Weihnachtsbaum für die Queen

Mitte November 2016, 11:00 Uhr, Coburg – Schloss Callenberg. Nein, wir starten hier (noch) nicht in die fünfte Jahreszeit. Hier wird in Kürze der Weihnachtsbaum für die Queen gefällt! Die Stadt Coburg hat eine lange geschichtliche Verbundenheit mit dem englischen Königshaus.

Der Ehemann von Queen Victoria, Prinzgemahl Albert war als gebürtiger zu Sachsen Coburg und Gotha‘ der berühmteste Sohn der Stadt. 1848 führte er die Tradition des Weihnachtsbaumes in England ein. Dieses Jahr hat die Heimatstadt Alberts an den Buckingham Palace den Wunsch herangetragen, Queen Elisabeth einen Weihnachtsbaum zu schenken.

Die Antwort des Königshauses ließ nicht lange auf sich warten. Schließlich wurde das Angebot im Namen ihrer Majestät sehr gerne angenommen. Das Projekt „Weihnachtsbaum für die Queen“ nahm in Coburg Fahrt auf.

Zahlreiche Sponsoren konnten gewonnen werden und den passenden Baum gab es im Callenberger Forst, der herzoglichen Forstverwaltung zu Sachsen-Coburg-Gotha. Doch die Vorgaben aus dem Hause der englischen Verwandtschaft hatten ihre Tücken.

Den Vorgaben entsprechend

Höhe des Baumes ca. 10-12 m und höchstens 4 m Breite! Da waren einige Rundgänge im Revier notwendig, bis ein geeignetes Exemplar gefunden wurde. Und jetzt ist es soweit. Der Weihnachtsbaum für die Queen – eine stattliche Nordmanntanne – wird heute im Callenberger Forst gefällt.

Unser Fotograf Deniz und ich haben uns mit Christian Schleicher, Kollege vom Vertrieb NFZ Bayern und Christoph Hofmann, Transportunternehmer aus Bad Rodach bei Coburg, am Parkplatz Schloss Callenbach verabredet. Beide sind erfahrene Lkw-Fahrer und werden den Weihnachtsbaum nach England bringen. Transportiert wird die wertvolle Fracht durch einen Mercedes-Benz Actros 1845 LS mit dreiachsigem Schiebeplanenauflieger (Curtainsider) – what else?

Auf den Actros ist Verlass

Wir begleiten den Actros auf seinem Weg in den Wald zu der Schonung, wo der Baum gefällt wird. Einige Spaziergänger und Jogger schauen uns etwas befremdend an, als wir mit dem Lkw die engen Forstwege entlang kommen. Des Öfteren ist Christophs ganzes Können gefordert, um den Sattelzug sicher an den gewünschten Standort zu bringen. Sowohl auf unseren Spitzenfahrer, als auch auf den Actros ist Verlass – das Fahrzeug erreicht die Schonung unversehrt.

Die Forst-Mannschaft erwartet uns schon und nach kurzer Absprache ist ein geeigneter Standplatz für den Lkw gefunden. Inzwischen sind weitere Medienvertreter, auch von Rundfunk und Fernsehen, aus dem Landkreis eingetroffen. Die Geschichte „Weihnachtsbaum für die Queen“ stößt auf großes Interesse.

Jetzt wird gefällt

Nach den Begrüßungsworten des Erbprinz Hubertus von Sachsen, Coburg und Gotha, beginnen die Männer und Frauen der Forst-Mannschaft mit den Fällarbeiten. Professionell wird die Motorsäge angesetzt, der Baum mit dem Kran abgesichert und die Nordmanntanne herausgehoben. Die Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, damit die Äste sich nicht verkeilen oder gar abbrechen. Vorsichtig bewegt sich das Holzrückefahrzeug mit dem Baum zum Lkw.

Die Schiebeplanen des Sattelaufliegers sind geöffnet und mit großem Einsatz und Geschick wird der Weihnachtsbaum sicher und unversehrt auf der Ladefläche des Lkws platziert. Die ganze Aktion verlangt allen Beteiligten den größten Einsatz ab – was hier mit einem Satz geschildert wird, ist harte, schweißtreibende Arbeit. Allen Beteiligten gilt großen Respekt!

Inzwischen ist es 16.00 Uhr. Die wertvolle Fracht wird auf der Ladefläche gesichert und die Schiebeplanen sorgfältig geschlossen. Die Ausfahrt aus dem Callenberger Forst verläuft problemlos, vorbei am Schloss, Richtung Betriebshof einer Spedition, wo der Lkw über Nacht sicher stehen wird.

12.11.2016, 12:30, Coburg, Albertsplatz

Mit leistungsstarken Partnern der Region, welche das sponsorengestütze Projekt mit vorangetrieben haben, verabschiedet die Stadt Coburg den „Weihnachtsbaum für die Queen“. Zahlreiche Medienvertreter und viele interessierte Bürger haben sich zur Verabschiedung auf dem Albertsplatz eingefunden.

Alle konnten sich davon überzeugen, dass sowohl die Nordmanntanne aus Coburg als auch die Weihnachtskugeln und der Glasschmuck aus den Werkstätten der renommierten Glasbläser-Stadt Lauscha in Thüringen, eine Augenweide vor dem Schloss Windsor abgeben werden. In der Heimatstadt Alberts sind alle Vorbereitungen abgeschlossen und der Actros mit seiner Fracht steht zur Abfahrt am Montagmorgen bereit.

