Shark Tank? – „Die Höhle des Löwen“ bei Trucks

Wenn ich bei Spediteuren oder Disponenten nachfrage, wie sie sich den Truck der Zukunft vorstellen, klingt die Antwort meistens so: Er ist immer auf der Straße, immer vollbeladen und kennt weder Ausfälle noch Wartezeiten. Alles nur Wunschdenken? Nein, denn mit Konnektivität setzen wir das in die Tat um. Unsere Vision ist es, die Logistikwelt zu revolutionieren.

Aber von vorne: Wenn ich von „wir“ spreche, meine ich unseren Bereich Digital Solutions. Vom ersten Tag an dabei war die Mannschaft von FleetBoard. Nach der Sommerpause ging es richtig los. Heute sind wir interdisziplinär aufgestellt, mit Teams in Stuttgart, in Berlin und im Silicon Valley. So verbinden wir das Beste aus zwei Welten: Als Großunternehmen haben wir ein internationales Netzwerk, einen hohen Marktanteil mit Kunden auf allen Kontinenten und so die Chance, auf Daten aus Millionen Trucks zuzugreifen.

Auch wir setzen auf Speed

Gleichzeitig erlaubt uns unsere Aufstellung in Swarm Teams unsere Ideen schnell voranzutreiben. Denn in der digitalen Welt ist „Speed“ zur Hauptwährung geworden. Unsere Wettbewerber sind nicht nur Lkw-Hersteller, sondern vielmehr die Googles und Apples dieser Welt sowie Start-ups, die mit ihren Ideen den Markt quasi über Nacht auf den Kopf stellen. Diese neuen Player legen ein hohes Tempo vor – aber auch wir setzen auf Geschwindigkeit!

Wie sieht das konkret aus? Wir arbeiten in iterativen Prozessen – den sogenannten Sprints – und übernehmen die Verantwortung von der Produktentstehung bis zum Rollout am Markt. Das unterscheidet uns von einem klassischen Entwicklungsbereich. Unsere Produkte entwickeln wir in einem vierwöchentlichen Sprint-Rhythmus.

Daniela Gerd tom Markotten-Innovation-Team

Vom Pitch zum fertigen Produkt

Am Anfang wird die Idee im Digital Product Team (DPT) vorgestellt – wir nennen das „Elevator Pitch“. Überzeugt die Idee hier, hat das agile Team vier Wochen Zeit, einen Prototypen zu entwerfen und im „Shark Tank“ erneut dem DPT zu präsentieren. Entscheidet die Mehrheit der DPT-Mitglieder, die Idee weiter zu finanzieren, arbeitet das Team das Produkt aus und bringt es an den Markt. So haben wir oft schon nach drei oder vier Monaten ein fertiges Produkt, zum Beispiel eine App oder eine andere Software-Lösung.

Übrigens, keine Sorge: Auch wenn der Begriff „Shark Tank“ auf den ersten Blick vielleicht etwas martialisch wirkt – bei uns ist noch kein Mitarbeiter wegen einer abgelehnten Idee den Haien zum Fraß vorgeworfen worden. :)

Einige Ideen stehen bereits

Ganz im Gegenteil: Denn Ideen sind unsere Hauptressource. Mehr als 600 sind in unserem Bereich seit April entstanden. Viele davon haben wir verworfen, die anderen setzen wir mit Hochdruck in die Tat um. Beispiel gefällig? Mit der SpaceMapping App lässt sich per Knopfdruck der freie Laderaum eines Trucks ermitteln. Die App gibt es seit Januar im Google Play Store und im Apple App Store. Eine weitere Idee, die gerade in der Implementierung ist: der „Vehicle Scanner“.

So sieht’s in unserem Shark Tank aus: Hier wird die Idee Vehicle Scanner vorgestellt.

Er erkennt durch Kameras und Sensoren den Zustand des Fahrzeugs, zum Beispiel Kratzer und Schrammen und speichert die Daten auf einer digitalen Plattform. Das macht die Fahrzeugübergabe schneller und effizienter.

