Die 10 schönsten Details für das Jahr

Die zehn wichtigsten und unwiderstehlichsten Details bei Mercedes-Benz, die ich liebe, die unvergesslich sind und aus meinem Auto einen Brand Shaper machen. Also, wo hat Mercedes 1980 seine Sterne vergraben?

Stern 1: Entgegenkommend & schlau

Türgriff. Er ist entgegenkommend, und diese Bewegung ist Programm. Ich ziehe und er macht genau das, was man von einem Türgriff erwartet: er bewegt sich aus seinem blinkenden Ruhebett in Richtung Fahrer und kommt mir entgegen. Es ist die gebaute Metapher von einer Tür, die schneller aufgeht als die Tür selber. Irgendwie schlau, dieser Schlossbutler. Das Geräusch dazu ist auch sehr schön.

Stern 2: Weich & megabequem

Fahrersitz. Heutzutage gibt es welche mit Massagedingsbum, Nackenföhn und ergonomisch ausgeformter Muskulatur wie beim Bodybuilding-Körper. Mein Fahrersitz ist einfach genau das, was ich von ihm erwarte: megabequem, breit, flächig und total gemütlich. Schon allein die paar Millisekunden, die ich brauche, um in ihn reinzufallen, sind einfach pure Vorfreude, der Aufprall ist wie die Landung in Gänsefedern. Weich und großräumig. Der Po darf hier Po sein, sprich rund. Ich finde das sehr weit gedacht!

Stern 3: Yin & Yang

Keine Knöpfe. Danke für die Leerfläche unter dem Autoradio. Mehr muss man nicht sagen, denn hier gibt es nix zu drehen oder einzustellen, keine Knöpferitis. Allerdings sind da noch diese Geschwisterknöpfe, die ich bis heute nicht identifiziert habe (einer schwarz, einer weiss). Nur Deko?

Stern 4: Lamellen 4-ever

Für mich das Highlight pur. Wenn es nach mir ginge, könnte ich die im ganzen Mercedes Innenraum haben. Das Coupé bekommt so von innen noch gestalterischen Support, denn so sieht es aus, als wenn sich hinten schnittig der Wind verfangen würde und aus jeder leichten Böge ein segeltuchfeiner, eleganter Windstrahl um das Heck geschickt wird. Ultimatives ikonisches Mercedes-Benz Krönchen. Meine Schreibweise für das royale Detail. „La Mmmmhhhellen“, einfach köstlich!

Stern 5: Versteckt & geheim

Ein Detail, das unsichtbar ist. Ein Harry Potter Suchspiel. Öffnen Sie mal meine Motorhaube! Das ist ein Tresor, ich könnte alles unter dieser Motorhaube einschliessen, denn nur Kenner können sie öffnen. Diese Hebel-Lasche ist bestens versteckt. Ich werde nicht sagen, wo, denn das Geheimnis, was man unter der Haube hat bleibt da, wo es ist.

Stern 6: mega Effekt & wow

Scheinwerfer-Scheibenwischer. Ein schönes Wort! Diese Saubermänner a la Miniatur sind einfach unfassbar dekadent. Ich liebe sie. Winzig klein, schaffen nichts weg, kriegen nichts gewuppt, sind aber wie Wimperntusche: mega Effekt und wow! Allerdings habe ich meine Scheinwerfer-Scheibenwischer kalt gestellt, die haben häufiger dafür gesorgt, dass das Licht am Tacho etc. ausfällt. Das war mir auf Dauer auch zu dunkel.

Stern 7: Less is more

Kein Stern. Mein Auto hat keinen Kühler-Stern, das war zu Anfang irgendwie befremdlich, dass vorne nichts ist ausser dieses blaue runde Ding ist, von dem ich nicht weiß, wie es heißt. Aber da das ganze Auto soooo viel Mercedes ist, fast schon eine Überdosis an Eleganz und Coolness, braucht er gar keinen Stern. Less is more – in diesem Fall ein gutes Konzept.

Stern 8: Garage im Auto

Kofferraum. Einige haben einen Kofferraum. Ich habe eine Garage in meinem Auto. Das ist wirklich unfassbar, wie hier Platz erfunden wurde. Und es ist wie in jeder großen geräumigen Altbauwohnung: je mehr Platz, desto mehr Möglichkeit, Sachen zwischenzulagern. Allerdings nichts was auf Messietum hindeutet, sondern nur, das was ihm gut tun: sein Lieblingsöl, seine Waschlotion für die echten grossen Wischer (also ca. 20 durstige Liter im Voraus), jede Menge weiches Küchenpapier für Fliegenschiss-Entfernung und ca. 5 qm feinster Veloursteppich.

Stern 9: Tür zu

Fahrertür. Die Tür fällt zu. Von allein. Noch Fragen?

Stern 10: dicke Dinger

Rückscheinwerfer. Meine Rücklichter sind der kulturelle Höhepunkt in der Zeit vor LED. So was wie der Barock der Autoscheinwerfer, sehr bewegte Oberfläche und riiiiesig. Sie machen dem, der hinter Dir fährt klar, was Sache ist: hier sind wir – mit einem breiten Kreuz. Irgendwie oligarchisch, dicke Dinger die beiden. Wenn ich zuhause beim Rückwärtseinparken bremse, ist die ganze Häuserzeile rot. Damit sind die beiden Freunde von hinten genau das handfeste Gegenteil von den zarten Miniwischern vorne.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Aufgewachsen in Deutschland, groß geworden in Afrika und Indonesien. PR Volontariat in Hamburg, danach Studium der Kunstgeschichte in Düsseldorf abgeschlossen. Es folgte die Spezialeinheit bei Abels & Grey im Bereich Medienstrategie. Selbstständig seit 2003 als Texterin, nein, Textschwester! Zahlreiche Veröffentlichungen, Vorträge sowie Moderationen zu Kunst, Lifestyle. Mitglied in verschiedenen Jurys. Gründung des Studiengangs Modejournalismus an der Akademie Mode und Design, NRW. Neu: Content-Chefin vom neuen Axel Springer Piloten NRW Select 2015.

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