Laserschwerter? Das war gestern …

Science-Fiction-Filme fand ich schon immer toll – und bei Lasern und Robotern schlägt mein Herz auch heute noch höher. Beides nutzen wir jetzt auch im Presswerk in Kuppenheim. Hier ist eine sogenannte „Laser-Blanking-Line“ angelaufen, die mit pfeilschnellen Lasern die Außenbautteile unserer A-, B- und GLA-Klasse aus Stahl oder Aluminium zuschneidet.

Im Februar haben wir im Daimler-Presswerk in Kuppenheim eine Weltpremiere der besonderen Art gefeiert: Hier nutzen wir jetzt eine Laser-Technologie, um die Platinen – also die Blechtafeln aus Stahl oder Aluminium, aus denen die Außenhautteile eines Fahrzeugs gepresst werden – zuzuschneiden. Die Pressen und Schneidwerkzeuge, die man bisher für die Platinenherstellung benötigt hat, werden dafür nicht mehr gebraucht. Damit rüstet sich Kuppenheim als wichtiger Bestandteil des Presswerkverbunds innerhalb der TECFABRIK im Rahmen der Mercedes Operations-Strategie für die Zukunft.

Kuppenheim ist das erste Presswerk, welches Laserschneideanlagen in der Automobilindustrie einsetzt.

Geforscht und getüftelt

Bis zum ersten Einsatz unserer neuen Technologie haben wir rund zwei Jahre geforscht, getüftelt, ausprobiert. Denn der Ersatz von Pressen und Schneidwerkzeugen durch Laserschneiden wurde in den vergangenen Jahren im Wettbewerbsumfeld zwar immer wieder angedacht – die Qualitätsanforderungen an eine hochproduktive Serienproduktion und die Fähigkeit, gleichzeitig Stahl und Aluminium zu verarbeiten, konnten aber bisher nicht erfüllt werden. Genau das ist uns mit den beiden Anlagen in Kuppenheim jetzt gelungen.

Das Material wird kontinuierlich in die Laserzelle vorgeschoben – ganz ohne Start-Stopp-Betrieb.

So funktioniert die Laser-Blanking-Line

Die Vorteile der neuen Technologie liegen auf der Hand: Die beiden neuen Anlagen arbeiten vollautomatisch, schneiden auf den Millimeter genau und decken immer genau den Bedarf, der gebraucht wird. Auch die Schnittprogrammierung ist sehr flexibel: Änderungen der Schnittkontur arbeiten wir innerhalb von wenigen Minuten ein, ganz ohne Nachrüsten oder Umbauten der Maschinen. Da wir keine Schneidewerkzeuge mehr benötigen, können wir auch Prototypenteile oder Kleinststückzahlen kurzfristig programmieren und herstellen. Zudem brauchen die Anlagen weniger Platz: So konnten wir in der Halle in Kuppenheim zwei Anlagen nebeneinander installieren und brauchen nicht einmal Pressenfundamente, Kellerbereiche oder Schaltschrankbühnen für Bedienung und Wartung.

In der Halle nebenan werden die Platinen auf der Pressenstraße zu Außenhaut-Bauteilen umgeformt. Daraufhin werden die fertigen Bauteile an das Kompaktwagenwerk Rastatt geliefert.

Weltpremiere

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit stand fest: Die Einweihung der neuen Technologie musste gebührend gefeiert werden! Deshalb haben wir auch Politiker, Betriebsräte und Kooperationspartner wie die Fa. Schuler zur Inbetriebnahme der Anlagen eingeladen. Denn die Laser-Technologie für den Platinenzuschnitt trägt auch zu der Beschäftigungs- und Zukunftssicherung am Standort Kuppenheim bei. Neben hochwertigen Arbeitsplätzen für technikaffine Mitarbeiter entsteht hier eine flexible und kosteneffiziente Produktion – auch im Hinblick auf zukünftige Derivate.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist Projektleiter im Presswerk Kuppenheim II.

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