Wichtig für uns ist es, immer wieder über den Tellerrand hinauszuschauen: Wir arbeiten mit Universitäten zusammen, sind bei Hackathons dabei und auf Messen und Kongressen vertreten. Außerdem setzen wir auf den intensiven Kontakt mit denen, die unsere Software am Ende einsetzen. Das Credo: Jeder im Team soll mindestens einmal pro Monat mit einem Kunden sprechen. So erfahren wir nebenbei auch aus erster Hand, wie unsere aktuellen Lösungen am Markt ankommen.

FleetBoard spart Zeit und Nerven

Unser FleetBoard Store für Apps, den wir auf der IAA 2016 mit 14 App-Prototypen vorgestellt haben, ist sehr gut angekommen. Die dort verfügbaren Anwendungen werden das Leben von Disponenten und Fahrern einfacher machen. Bald schon kann zum Beispiel ein Spediteur, der Kipper-Lkw im Fuhrpark hat, seinen Fahrern mit einem Mausklick die Schüttkegel-App zur Verfügung stellen. Sie spart beim Abladen von Schüttgut Zeit und Nerven, indem sie die genaue Abladefläche bemisst.

Um Ideen zu sammeln, schauen wir über den Tellerrand hinaus. Das Bild zeigt Teile des Teams auf der IAA.

Das gilt so auch für unsere Truck Parking-App, die Fernfahrer bei der lästigen Parkplatzsuche und der Planung ihrer Ruhezeiten unterstützt. Zu Mercedes-Benz Uptime haben wir auf der IAA ebenso viel positives Feedback bekommen. Indem wir Liegenbleiber vorbeugen, lösen wir eines der größten Probleme unserer Kunden.

Mir ist klar, dass viele der Ansätze, die wir bei Digital Solutions verfolgen, sich nicht eins zu eins auf die klassische Fahrzeugentwicklung übertragen lassen. Und natürlich werden wir auch in Zukunft keine Beta-Version unserer Trucks auf die Straße schicken. Hier werden Sicherheit und Zuverlässigkeit immer Vorrang vor Schnelligkeit haben.

Die digitale Geschäftswelt tickt anders

Bei nicht sicherheitsrelevanten Konnektivitätsanwendungen gelten aber andere Spielregeln. Wir alle kennen das aus eigener Erfahrung in der Nutzung von Apps. Kunden wollen schnelle Lösungen, die sie schon im Entwicklungsstadium benutzen können. Und auftretende Probleme lassen sich mit einem einfachen Update beheben.

Deutliche Steigerung der Fahrzeugverfügbarkeit durch Vernetzung

Die digitale Geschäftswelt tickt anders. Unser Ziel ist es, dass Mercedes-Benz Lkw in genau diesem Business Vorreiter ist – mit der besten Software, mit kurzen Entwicklungszeiten und vor allem kreativen Ideen, mit denen wir unseren Kunden einen echten Mehrwert bieten. Dafür brauchen wir Tempo, Mut und manchmal auch den einen oder anderen unkonventionellen Ansatz.

Die Voraussetzungen für uns könnten kaum besser sein: Mit FleetBoard verfügen wir über mehr als 15 Jahre Erfahrung im Geschäft und sind profitabel. Mehr als 180.000 Fahrzeuge sind schon mit FleetBoard vernetzt, darunter auch Lkw von Wettbewerbern. Weiterer Pluspunkt: Wir sind in intensivem Kontakt mit den Kollegen in Japan oder Nordamerika, wo Daimler Trucks mit Detroit Connect eine starke Marke im Markt hat.

Kein Tag ist wie der andere

Wir setzen zudem bei Mercedes-Benz, Freightliner und FUSO auf eine einheitliche Hardware, unser Daimler Trucks Data Center, und FleetBoard liefert den Kollegen in Übersee Tools für die Softwareentwicklung. So schaffen wir globale Synergien ohne dabei die spezifischen Anforderungen der einzelnen Märkte außer Acht zu lassen.

Sie sehen: Bei Digital Solutions passiert gerade jede Menge. Unser Geschäft ist schnelllebig und abwechslungsreich, kein Tag ist wie der andere. Machen Sie mit! Jede Idee zu digitalen Lösungen rund um den Truck ist bei uns an der richtigen Adresse. Schicken Sie einfach eine Mail: digital_ideas@daimler.com

Ich freue mich drauf!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie leitet seit knapp einem Jahr den Bereich Digital Solutions & Services bei Mercedes-Benz Lkw.

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