The New Spirit – Die Wiederbelebung

Detroit – „Das Exterieur ist wie die Liebe auf den ersten Blick, das Interieur wie eine Ehe“, höre ich von einem Daimler-Kollegen aus dem Designbereich, welcher zwischen den Journalisten steht. Ich stehe vor einem Mercedes, schaue bedeutungsschwanger und rätsle.

Ich befinde mich auf einer Mercedes-Veranstaltung im Rahmen der „North American International Auto Show“ (NAIAS), der größten Automobilmesse in den USA. Der latent hippe Veranstaltungsort des Journalistenprogramms ist eine ehemalige Metzgerei, die ebenso irgendwo in Berlin liegen könnte und heißt „Trinosophes“.

Es geht um die Wiederbelebung eines Mythos‘: Nämlich dem Mythos einer amerikanischen Stadt, die – nicht nur symbolisch – für legendäre Musik und die amerikanische Automobilindustrie steht: Detroit.

In ihren goldenen Zeiten des 20. Jahrhunderts der Nabel der Autowelt, später die perfekte Kulisse für Filme wie Batman, die einen Endzeit-Charakter versprühen. Vor wenigen Jahren, zu Zeiten des Bankrotts, wähnte man sich förmlich noch in Gotham City.

Hippes Detroit mit Do-it-Yourself-Mentalität

Aktuell liegt Detroit jedoch auf der Places-to-go-Liste der New York Times auf Platz 9. Was zwar auch nicht immer aussagekräftig sein muss. Doch spätestens das Faktum, dass sie 2015 als eine von lediglich 22 Städten auf der Welt zum Unesco City of Design ernannt wurde, sollte ein Fingerzeig sein, dass sich ein Besuch lohnt. In Anlehnung an den „Schwabentraum“ Berlin ist Detroit heute quasi mindestens ebenso „arm, aber sexy“.

Fachgespräche vor den „Mercedes-Kompakten“

Am folgenden Messetag treffe ich am Mercedes-Benz Stand erneut die Medien-Kollegen des Vortages. Sie scheinen – ebenso wie ich – noch unter dem Eindruck des sich revitalisierenden Detroit zu stehen und fachsimpeln mit den anwesenden Daimler-Mitarbeitern vor dem neuen GLA 250 4MATIC [Verbrauch:7,4–6,9 l/100 km|CO2: 172–103 g/km].

Ich vernehme Wortfetzen wie Rejuvenation (Verjüngung), Comeback und Revival. Deutlich jünger sei es geworden, eine viel größere Dynamik sei zu spüren. Neugierig lausche ich weiter. Im Cobo-Center sind zwar noch insgesamt fünf Mercedes-Messepremieren zu begutachten– unter anderem ein Mercedes-Benz E Coupé sowie drei weitere AMG-Modelle. Aber ich habe ja noch genügend Zeit.

Die Verjüngung der Marke

Während sie sich weiter austauschen, spüre ich gesteigerte Emotionen – das Thema scheint die Gemüter zu bewegen. Das Angebot sei größer, eine regelrechte Fitnesskur sei durchlebt worden. Optische Akzentuierungen seien überall wahrnehmbar, geradezu cool sei es inzwischen. Schließlich gäbe es ein zuverlässiges Fundament. Allmählich merke ich wie ich ebenso von der Leidenschaft der Diskutanten erfasst werde – Enthusiasmus kann ansteckend sein.

Als ich just zustimmen und einwerfen will, dass der Mies van der Rohe-District doch eine Preziose sei, man aber ebenso das Motown-Museum und das Detroit Institute of Arts besuchen müsse, höre ich: Unglaublich, diese Verjüngung der Marke Mercedes-Benz!

  • Das Durchschnittsalter der A-Klasse Kunden ist um 13,5 Jahre gesunken.
  • Der CLA hat in den USA die jüngsten Fahrer und den höchsten Frauenanteil.
  • Die Eroberungsrate der Kompakten in den USA beträgt mehr als 50 Prozent.
  • Mercedes hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 2 Millionen Kompaktfahrzeuge verkauft. Alleine im vergangenen Jahr rund 637.000.
  • Die Anzahl der Kompaktmodelle soll von fünf auf acht steigen.

Ich entscheide mich „überraschenderweise“ spontan, meinen Mund zu halten. Ähm ja. Natürlich geht es um die Kompakten von Mercedes-Benz und die Verjüngung der Marke.
Worum denn sonst?

Apropos GLA: vielleicht sollte man die Liebe auf den ersten Blick auch einfach heiraten.


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