Meet Mercedes: Die Revolution des Messe-Auftrittes?

Haben Automobil-Messen in der Zukunft eigentlich noch eine Bedeutung? Ich mag es zu bezweifeln, zumindest werden sie sich verändern und eine ganz besondere Veränderung gibt es nun auch bei Mercedes-Benz. Aus der Vorabend-Veranstaltung zum Automobil-Salon Genf 2017 wurde ein Open-House-Veranstaltung mit dem Namen: „Meet Mercedes“

Vorab muss ich sagen: Ich liebe meinen Job und kann mir keinen besseren vorstellen. Ich arbeite mit den besten Produkten der Welt: mit Autos! Aus diesem Grund alleine kann ich mir nichts Bewegenderes vorstellen, als mich mit neuen und alten Fahrzeugen zu umgeben und über sie zu schreiben bzw. mit ihnen Videos zu erstellen. Es gibt aber Termine, die liegen mir eher nicht so und dazu gehören auch Automobil-Messen.

Mercedes-Benz SL 400 [Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,9 – 7,7 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 179 – 175 g/km]*

Volle Hallen, Kunstlicht, viele Menschen (einige sehr gestresst), pompöse Messestände und jeder Hersteller versucht – gefühlt – die Pressekonferenz der Mitbewerber zu übertrumpfen. Vermutlich gibt es aus dem Grund auch seit mehreren Jahren sogenannte Vorabend-Veranstaltungen, denn da hat ein Hersteller gebündelt die Aufmerksamkeit und muss sich diese nicht mit anderen Herstellern teilen.

Ich mag keine Messen mehr

Geständnis: Ich mag keine Automobil-Messen. Wobei, da muss ich zurückrudern: Ich mag sie nicht mehr. Als Kind liebte ich diese, sammelte Poster und Devotionalien und prägte so vermutlich auch schon frühzeitig meinen späteren Werdegang bzw. untermauerte meine Vorlieben für diverse Fahrzeugmarken und Modelle. Gibt es heute eigentlich noch Auto-Poster und Aufkleber auf Messen?

In der Ausbildung besuchte ich weiterhin die nationalen Automobil-Messen in Frankfurt, Hannover und Essen. Später folgten dann, aus beruflichen Gründen, die Automobil-Salons auf der ganzen Welt.

Das Messe-Konzept an sich hat sich kaum verändert. In einem bestimmten Zeitraum stehen die Exponate für die Messe-Besucher zur Begutachtung zur Verfügung, in der Regel werden diese inzwischen angereichert durch weitere Ausstellungsgegenstände, Sitzkisten oder Info-Displays. Moderner ist alles geworden, so wie die Fahrzeuge.

Keine zweite Chance auf den ersten Eindruck

Automobil-Messen, für mich als Automobil-Journalist, oft der Ort der ersten Begegnung mit neuen Fahrzeugen. Bei der Kommunikation gibt es in der Regel vorab Teaser-Bilder, dann die ersten Fotos, doch das erste Treffen, das vergisst man nie. Anschließend kommt zwar noch die erste Probefahrt und später der ausführliche Test. In der Regel hat man aber, vor allem nicht als Hersteller, keine zweite Chance auf einen ersten guten Eindruck.

Zeichnungen und Fotos sind schwierig, oft entscheidet hier der vorab ausgewählte Blickwinkel über die Wirkung. Aus dem Grund lasse ich lieber die Fahrzeuge selbst auf mich wirken, mache mir meinen eigenen Blickwinkel und auch meine eigenen Fotos.

Bis dato gleicher Aufbau

Dafür nutze ich die Presse-Tage von Messen und die sogenannten Vorabend-Veranstaltungen sehr gerne. In der Regel waren die bis dato, auch beim Daimler, immer gleich aufgebaut: Ein Vorstandsmitglied begrüßt die Gäste, in der Regel war das direkt, der von mir sehr geschätzte, Dr. Z! Anschließend fährt das Objekt der Begierde auf die Bühne, oft begleitet von einem musikalischen Show-Act. Danach gab es weitere Informationen zum Modell, Zeit für ein Fotoshooting mit Vorstand & Co und dann hieß es für mich: Warten!

Nach der Präsentation stürmen die anwesenden Gäste die Bühne und wollen das Fahrzeug sehen und erleben!

