„IAA-Tagebuch“: Mein Einsatz für Setra in Hannover

Alle zwei Jahre findet in Hannover die Nutzfahrzeuge IAA statt. Dieses Jahr hatte ich die einmalige Chance, dort als „Explainer“ für Setra zu arbeiten. Die Vorbereitungen und meine Erlebnisse habe ich in diesem Tagebuch aufgeschrieben.

Derzeit absolviere ich bei EvoBus in Neu-Ulm ein duales Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen. Bereits vor gut einem Jahr gab es die Anfrage vom Orga-Team, ob nicht einige Studenten Lust hätten, auf der IAA mitzuhelfen.

Backgroundwissen als Explainer

Für drei meiner Kolleginnen und mich hat der Termin zeitlich optimal gepasst und so haben wir etwa ein halbes Jahr vor der Messe mit den Vorbereitungen begonnen. Neben einigen organisatorischen Dingen wurden wir vor allem geschult, um Fragen zu den ausgestellten Bussen zu beantworten und die Highlights den Besuchern präsentieren zu können. Genau das ist nämlich unsere Hauptaufgabe als „Explainer“.

Montag: Kleinstadt IAA als Arbeitsplatz

Morgens um vier Uhr klingelt der Wecker, schnell fertig machen und dann ab nach Hannover, denn zur Mittagszeit werden wir schon auf der Messe erwartet. Und dort bin ich erst mal richtig beeindruckt! Als Teil des Daimler Konzerns stehen unsere Busse zusammen mit den Trucks und Vans in einer riesigen Halle, in der sogar ein zweiter Boden und hinter den Kulissen unzählige Räume und Gänge auf zwei Geschossen errichtet wurden. Eine eigene kleine Stadt, die für die nächsten Tage unser Arbeitsplatz sein wird.

Mittwoch: Wiedersehen mit Auslandskollegen

Heute wird die IAA für die Presse geöffnet. Da die Journalisten hauptsächlich an den Pressekonferenzen interessiert sind, ist es tagsüber noch relativ ruhig. Das sieht abends aber ganz anders aus, denn beim traditionellen „Get together“ ist das ganze Standpersonal eingeladen. Büfett, Snacks, Getränke, Musik, … das kann man als Schwabe nicht ablehnen. ;-)

Außerdem ist so eine Messeveranstaltung eine gute Gelegenheit um Kollegen wieder zu treffen, die man schon länger nicht gesehen hat. Anfang des Jahres habe ich eine Praxisphase bei Mercedes-Benz Indonesia in Jakarta absolviert und so kam es, dass ich heute zufällig meine ehemaligen Kollegen aus Indonesien wiedersehen konnte, da ein kleiner Teil des Teams die IAA besucht hat.

Donnerstag: Begeisterung vs. Schmerzen

Es ist schon der vierte Tag in Hannover, aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Heute ist der erste offizielle Besuchertag und es macht von Anfang an richtig Spaß, denn im Gegensatz zu gestern ist von Beginn an Betrieb in unseren Bussen. Viele Besucher schauen sich um und haben Fragen zu den Bussen. Andere wollen einfach nur erzählen, wie gut ihnen das Fahrzeug gefällt und welche Strecken sie damit schon gefahren sind.

So eine Begeisterung für unsere Setra Busse steckt natürlich an und man vergisst ziemlich schnell die schmerzenden Füße und den Rücken.

Am Ende des Tages kam dann noch ein besonderer Gast vorbei. Mitten in einer Traube aus vielen Anzugträgern sah man lässige Sneaker, Jeans und einen weißen Schnauzbart: Dr. Zetsche schaute sich die Neuheiten an und kam auch kurz bei uns vorbei um Hallo zu sagen. Coole Sache!

Sonntag: Lieber Stress als Langeweile

Puh, was für ein Wochenende! Gestern und heute waren natürlich mit Abstand die meisten Besucher auf der Messe unterwegs und auch unsere Halle war erwartungsgemäß den ganzen Tag lang voll. Das heißt nicht nur, dass man immer wieder dieselben Fragen zu den Bussen beantworten muss, sondern man muss gleichzeitig auch seine Augen überall haben. Denn einerseits gibt es immer wieder besonders „interessierte“ Besucher, die den Bus am liebsten auseinander bauen würden und ihren Kopf in die engsten Winkel des Fahrzeugs stecken um Fotos von einzelnen Bauteilen machen zu können.

Andererseits sind auch viele Familien mit kleinen Kindern unterwegs, die den Bus eher als Spielplatz oder Spielzeug betrachten. Darunter hatten vor allem die Sonnenblenden zu leiden, die häufig mit der Hand herausgezogen wurden, obwohl sie eigentlich elektronisch funktionieren. Trotzdem überwiegt aber eindeutig der Spaß, selbst am völlig überfüllten Wochenende, denn Langeweile ist deutlich schlimmer als ein bisschen Stress.

Montag: Erlebnis für alle Sinne

Heute habe ich zum ersten Mal die Möglichkeit, mir auch andere Ausstellungen der Messe anzuschauen und natürlich geht da der erste Weg zur Konkurrenz. Was dabei als erstes auffällt: Daimler ist der einzige Hersteller, der eine komplette Halle für sich allein hat. Wer bei uns zu Gast ist, taucht komplett in die Daimler-Welt ein und es ist nichts anderes mehr zu sehen oder zu hören – ein richtiges Erlebnis für alle Sinne.

In den anderen Hallen sehen die Stände eher aus, wie man sie sich typischerweise auf einer Messe vorstellt. Lange gerade Gänge, auf denen man durch die Hallen läuft und von Stand zu Stand marschiert. Langweilig!

Dienstag: Live auf Facebook

Vor einigen Tagen haben mich zwei junge Kolleginnen aus der Zentrale in Stuttgart kontaktiert. Die beiden sind verantwortlich für die Daimler Career Social Media Kanäle und für heute haben wir einen Termin vereinbart. Im Zuge eines Facebook Live Videos soll ich interviewt werden! Zusammen mit einem weiteren Kollegen treffen wir uns also am neuen „Future Bus“, besprechen kurz den Ablauf und dann geht es schon los. Da bleibt gar keine Zeit, um nervös zu sein!

Nach wenigen Minuten ist auch alles schon wieder vorbei und schon Sekunden danach erreichen mich die ersten Nachrichten von Zuhause. Mittlerweile hat das Video sogar schon über 5.000 Views. Wahnsinn! Mein Interview, sowie viele weitere Eindrücke von der Messe, könnt ihr euch übrigens hier anschauen: https://www.facebook.com/daimlercareer/

Freitag: Fertig aber glücklich

Ich bin wirklich froh, dass es jetzt vorbei ist. Die letzten 12 Tage waren richtig anstrengend und jetzt freue ich mich erstmal auf mein Bett. Trotzdem war es ein riesiger Spaß, den wir als Team gemeinsam auf der IAA hatten. Ich kann jedem nur empfehlen die Chance zu nutzen, wenn sie sich ergibt, und solche Ereignisse mitzunehmen. Es lohnt sich!

 


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Derzeit absolviert er bei EvoBus in Neu-Ulm ein duales Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen. Aktuell befindet er sich im dritten Semester. Felix Lüdtke hat seine Praxisphase in Deutschland im Einkauf Powertrain, in der Logistik und im After Sales gemacht. Außerdem war er für einen Praxiseinsatz in Jakarta (Indonesien) im Sales & Marketing tätig. Auch weiterhin ist er offen für neue Herausforderungen und würde gerne längerfristig im Ausland arbeiten.

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