Schülerpraktikum: Mit Schule hat es nichts zu tun

Mein Name ist Malaika, ich bin 15 Jahre alt und besuche die 10. Klasse des Pfarrwiesen Gymnasiums in Sindelfingen. Ich war fünf Tage Schülerpraktikantin im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen im Team der Standortkommunikation. Eine meiner großen Aufgaben, während meiner Zeit hier: Ein Blogpost über meine Erfahrungen in dieser Woche.

Ich bin im Vergleich zu allen anderen hier noch ziemlich jung und wie bestimmt jeder weiß, spielt in meiner Generation Social Media eine große Rolle. Plattformen wie Snapchat und Instagram, welche ich nutze um mich mit meinen Freunden über verschiedene Sachen auszutauschen, sind in meinem Freundeskreis sehr beliebt. Ich würde sogar fast schon sagen, ein Leben ohne Social Media ist für mich schwer vorstellbar.

Schon gleich nach dem Aufstehen fällt mein erster Blick auf das Handy – das ist halt unsere Art miteinander zu kommunizieren und Freundschaften zu pflegen. Direkt und schnell. Da wären wir auch gleich beim Stichwort. Ich mache mein Schülerpraktikum hier im Kommunikationsbereich eines großen Konzerns, da es mich interessiert wie man innerhalb eines Unternehmens miteinander klar kommt, denn das macht man sicherlich nicht über Snapchat oder WhatsApp.

Mich interessiert vor allem, über was genau berichtet wird. Sicherlich nicht darüber, was man gerade gegessen hat oder dass die Sonne scheint. Zusätzlich wollte ich auch wissen, wo der Unterschied zwischen meinen 500 Abonnenten auf Instagram und den 37.000 Menschen hier am Standort liegt.

Mein erster Tag

Am Montag um 8.30 Uhr ging es los und schon mal vorab, ich habe mich wie in einer anderen Welt gefühlt. Alles war so neu, das Gebäude so groß und ich wusste trotz Google Maps nicht wohin. Nach kurzer Suche war ich dann auch im richtigen Gebäudeteil. Ich dachte schon, ich komme nie an.

Hier im Büro ist alles ziemlich modern und neu. Ich wunderte mich, weil keiner einen festen Platz hat. Jeder sucht sich einen, wenn er zur Arbeit kommt. Das funktioniert echt prima und soll den Austausch untereinander fördern. Die Besprechungszimmer haben alle Glaswände. So wirkt alles offen. Die meiste Kommunikation läuft hier noch über das Telefon und E-Mail, ziemlich ungewohnt für mich. Aber seit ein paar Wochen gibt es auch sowas wie WhatsApp für Mitarbeiter, das man mir dann auch zeigt.

Los ging es mit einer Morgenrunde, in der alle wichtigen Sachen für den Tag besprochen werden. Natürlich habe ich dort auch das gesamte Team kennengelernt. Es war schön für mich viele neue Gesichter zu sehen und meinem Alltag als Schülerin zu entkommen. Ich bekam eine Sicherheitsunterweisung, angefangen vom Verhalten in einem Notfall bis hin zum richtigen Sitzen. Da wurde mir bewusst, wie wichtig dem Unternehmen die Sicherheit der Mitarbeiter ist.

Das Mittagessen in der Kantine mit einer großen Auswahl an leckerem Essen war eine gute Möglichkeit, um mal abzuschalten und über Themen abseits von Daimler mit meinen Kollegen zu reden.

Ab in die Produktion

Den nächsten Tag startete ich im Medienstudio. Dort werden hauptsächlich Filme bearbeitet. Aber kurz darauf ging es dann auch schon mit dem Filmteam in die Fahrzeugmontage, um einen Videobeitrag zu Industrie 4.0 zu drehen. Hier war alles ganz anders als im Büro. Hektischer, schneller, lauter. Am Band haben die Mitarbeiter nur eine bestimmte Zeit für ihre Aufgaben, erklärte man mir. Das war alles unglaublich interessant zu sehen, wie Teile eines Autos entstehen, aber auch kompliziert mit den vielen Kabeln und verschiedenen Bauteilen.

Danach stand die langersehnte Werkführung an, bei der auch viele Kunden dabei waren. Wir waren in zwei verschiedenen Produktionsbereichen, im Karosserierohbau bei den Robotern und in der S-Klasse Montage.

Fast wie bei den Models

Ich durfte auch ein Fotoshooting begleiten, was ich übrigens schon immer mal machen wollte. Beim Shooting wurden Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen für eine Kampagne zum Thema Sicherheit fotografiert. Große Blitze und Scheinwerfer wurden aufgebaut, wie ich es mir bei einem Model-Shooting vorgestellt habe. Sie sollen ja schließlich im richtigen Licht, als Vorbild für Sicherheit am Arbeitsplatz, erscheinen.

Einen Tag haben wir nicht in der Kantine gegessen, sondern im Büro, da ein paar Kollegen mit kleinen Geschenken und einem schön angerichteten Buffet in andere Bereiche verabschiedet wurden. Diese Aktion hat mir gezeigt, wie jeder einzelne Mitarbeiter und seine Arbeit wertgeschätzt wird.

Auch gut, dass ich in der Faschingswoche da war. So konnte ich mir noch einen Berliner – also ich meine Faschingskrapfen – ergattern. Die wurden nämlich von allen Chefs an die Mitarbeiter verteilt.

Ich sehe so ein Schülerpraktikum nicht als Pflicht, vielmehr als eine Möglichkeit zu erfahren, wie so ein Berufsalltag abläuft. Bei meinem Praktikum habe ich viele verschiede Sachen dazu gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Zum Beispiel, dass Kommunikation nicht nur Social Media heißt und dass sehr genau überlegt wird, wie man Berichte schreibt. Aber auch, dass hinter Plakaten ein sehr großer Aufwand steckt und viel Zeit vergeht bis man überhaupt weiß, wie man ein Thema vermittelt. Mit Schule hat das hier gar nichts zu tun.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist 15 Jahre, besucht die 10. Klasse des Pfarrwiesen Gymnasiums in Sindelfingen und möchte später „irgendwas mit Kommunikation oder Medien“ machen.

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