SxSW: BBQ, Blockchain, Karten und das Auto der Zukunft

In Texas ist ja bekanntlich alles ein wenig größer und deftiger. Auf die Hauptstadt des US-Bundesstaates trifft dieses Vorurteil jedoch eher weniger zu. Ja, das „Texas State Capitol“ ist größer als sein Pendant in Washington. Auch beim lokalen Ironworks BBQ sind die Portionen ein wenig umfangreicher.

Das vorzügliche Pulled Pork kann dort auch direkt nach Gewicht bestellt werden. In Pfund wohlgemerkt. Da fallen die 150 Gramm Sättigungsbeilage „Green Beans“ gar nicht weiter auf.

Ansonsten ist Austin aber so etwas wie ein Gegenentwurf zu den Metropolen Dallas und Houston. Cowboys mit überdimensionalen Gürtelschnallen sucht man hier ebenso vergebens, wie offene Cadillacs mit „Longhorns“ auf der Motorhaube. Austin ist anders.

Keep Austin Weird

Ja, viele sagen auch ein wenig verrückter, was ein Spaziergang über die berühmte 6th Street im Zentrum bestätigt. Da hauen schon vormittags Punk-Riffs aus den Bars. Und wer das Frühstück überspringen möchte, kann sich direkt an den „Best Wurst“ Stand begeben oder bei „Death Metal Pizza“ stärken. „Keep Austin Weird“ ist hier nicht nur ein Marketinggag für die Touristen, in Austin lebt man dies rund um die Uhr.

Es kommt also nicht von Ungefähr, dass Austin einen idealen Nährboden für ein Kultur-Festival der etwas anderen Art bietet. Die SxSW (South by Southwest)!

Nachdem ich aufgrund von Terminüberschneidungen nicht an den letzten fünf Ausgaben teilnehmen konnte, war es natürlich umso erfreulicher, dass mein neuer Arbeitgeber Daimler die „South by“ für sich entdeckt hat. Und das ist auch verdammt gut so.

Mercedes-Benz C300 Cabriolet [Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,1 – 6,7 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 161 – 151 g/km]*

Offen für neue Technologien

Nein, ich werde hier nicht wieder in den gleichen Marketingespräch über das Auto der Zukunft verfallen. Uns allen dürfte klar sein, wie sehr der Wind der Veränderung die Branche auf den Kopf stellen wird. Viel wichtiger ist es, dass wir auf der einen Seite offen für neue Technologien sind, diese aber auch in einen lösungsorientierten Kontext bringen.

Autonomes Fahren, Mobilität der Zukunft, AI, Deep Learning, Blockchain. Wer sich heute auf eine Automobil-Konferenz begibt, kann sich diesen Buzzwords kaum noch entziehen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns auf Anwendungsszenarien konzentrieren und diese auch kommunizieren.

Redundanzen schaffen

Was unser CEO Dieter Zetsche mit seiner „Future of Autonomous Driving: Master the Map!“ Keynote vermittelte, das war für mich ein richtungsweisendes Narrativ. Wer in den letzten Jahren die Diskussionen zu autonomen Plattformen verfolgte, der musste den Eindruck gewinnen, dass sich die dafür nötigen Technologien auf Kamerasensoren, Radare und Algorithmen beschränkten. Dabei ist es gerade wichtig, hier auch Redundanzen zu schaffen.

Um es mal vereinfacht darzustellen: Wer vor 30 Jahren bei Dämmerung bemerkte, dass sein rechtes Frontlicht ausgefallen ist, der musste dann halt ein wenig genauer hinschauen. Die sicherheitstechnische Redundanz wurde durch den Nutzer abgebildet. Die menschlichen Sinne als Vorstufen der Sensoren des 21. Jahrhunderts und hochauflösendes Kartenmaterial als Sicherheitsbackup und Feature für das selbstfahrende Auto der Zukunft.

Daimler auf der SxSW

Datenschatz nutzen

Die uns bekannte Welt wird neu vermessen und kartografiert. In 3D! Diesen Job übernimmt für uns und unsere Partner der Kartenanbieter HERE, der jede Woche um die 50.000 Straßenkilometer seiner Datenbank hinzufügt und dabei bis auf drei Zentimeter genau scannt. Wir sitzen damit auf einem Datenschatz, der alleine durch Produkte aus dem Hause Daimler um sieben Terabyte erweitert wird. Pro Stunde!

Und damit nicht genug, denn jedes Jahr sieht HERE CEO Edzard Overbeek sieben Millionen neue Plattformen mit dem Kartendienst vom Band rollen. Und jede einzelne davon zahlt wieder auf diese gemeinsam genutzte Datenbasis ein. Ich glaube wir sind hier nicht nur gut aufgestellt, sondern technologisch führend. Zumal wir zusammen mit Audi und BMW erkannt haben, dass umfangreiche Kooperationen und Standards so immens wichtig für uns alle sind. Mehr Daten, die wir dann natürlich umfangreich analysieren und aufbereiten können, erhöhen die Sicherheit. Nicht nur der Insassen unserer Fahrzeuge, sondern die aller Verkehrsteilnehmer.

Dass man auf einer Veranstaltung, auf der u.a. Dienste wie Twitter und Periscope das Licht der digitalen Welt erblickten, aber nicht nur mit Kartendiensten präsent sein kann, das zeigt Zetsches Interview mit dem großartigen NVIDIA CEO Jen-Hsun Huang auf eindrucksvolle Weise.

Neue Player kommen hinzu

Ja, du kannst dir auch noch in hundert Jahren, auf die Fahne schreiben das Auto erfunden zu haben. Dies ist nun einmal ein unumkehrbares historisches Ereignis. Es heißt aber noch lange nicht, dass du dann auch alle Zutaten für das Auto der Zukunft „inhouse“ entwickeln kannst. Das mag für die Branche jetzt keine so bahnbrechende Erkenntnis sein, schließlich bilden die Zulieferer das Fundament für die hiesige Automobil-Industrie. Aber natürlich kommen nun auch neue Player dazu, von denen NVIDIA ein wichtiger ist.

Wer hätte denn bitte vor drei Jahren gedacht, dass sich unser Chef auf eine Fahrt begibt, in der Themen wie Gaming, Deep Learning und Blockchain die Diskussion bestimmen?

Wir leben in aufregenden, extrem dynamischen Zeiten und genau deshalb ist es auch so wichtig, den Puls der Zeit nicht nur aus der Ferne zu messen. Ein Grund dafür, warum es für uns alle so wichtig war und ist, dass wir in Austin nicht nur Präsenz gezeigt haben, sondern auch sehr viel lernen konnten.

Unter anderem auch für die im Rahmen der kommenden IAA stattfindende me convention.


* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch“ neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter http://www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.


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