Wasser zum Leben

Ich war schon viel in der Welt unterwegs. Doch Indien ist neu für mich. Ich bin gespannt: auf das Land, die Menschen und meine Projektbesuche. Das Besondere für mich: ich reise zusammen mit unseren Partnern von Daimler Deutschland und Daimler Indien. Gemeinsam treffen wir Kollegen aus Brasilien, Indien, Mozambique. Eine spannende Woche liegt vor uns.

Bei Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritasverbandes, verantworte ich den Arbeitsbereich Unternehmenskooperationen. Mit Daimler konnte ich beispielsweise Projekte in Bolivien, in der Hochwasserhilfe Deutschland oder in der Katastrophenhilfe umsetzen. Nun haben wir gemeinsam etwas Besonderes vor. Gemeinsam starten wir die Projektkooperation „Wasser zum Leben“. Daimler ermöglicht unserem Hilfswerk die Umsetzung eines Hilfsprojektes an ausgewählten Orten in Indien, Mozambique und Brasilien.

Herausforderung für Mensch, Tier und Landwirtschaft

Die Herausforderung in den Projektregionen: Die Menschen leben in Halbwüsten, es gibt kurze Regenzeiten und lange Dürrephasen. Der Klimawandel ist deutlich zu spüren. Die Dürrephasen werden länger, der Grundwasserspiegel sinkt. Eine Herausforderung für Mensch, Tier und Landwirtschaft. Caritas unterstützt mit lokalen Experten die Ärmsten der Armen. Neue Anbau- und Bewässerungsmethoden werden erprobt, Früchte und Getreide, die optimal an die lange Dürre angepasst sind, werden angepflanzt. Brunnen und Wasserspeicher werden neu angelegt, beziehungsweise in Stand gesetzt.

Bihl Landwirt: Arbeiten in einer Halbwüstenregion

Unser Ziel: Leben verbessern und Perspektiven eröffnen. Das vorhandene Wasser wird besser genutzt, Kinder und Erwachsene ernähren sich gesund. Die Dorfgemeinschaften übernehmen Verantwortung und sind unabhängig von externer Hilfe. Frauen werden gezielt gefördert und unterstützt. Wie es gelingt, dass alle an einem Strang ziehen? Dazu später mehr.

Gemeinsam sind wir stark

Die beschriebenen Ansätze sind „Standard“ in der modernen Entwicklungszusammenarbeit. Durch die Unterstützung der Daimler AG wird es nun aber für uns möglich, auf drei Kontinenten Erfahrungen zu sammeln und durch Austausch und begleitende Evaluation gemeinsam zu lernen und für eine Weiterentwicklung der Ansätze zu sorgen.

Im Frühjahr 2016 wurde mit der Implementierung der örtlichen Projekte begonnen. Zu einem Austauschworkshop trafen wir uns mit den Projektverantwortlichen aus allen Ländern in Ahmedabad, im Nordwesten Indiens.

Alltag in der Halbwüste. Die Hütte bietet Schutz vor Sonne und Hitze.

25 Personen aus unterschiedlichsten Kulturen verbringen eine Woche zusammen. Mittendrin Gabriele Ballmer und Alpay Keskin als Vertreter der Daimler AG Community Commitment/Volunteering & Memberships und die Corporate Social Responsibility (CSR)-Verantwortlichen der Daimler Werke in Chennai und Pune. Sprachbarrieren werden überwunden, in Workshops wird diskutiert und ergebnisorientiert gearbeitet. Gemeinsam tauchen wir ein, in die uns fremde indische Kultur. Gemeinsam besuchen wir die indischen Projekte.

Freundliche Begrüßung

Zwei Tage sind wir im „Feld“ – also im Projektgebiet. Insgesamt besuchen wir fünf Bihl-Dörfer und lernen dort die Projektarbeit direkt vor Ort kennen. Alle Dörfer liegen in der „Tribal-Aerea“. Hier leben indigene Volksgruppen wie beispielsweise das Bihl-Volk. Unsere Ankunft wird überall lange erwartet. Frauen mit Blumenketten stehen bereit. Herzlichst werden wir begrüßt. Jeder bekommt einen Punkt auf die Stirn. Blumenketten werden umgelegt. Manche verbeugen sich, um mit ihren Fingerspitzen die Füße der Gäste zu berühren. Einmal werden wir sogar mit Trommeln und Hörnern empfangen und die Männer bekommen einen Turban gebunden. Es ist spannend nun persönlich zu sehen, wie „unsere Projekte“ in den vergangenen 8 Monaten implementiert wurden. Erste Erfolge sind bereits zu sehen.

Herzlicher Empfang für Suresh Jayapai (Daimler India), Mandar Kulkarni (Mercedes-Benz India), Gabriele Ballmer und Alpay Keskin (Daimler Deutschland)

Mich beeindrucken die Frauen, die ich hier kennenlerne. Nach der formalen Begrüßung durch den Dorfvorsteher, übernehmen sie selbstbewusst das Wort. Sie sitzen direkt vor uns. 40-50 Frauen mit farbenfrohen Kleidern und Silberschmuck an Armen und in der Nase. Gegen die Sonne mit gefärbten Kopftüchern geschützt. Die Männer sitzen ebenfalls in einer Gruppe zusammen. Sie halten sich auffällig im Hintergrund. In jedem Dorf sitzen sie hinter den Frauengruppen. Die Frauen haben etwas zu sagen und sie tun es voller Stolz.

Eine Bedingung

Nach und nach erklären uns die Frauengruppen, was im Dorf bereits gemeinsam erreicht wurde. Staudämme wurden in Stand gesetzt, Regenwasserteiche vertieft, neue Pflanzen erprobt. Nicht immer hatten die Frauen hier das Wort. Dass die Implementierung der Projektansätze so erfolgreich gelungen ist, ist nicht selbstverständlich. Die Bedingung: Alle – Männer und Frauen – ziehen an einem Strang. Die Männer mussten hiervon wohl unkonventionell überzeugt werden.

Frauen in der Bihl-Community übernehmen Verantwortung und setzen sich für den Projekterfolg ein.

Eine Frauengruppe berichtet, wie sie die Männer zur Kooperation gebracht haben. „Wir wollten, dass sich unsere Männer beteiligen und in unsere Zukunft statt in Alkohol investieren.“ Als ich wissen will, wie das gelungen ist, kommt die erhellende Antwort: „Wir haben einfach nicht mehr gekocht und nichts mehr im Haushalt getan. Bis die Männer bereit waren sich zu beteiligen.“ Der Erfolg dieser Aktion spricht für sich.

Starke Bihl-Frauen

Auf der Rückfahrt in unsere Unterkunft reden wir lange über die Eindrücke. Die starken Bihl-Frauen als Garanten für den Projekterfolg werden allen in Erinnerung bleiben.

Ich könnte noch viel schreiben und erzählen. Eine Woche Indien mit internationalen Partnern ist eine intensive Zeit. Ich nehme viel mit: die Farben Indiens, Begegnungen mit faszinierenden Menschen und vor allem die Gewissheit, gemeinsam mit tollen Partnern bedeutende Projekte umsetzen zu können. Das erste Projektjahr geht gerade zu Ende. Es folgen noch zwei weitere Jahre, in denen neue, nachhaltige Strukturen aufgebaut werden, damit Menschen auch in Halbwüsten besser leben können.

Experten aus Brasilien, Indien, Mozambique und Deutschland arbeiten eine Woche an der Weiterentwicklung der Projekte.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist bei Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes e.V. Ansprechpartner für Unternehmenskooperationen.

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