Antizyklisch unterwegs

Ich bin egoistisch, möchte das Fahrzeug alleine ablichten, es auch alleine begutachten und mir keine andere Meinung vorher anhören. Das eigene Bild machen, das Fahrzeug aus den eigenen Augen sehen und sich nicht beeinflussen lassen durch vermeintliche Kritikpunkte die man schon aus der Masse hört, ja das ist mein Bestreben und daher meide ich Pressekonferenzen auf den Automobil-Messen seit dem ich zu dem Medien-Zirkus dazugehöre. Ich laufe antizyklisch über die Messen der Welt und komme somit schneller zu meinem Ergebnis und zum selbst gesetzten Ziel: Fotos von den Fahrzeugen, ohne zu viele Mitmenschen auf dem jeweiligen Bild.

Das Warten hat ein Ende, DANKE!

Bei Vorabend-Veranstaltungen bedeutete das für mich bis dato: Warten! Doch das hat nun ein Ende. Meet Mercedes! Eine Open-House Veranstaltung. Keine große Enthüllung mehr, kein Show-Act – die reine Fokussierung auf die jeweiligen Produkte / Exponate. Dabei zahlreiche Experten für offene Fragen und ein offener Zeitplan. Hier in Genf standen die Fahrzeuge z.B. ab 14 Uhr bereit und ich möchte schon fast laut schreien: „DANKE!“

Mercedes-Benz E 300 Coupé [Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,0-6,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 160-147 g/km]* Mercedes-Benz E400 Cabriolet [Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,5-7,1 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 173-165 g/km]*

Wenn ich, als Automobil-Journalist, YouTuber und Automobil-Blogger eines bestätigen kann, dann ist es die stets perfekte und höchst professionelle Zusammenarbeit zwischen der Kommunikationsabteilung von Daimler und meiner Person.

Mein Credo: Geschichten erzählen und unterhalten

Ich bin kein Journalist geworden um Missstände aufzudecken oder andere an den virtuellen Pranger zu stellen. Ich wollte stets Geschichten erzählen, Menschen unterhalten und vor allem einen Mehrwert bieten. Der Leser bzw. der Zuschauer soll, nachdem er meine Beiträge gelesen oder angeschaut hat, mehr wissen oder sich wenigstens gut unterhalten gefühlt haben. Die Chance dazu bietet mir Daimler und das neue Meet Mercedes Concept gehört dazu, dass ich meine Arbeit noch effektiver gestalten kann. Denn:

Die modernste Form menschlicher Armut ist das Keine-Zeit-Haben.

Wir alle leben doch inzwischen im Dauer-Stress. Wir scannen e-Mails, lesen Texte quer und holen uns nur noch schnell die Informationen, die wir gerade haben wollen und sind wieder weg. Das Zitat stammt von Ernst Ferstl, ein österreichischer Schriftsteller, der wie die Faust aufs Auge passt. Denn wir haben alle keine Zeit mehr und mit dem Meet Mercedes Auftritt schenkt Daimler mir wieder etwas mehr Zeit, vielen Dank dafür!

Daimler hat das Open-House Concept sicherlich nicht erfunden, es auch nicht als erster Automobil-Hersteller veranstaltet, aber man muss nicht immer und überall der erste sein, entscheidend ist doch wer die Nr. 1 ist, wenn man später abrechnet, oder?


* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch“ neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter http://www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Jens Stratmann, Erstzulassung 1979, H-Kennzeichen. Die Haare zeigen es! Inzwischen etwas Patina angesetzt und Lack etwas stumpfer geworden. Nach einer Ausbildung zum Kraftfahrzeug-Mechaniker wechselte er in den Vertrieb. Anschließend suchte er dann aber doch eine neue Herausforderung und wagte den Sprung ins kalte Wasser: Bloggen als Selbstständigkeit! Das war vor nun fast acht Jahren. Viele Fehler habe er gemacht, vieles getan, was er inzwischen bereut, doch von seinen Fehlern profitieren inzwischen seine Kunden. Neben eigenen Projekten rad-ab.com/ und dem YouTube-Channel "Voice over Cars" ist er Social-Media Manager und erstellt Online-Content als freier Journalist.

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