14.11.2016, 05:00, Depot in Coburg

Welcome on board – der Actros verlässt Coburg in westliche Richtung. Die Route führt auf der B279 über die Rhön nach Fulda. Bei Sonnenaufgang wird der Aussichtpunkt Schwedenschanze (715 m) erreicht. Bei minus sechs Grad und zehn Zentimeter Schnee passiert der Actros die Anhöhe souverän … und der Baum friert!

Weiter geht’s auf deutschen Autobahnen über Frankfurt, Siegen, in Richtung Aachen, bis unser spezieller Transport schließlich seinen Zwischenstopp in Qudenaarde bei Gent in Belgien einlegt. Die Fahrt wird durch sehr starkes Verkehrsaufkommen aber auch durch ungeplante Überraschungen beeinträchtigt, denn das Mautgerät streikt am Grenzübertritt zu Belgien. Es ist keine Registrierung möglich. Ein neues muss am Rasthof erworben werden und wieder Stau. Für 10 km benötigt der Lkw über eine Stunde!

Mit Verspätung trifft der Transport aus Coburg in der belgischen Partnerstadt Qudenaarde ein. Der herzliche Empfang und die Gastfreundschaft lassen die Anstrengungen des langen Tages vergessen. Nach einer kurzen Pressekonferenz mit lokalen Medien und Fernsehsender, können alle interessierten Bürger den „Weihnachtsbaum für die Queen“ auf der Ladefläche des Aufliegers in Augenschein nehmen. Am Abend findet der Truck bei der örtlichen Feuerwehr einen sicheren Standplatz für die Nacht.

15.11.2016, Qudenaarde/Belgien

Um 07:00 Aufbruch in Richtung Calais – eine Strecke von ca. 170 km. Nach zweieinhalb Stunden Fahrtzeit trifft der Lkw um 09:30 im Hafen von Calais ein. Schon Tage zuvor wurde das Ticket für die Fähre um 10:45 gebucht, also genug Zeit, um alle Formalitäten abzuwickeln. Doch vor Ort gilt das Prinzip first come, first serve!

Eine endlose Schlange von Lkws wartet schon auf die Abfertigung im Hafen: Kontrolle der Papiere, das Durchleuchten der Lkw und auch Spürhunde kommen zum Einsatz. Der Zöllner schaut etwas ungläubig, als er auf den Frachtpapieren „XmasTree“ liest. Fahrer Christian zeigt ihm kurz das Bestätigungsschreiben des Buckingham Palace und der Actros hat freie Fahrt auf die Fähre.

Temperaturschock für den XmasTree

Um 11:20 heißt es endlich „Leinen los“. Es regnet leicht und für Landratten herrscht schon mittelprächtiger Seegang! Nach 90 Minuten – kurz vor 12:00 englischer Zeit – erreicht das Schiff den Hafen Dover. England empfängt seine Gäste mit Sonnenschein und 16,5 Grad – hoffentlich erleidet die Tanne keinen Temperaturschock!

Die Abfahrt vom Schiff und das Verlassen des Hafens Dover verläuft problemlos. Die ersten „roundabout“ unmittelbar nach der Hafenausfahrt-  sind für den Fahrer noch etwas gewöhnungsbedürftig. Immer schön links bleiben heißt die Devise!

Auf der M25 geht es in Richtung Windsor – bei geringem Verkehrsaufkommen kommt der Actros zügig voran, noch einige Fotostopps auf der Strecke und am Spätnachmittag trifft der Actros am Schloss Windsor ein. Die „House Security“ des Palastes leitet den Lkw zu einem eigenen, bewachten Busparkplatz – der Weihnachtsbaum steht ab jetzt unter königlichem Schutz.

16.11.2016, Schloss Windsor

06:00 Ortszeit – das „Garden Team“, zuständig für die königlichen Anlagen in Windsor, begleitet den Lkw zu der Abladestelle, wo der Weihnachtsbaum aufgestellt wird. Die Schiebeplanen des Aufliegers werden geöffnet und der Autokran eines örtlichen Betreibers hebt den Baum vorsichtig von der Ladefläche. Der Stamm wird in die vorgesehene Halterung eingepasst und schon steht die Nordmanntanne an ihrem Platz. Noch ausrichten – wackelt, hat Spiel, passt – und der Baum sitzt bombenfest in der Verankerung. Auch die „Chief Security of Royal Family“ vergewissert sich von der Standfestigkeit des Baumes.

Christian Schleicher und Christoph Hofmann haben den Weihnachtsbaum für die Queen sicher in Windsor abgeliefert. Vielen herzlichen Dank für das tolle Engagement. Der Actros wird nun von den beiden wieder nach Coburg zurückgefahren.

Schönmachen mit Bubbles und Lichterketten

Zeitgleich beginnt das Dekorationsteam von der Glasbläser-Stadt Lauscha mit der Arbeit. Mit Hilfe einer Hebebühne werden alle mitgelieferten Lichterketten und die 2000 Glaskugeln (bubbles) an der Tanne angebracht. Das Schmücken des Baumes erfordert viel Zeit und wird mit größter Geduld und Liebe zum Detail durchgeführt.

Vor dem Schloss Windsor steht die prächtige Nordmanntanne aus Coburg, geschmückt in voller Pracht und leuchtet mit dem Schloss um die Wette. Der erfolgreiche Abschluss des Projektes erfüllt jeden Beteiligten mit Stolz.

Zudem wurde diese Aktion mit so viel Herzblut und Freude durchgeführt, da bleibt nur festzustellen:

es weihnachtet sehr …


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