Cross-Company Exchange mit LG Electronics

Im vergangenen Herbst bot sich mir im Rahmen meines Traineeprogramms eine besondere Gelegenheit. Ein unternehmensübergreifender Einsatz bei LG Electronics in Seoul. Arbeiten in einem globalen Elektronikkonzern in einer der modernsten Metropolen der Welt, eine vielversprechende Kombination.

Da ich mit Korea zunächst nur „Taek Wondo“ und „Gangnam Style“ verband, war ich gespannt, was mich erwarten würde.

Anfang September 2016 war es dann soweit: Ich saß im 29. Stock des LG Headquarters und bewunderte die fantastische Aussicht über Seoul und den unglaublich breiten, w-förmig durch die Stadt strömenden Han-River.

Hier traf ich mich zum Startgespräch mit Oliver Grohmann, der nach langjähriger Arbeit für die Daimler AG in Singapur zu LG Electronics in die Rolle des Vice President Global HR gewechselt war. In seinem Bereich würde ich die letzten vier Wochen meines dreimonatigen Einsatzes verbringen.

Mein Startbereich war ein anderer

Recruiting Event an der Hanyang University in Seoul

Ich machte mich auf nach Incheon, einen Bezirk, der etwas außerhalb von Seoul liegt. Dort befindet sich der neue und sehr moderne Campus von LG Electronics Vehicle Components (VC). Mit nur ca. vier Jahren ist dies der jüngste Geschäftszweig des Konzerns, aber auch einer derjenigen, die am stärksten wachsen. Hier werden Lösungen und Produkte zum Thema Elektrifizierung von Fahrzeugen, Infotainment, Komfort und Sicherheit entwickelt sowie Ingenieursdienstleistungen für Fahrzeughersteller auf der ganzen Welt angeboten.

Bei VC arbeitete ich im Recruiting-Team von Mr. Kong, das mich sehr herzlich aufnahm. Nachdem ich in den ersten Tagen ausführlich in die unterschiedlichen HR-Funktionen eingearbeitet wurde, widmete ich mich der für mich vorgesehenen Aufgabe: der Erarbeitung eines grundlegenden Employer-Branding-Konzepts für die neue Europazentrale in Eschborn bei Frankfurt.

Das schweißt zusammen

Acht Wochen später erhielt ich den strategischen Überblick im Team „Global HR“ bei Oliver Grohmann. Hier unterstützte ich bei der inhaltlichen Konsolidierung der globalen HR Initiativen und entwarf einen Projektplan für das Jahr 2017. Hierbei lernte ich viel über die Koordination globaler Projekte in der Unternehmenswelt von LG Electronics.

Teambuilding: Ausflug zu einem buddhistischen Tempel in Gyeonggi-do.

Mittlerweile fühlte ich mich bei LG wie ein festes Teammitglied und wurde von allen auch so behandelt. So wurde die Teilnahme am jährlichen „HR-Teambuilding“-Event von VC eine besondere Erfahrung. Wer einmal mit acht Kollegen in traditionell-koreanische Art, also mit ca. 3m² Decken auf dem Boden eines 20 qm Zimmers übernachtet hat, weiß: Das schweißt zusammen!

Gefühl der Zugehörigkeit

Zugegebenermaßen war dieses Beispiel etwas, dass ich für mich in die Kategorie „Kulturschock“ eingeordnet habe. Aber das zeigte mir, dass mich meine Kollegen wirklich als „Einen von Ihnen“ ansahen.

In kulinarischer Hinsicht hatte ich den Vorteil, dass ich die scharfe koreanische Küche schnell zu schätzen lernte (zum Ärger meiner Kollegen, die mich gerne noch mit dem einen oder anderen Gericht zum Schwitzen gebracht hätten). Darüber hinaus bietet Seoul in allen Belangen wirklich jeden Komfort einer modernen Metropole, sodass es auch einem Europäer leicht fällt, zurecht zu kommen.

Sehr beliebt: „Korean-BBQ“ mit dem Team.

Insgesamt hatte ich viele weitere interessante Aufgaben während meines Einsatzes in Korea. Diese reichten von der Teilnahme an unterschiedlichsten Recruiting-Events, über das Führen von Bewerbergesprächen auf Englisch und der Neu-Konzeption von Onboarding-Maßnahmen bis hin zur Vernetzung von Daimler und LG im Rahmen von Gastvorträgen.

Ich konnte hierbei mein vorhandenes Netzwerk bei Daimler nutzen und mich stets auf die Hilfsbereitschaft meiner Kollegen verlassen. Gleichzeitig knüpfte ich auch neue Verbindungen zwischen Daimler und LG. So organisierte ich beispielsweise Gastvorträge bei LG-Veranstaltungen oder Meetings mit Daimler Führungskräften vor Ort in Korea.

„ppalli-ppalli“: Kurz planen, schnell umsetzen

Durch meine Arbeit bei LG Electronics lernte ich die typisch koreanische Arbeitsweise und -kultur kennen. Besonders beindruckte mich hierbei, dass die Planungsphase eines Projekts häufig sehr kurz gehalten wird, um umso schneller dessen Umsetzung anzugehen. So konzentriert man sich im Prozess lieber darauf, Lösungen für aufkommende Herausforderungen zu finden, die auch bei einer langen Planungsphase nicht erkennbar gewesen wären.

Vorweihnachtliche Stimmung im bekannten Einkaufsviertel Myeongdong.

Die Koreaner bezeichnen das selbst als „ppalli-ppalli“-Kultur, was sich wohl am ehesten mit „schneller Gesellschaft“ übersetzen lässt. Auch neben der Arbeit bot Seoul alles, was man von einer Metropole erwartet und so fiel es mir leicht, mich schnell einzuleben. Meine Freizeit nutzte ich dazu, die vielfältigen Sehenswürdigkeiten von Seoul und Umgebung zu erkunden.

Das alles sind jedoch nur kleine Ausschnitte aus drei Monaten voller wertvoller Einblicke in die koreanische Arbeits- und Lebensweise sowie aus einem lehrreichen Perspektivwechsel vom Fahrzeughersteller zum Zulieferer.

Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen bei Daimler und LG Electronics, die diese Erfahrung möglich gemacht haben!

Pink with green stripes!

Am Ende meines Einsatzes bekam ich von meiner koreanischen Kollegin noch eine interessante Frage gestellt. Sie wollte wissen, mit welcher Farbe ich Korea beschreiben würde. Nach kurzem Überlegen antwortete ich: „Pink with green stripes!“. Ein vielleicht etwas unbeholfener Versuch, meine letzten drei Monate in Korea zu beschreiben. Aber schrille und gegensätzliche Farben in geordneter Struktur schienen mir einfach perfekt zu passen, für ein Land, das wie kein anderes für eine bunte Mischung aus moderner und traditioneller Kultur steht.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist im August 2015 im Rahmen des CAReer-Programms im Bereich HR-Recruiting bei der Daimler AG eingestiegen. Seit Kurzem hat er das Programm beendet und beschäftigt sich nun im Bereich DigitalLife@Daimler mit der internen Kommunikation der digitalen Transformation im Konzern.

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