten. Alles geht rasend schnell und ich komme kaum hinterher alles mit der Kamera festzuhalten. Schon stehen alle auf dem Rasen und winken den Fans im ausverkauften Haus zu, kurzes Abklatschen mit den Spielern und schon geht es für die Einlaufkinder wieder runter vom Rasen.

Ein unvergessliches Erlebnis

Gefühlt war das Ganze innerhalb von wenigen Sekunden vorbei. Clara und Vincent strahlen als wir zurück in der Kabine sind. Jetzt geht es für sie noch weiter: Die Einlaufkinder schauen das Spiel natürlich im Stadion an. Und das lohnt sich an diesem Tag!

Am Ende der Partie haben unsere Kids dem VfB Stuttgart Glück gebracht: Wieder gewonnen, wieder 3:0. Die Tore machte diesmal aber nicht Kevin Kurányi, sondern Simon Terodde und Alexandru Maxim. Und auch Clara und Vincent sind happy: Diesen Stadionbesuch werden sie sicher nicht vergessen!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist VfB-Fan und Praktikant im Bereich Executive & Digital Communications (COM/EDM). Er studiert an der Hochschule der Medien in Stuttgart, Crossmedia-Redaktion & Public Relations im 5. Semester.

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