Hackathon: Mehr als ein Programmierwettbewerb

Ich bin erst seit kurzem aus der Schule und habe bisher jede Möglichkeit ergriffen, um an einem der vielen Hackathons auf diesem Planeten teilzunehmen. So habe ich mich auch für die Teilnahme am Finale der Daimler-Hackathonserie im Silicon Valley beworben.

Das Silicon Valley ist mittlerweile fast jedem als die Hochburg für Innovation im Computerbereich bekannt. Jeder kennt die großen Firmen wie beispielsweise Apple, Google und Hewlett-Packard, die hier gegründet wurden. Umso größer war also die Freude bei mir, als ich – gerade von New York nach Washington gereist – auf meinem Bett sitze und die E-Mail lese in der steht, dass meine Bewerbung angenommen wurde. Zwei Tage später, auf dem Weg nach Chicago, stand ich allerdings immer noch auf der Warteliste um einem der Teams beizutreten. Langsam machte sich das Gefühl breit, dass ich mich zu früh gefreut habe.

Unsicher, ob ich überhaupt am Hackathon teilnehmen kann, entschied ich meinen Aufenthalt in Chicago abzukürzen und den Flieger nach San Francisco zu nehmen, um mir die Chance auf ein solches Erlebnis auf gar keinen Fall entgehen zu lassen. Im Flieger, kurz vor dem Einschalten des Flugmodus, erhalte ich die E-Mail, dass ein Platz in einem der Teams frei geworden ist. Ich war dabei!

Dabei sein ist alles

Ein Hackathon ist ein Event, dass man als „Programmierwettbewerb“ bezeichnen könnte. Auch wenn ich dieses Wort schon häufig benutzt habe, um schnell zu beschreiben worum es sich bei diesen mysteriösen “Computer-Events” handelt, an denen ich jetzt schon mehrfach teilgenommen habe, gefällt mir der Ausdruck als Beschreibung für einen Hackathon eigentlich überhaupt nicht. Denn es geht dabei nicht ums Gewinnen und auch nicht nur ums Programmieren. Dabei sein ist hier wirklich alles.

Eine ganz besondere Gemeinschaft

Ich muss zugeben, dass ich bei allen Hackathons und vor allem bei dem von Mercedes-Benz eine Gemeinschaft gespürt habe, die sonst schwer zu finden ist. Ganz entgegen dem typischen Nerd-Klischee! Jeder der sich für ein Event dieser Art bewirbt, hat eine Begeisterung und Freude für die kreative Arbeit an und mit Technologie. Selten gönnt man dem Gewinner eines Wettbewerbs den Gewinn so sehr, wie bei einem Hackathon. Hier wird wirklich gute Arbeit geleistet. Es werden echte Innovationen geschaffen. So etwas mitzuerleben ist einfach nur spannend.

Außerdem zählen für den Sieg bei weitem nicht nur Programmierfähigkeiten, sondern vor allem die Idee, konzeptionelle Arbeit und “Out-of-the-box”-Denken. Genau diese kreative Arbeit ist auch der Grund, weshalb sich immer wieder so viele Hackathon-Teilnehmer finden.

Trotzdem freut man sich, falls man einer der Gewinner ist und einen der Preise mit nach Hause nehmen darf. Aber das kann natürlich nicht immer klappen. Und so war es auch in Sunnyvale, der Heimat des Yahoo Hauptquartiers und Nachbarstadt des Apple-Campus. In Sunnyvale, genauer im Mercedes-Benz Research & Development North America (MBRDNA), fand nach Mittagessen, Autoshow und natürlich den obligatorischen Projektpräsentationen die Verkündung der Gewinner statt.

Bunte Truppe

Meine Gruppe war ziemlich bunt gemischt, da wir mit mir sowohl einen der jüngsten Teilnehmer und mit unserem Business-Experten einen der erfahrensten Teilnehmer hatten. Außerdem bestand unser Team neben dem Business-Experten aus zwei Designern und zwei Entwicklern.

Unsere Idee

Unsere Idee bestand aus einem Assistenten, der während der Autofahrt Geschäfte und Ähnliches in der Umgebung erkennt. Und somit mit To-Do-Listen, Kalendereinträgen und weiteren persönlichen Datenquellen abgleicht, damit der Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt nicht noch einmal losfahren muss. Nun ja, gewonnen haben wir leider nicht. Was wohl weniger an unseren technischen Fähigkeiten lag, als daran, dass wir alle ein wenig unterschiedliche Vorstellungen von einer optimalen Lösung hatten.

24 Stunden Projektarbeit

Trotzdem war mir das Event jeden Teil des Aufwandes wert, den ich betrieben habe, um teilnehmen zu können. Denn schon als ich am nächsten Tag in einer riesigen Garage in Menlo Park ankam, die mit dem Auto nur eine knappe Viertelstunde vom eindrucksvollen Hauptquartier von Facebook entfernt liegt, lagen Innovation und Kreativität in der Luft. In besagter Garage habe ich auch meine Teammitglieder gefunden, bevor wir 24 Stunden an unserem Projekt arbeiteten, um anschließend nach Sunnyvale ins MBRDNA zu fahren.

Ein starkes Team

Insbesondere als wir im MBRDNA auf die Preisverleihung warteten ist mir aufgefallen, was für ein starkes Team wir innerhalb von genau 24 Stunden werden konnten und wie viel ich nach dieser kurzen Zeit bereits über meine Teamkollegen wusste.

Viel mehr erfuhr ich innerhalb diesen 24 Stunden auch, dass Daimler wohl doch ein wesentlich innovativerer Konzern ist, als ich bislang annahm. Dem traditionsreichen deutschen Autohersteller hätte ich niemals zugetraut gleich mehrere Standorte im Silicon-Valley zu haben. Dieser Hackathon und der Besuch im modernen MBRDNA haben mich definitiv eines Besseren belehrt. Daher wurde mein Interesse an Software in der Automobilindustrie und dem Daimler Konzern geweckt.

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