Trinkwasser aus dem Auspuff

Ich bin Genius-Kinderreporterin Emma, bin 12 Jahre und gehe in die sechste Klasse eines Gymnasiums. Vielleicht kennt ihr mich schon. Zusammen mit meinem Kollegen Nick berichte ich für die MINT-Bildungsinitiative Genius von Daimler.

Nick und ich haben einen coolen Job: Wir durften sogar schon mit dem autonomen Lkw über die Autobahn fahren. Beim letzten Mal habe ich euch hier von meinem Besuch im Daimler-Kraftwerk in Sindelfingen erzählt. Heute möchte ich euch von einem ganz besonderen Treffen berichten. Da durfte Nick nicht dabei sein – denn dieses Mal war es reine Mädchensache.

Reine Mädchensache

Die Daimler-Ingenieurin Leoni Pretzel hat mich eingeladen. Leoni ist 27 Jahre alt. Sie arbeitet bei Daimler in der „Verfahrensentwicklung Brennstoffzelle“ und ist eine absolute Expertin auf diesem Gebiet. Ihre Aufgabe: die Entwicklung von Fertigungsverfahren für die Brennstoffzellenherstellung aus ganz empfindlichen Einzelfolien, die so dünn wie die Hälfte eines menschlichen Haares sind. Darüber hat sie auf diesem Blog schon mal berichtet: „Ich brenne für die Brennstoffzelle“.

Wir treffen uns bei NuCellSys in Nabern. Hier forschen die Mitarbeiter rund um die Brennstoffzelle. Vieles ist ganz geheim – wir müssen sogar die Kameras unserer Handys zukleben. Denn hier wird getüftelt und gebaut. Aufregend!

Brennstoffzelle = Wasserstoff + Sauerstoff

Leoni arbeitet eigentlich in Untertürkheim, aber in Nabern gibt es einen tollen Ausstellungsraum – da kann mir Leoni eine Menge über die Brennstoffzelle erklären. Aber was ist eigentlich ein Brennstoffzellenauto? „Das Brennstoffzellenauto fährt nur mit Wasserstoff. Den Sauerstoff holt es sich aus der Luft. Durch eine chemische Reaktion entsteht elektrische Energie. Hinten, aus dem Auspuff, kommt ganz sauberes Wasser heraus, das du trinken könntest“, erzählt mir Leoni begeistert. Und zeigt dabei auf ein großes Bild an der Wand. Ein kleiner Kolibri trinkt glasklares Wasser vom Auspuff eines Brennstoffzellenautos. Wow!

Gemeinsam mit Klaus Dobler, der hier in Nabern für das Testen der Systeme zuständig ist, zeigt sie mir einen alten Lieferwagen aus dem Jahr 1994. „Das ist das erste Brennstoffzellenauto von Daimler“, erzählen mir die beiden stolz. Der kleine Transporter hat rund 800 Kilo Gepäck hinter dem Fahrersitz geladen – das ist der Brennstoffzellenantrieb samt Tank. Da passt nichts mehr rein. In den vergangenen gut 20 Jahren ist eine Menge passiert: Mittlerweile kann die ganze Technik komplett im Motorraum verstaut werden und wiegt mit den Tanks nur noch rund ein Viertel von damals.

Rund 20 Wasserstofftankstellen in Deutschland

Und woher bekommt man Wasserstoff? Und wo tankt eigentlich ein Brennstoffzellenauto? „Das ist gerade noch ein Problem. Momentan gibt es nur etwa 20 öffentlich zugängliche Tankstellen für Wasserstoff in Deutschland. Aber da wird sich noch einiges tun. Sobald die Autos da sind, kommen auch die Tankstellen“, ist Leoni überzeugt. Sie zeigt mir die schwarzen Wasserstofftanks, die mit Carbonfasern überzogen sind. Das ist ein ganz leichtes Material, das nicht kaputtgehen kann.

„Ich habe ein Brennstoffzellenauto schon mal betankt. Das ist wie bei einem normalen Auto. Man muss nur aufpassen, dass kein Wasserstoff entweicht, deswegen sieht der Tankstutzen ein bisschen anders aus. Und es riecht einfach überhaupt nicht“, erzählt sie mir. Natürlich ist sie auch schon mit einem Brennstoffzellenauto gefahren. Manchmal fährt sie sogar in einem Brennstoffzellenbus zur Arbeit.

Schon einige Busse und einzelne Autos fahren in Deutschland mit Wasserstoff durch die Städte. Im Herbst 2017 wird Daimler das erste Serien-Brennstoffzellenauto für die Straße vorstellen. Vielleicht ist mein erstes Auto später ein Brennstoffzellenauto, dann werde ich mich sofort an diesen Tag erinnern – und an Leoni.

Leoni tut etwas für die Umwelt

Ich finde es toll, wie begeistert Leoni von ihrem Job erzählt. Und vor allem, dass sie etwas für die Umwelt tun möchte. „Das Tolle an dieser Technologie ist, dass sie die Umwelt komplett schont. Den Wasserstoff kann man aus Wind- und Sonnenenergie herstellen. Wenn wir es schaffen, diese Autos auf die Straße zu bringen, dann haben wir das Problem gelöst. Dann haben wir ganz saubere Autos, die keine Schadstoffe in die Luft pusten“, erzählt sie

Und hat sich Leoni eigentlich schon als Kind für Technik interessiert? „Ich habe als Kind auch mit Mädchensachen gespielt, aber auch gerne mit meiner Schwester Hütten gebaut“, lacht sie. „Ich habe mich in der Schule aber sehr für Technik begeistert – vor allem für Physik. Wie funktionieren die Dinge, wie kann man das berechnen? Das fand ich immer cool. Aber auch Kunst habe ich gerne gemacht“, erzählt sie. Treffer! Da haben wir was gemeinsam – ich zeichne auch sehr gerne. Manchmal auch Roboter.

Den ganzen Tag Probleme lösen

Kreativität kann Leoni auch in ihrem Job gut gebrauchen. Sie ist eine echte Problemlöserin. Fast jeden Tag steht sie im Labor, testet neue Verfahren und Materialien. „Wir müssen immer Probleme lösen. Das macht meinen Job so spannend“, erzählt sie mir.

Und ich frage mich: Hat Leoni eigentlich auch Hobbies? „Ich mache Poweryoga und spiele manchmal Tennis. Und ich gehe sehr gerne ins Kino oder treffe mich mit meinen Freundinnen“, sagt Leoni. Da haben Leoni und ich doch einiges gemeinsam.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist zwölf Jahre alt, in der sechsten Klasse eines Gymnasiums und hat viele Hobbies: Klavier spielen, Fußball, Ballett, Singen, Malen und Erfinden. Emma und Nick sind die beiden festen Genius-Kinderreporter. Regelmäßig berichten sie in ihren Reportagen über neue, faszinierende Innovationen und technische Phänomene und führen spannende Interviews mit Experten.

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