AMG – 50 Jahre und unzählige Geschichten: Teil 4

In unserer AMG Historienrunde machen wir nun Halt in den 90er Jahren. Ein Jahrzehnt, in dem sich das Affalterbacher Unternehmen dank starker Kooperationen im PKW- und Motorsport-Bereich kräftig vergrößert. Besonders in Erinnerung habe ich den damaligen Verkaufsschlager, den C 36 AMG.

Mit den von AMG in den 80er Jahren angebotenen Nischenprodukten sowie durch den anhaltenden Erfolg im Motorsport war die Zeit auch für eine Partnerschaft im PKW-Bereich reif. So konnte 1990 zwischen Mercedes-Chef Werner Niefer und Hans-Werner Aufrecht ein Kooperationsvertrag über eine umfassende Zusammenarbeit abgeschlossen werden.

Wachsende Bedeutung

Als erstes Fahrzeug kommt ab 1991 ein AMG Modell der Baureihen W 201/124 und R 129 als Komplettfahrzeug auf den Markt. Der MB-Produktionscode 990 weist die Baureihe bis heute als teilweise in Affalterbach montierte Originalfahrzeuge aus. Daneben bietet AMG auch im Direktgeschäft vielfältige und exklusive Modifikationen sämtlicher MB-PKW an.

Sogar für den Transporter MB 100 D konnten AMG-Spezifikationen bestellt werden. Wachsende Bedeutung kommt auch den Bereichen Accessoires, Zubehör und AMG Ausstattungspaketen zu.

C 36 AMG toppt alles

Ein wahrer Verkaufsschlager wird der C 36 AMG. Schon kurz nach der Markteinführung der neuen C-Klasse (W 202) übertreffen 1993 die Verkaufszahlen des ersten gemeinsam entwickelten Spitzenfahrzeugs alle Erwartungen. Da passt es auch gut ins Bild, dass Bernd Schneider 1995 mit der AMG C-Klasse den Gesamtsieg der DTM/ITC einfährt und den Erfolg der Kompaktklasse souverän unter Beweis stellt.

Als 1995 das Vieraugengesicht der E-Klasse (W 210) auf der Straße erscheint, ist der E 50 AMG die tonangebende Power-Limousine in der Oberen Mittelklasse, der rasch das T-Modell und später die E 55 AMG 4matic folgen. Auch bei den Off-Roadern gibt AMG wie gewohnt die Richtung vor.

Mit dem ML 55 AMG auf Basis der seit 1997 als erster deutscher SUV lieferbaren, zunächst nur in den USA produzierten M-Klasse, tritt ab 1999 der erste Power-SUV der Welt auf. Das Konzept erweist sich bis heute als Dauererfolg und ich bin mir sicher, dass wir noch einiges sehen werden.

Hubraumstärkster PKW mit Stern

Weiteres hochkarätiges Beispiel der dynamischen Synergie von AMG und Mercedes ist der anfangs modifizierte SL. Dieser ist seit 1991 als MB-Komplettfahrzeug AMG 500 SL 6.0 erhältlich. Dem folgte der SL 60 AMG. Der 6,0-Liter-V 8 leistet 280 kW (381 PS) und 286 km/h Topspeed.

1999 gibt es ihn als SL 73 AMG und ist mit einem 12-Zylindermotor der hubraumstärkte PKW mit Stern seit 1945. Aus 7.291 ccm holt er grandiose 386 kW (525 PS) bei 5.500 U/ min. Er beschleunigt in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – absolute Topwerte!

AMG als Markenzeichen

Regelmäßige Siege im Motorsport, wie etwa mit dem CLK-GTR, der die FIA GT-Meisterschaft 1997 gewinnt und den CLK 55 AMG für die Straße inspiriert, werden seit 1996 zuverlässig begleitet von den offiziellen Safety und Medical Cars aus Affalterbach. Mit der zunehmenden Bekanntheit der Marke erkennt das Bundespatentamt 1993 auch die drei Buchstaben als Markenzeichen von AMG an.

1999 übernimmt die heutige Daimler AG 51 % der Anteile von Hans-Werner Aufrecht und Dr. Wolfgang Bernhard wird erster Geschäftsführer der neu gegründeten Mercedes-AMG GmbH. Mit den sportlichen Spitzenmodellen der jeweiligen Baureihen werden jüngere, solvente Käufer in aller Welt neu auf die Marke aufmerksam. Ein Erfolg, der sich auch baulich zeigt. Die Eröffnung des Werks III im Jahr 1990 vergrößert die Kapazität der seit 1976 in Affalterbach ansässigen AMG und stellt die Weichen für die Zukunft.

Ihr wollt wissen, wie es weiter geht? Mehr dazu in Ausgabe 5, versprochen.

Teil III: AMG in den 1980ern
Teil II: AMG in den 1970ern
Teil I: Wie alles begann


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er kennt AMG in- und auswendig. Clauss begann in den 70ern als Mechaniker und betreut seit 2008 das Medienarchiv.

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