Hack.IAA: Ein Chatbot für smarte Logistik

Wenn Leute hören, dass wir beim Hack.IAA teilgenommen haben, fragen viele erstmal, ob wir die IAA gehackt hätten oder was überhaupt dahinter steckt. Aber nein – kriminell ist das Ganze überhaupt nicht. Der Hack.IAA ist Teil der globalen Hackathon-Serie „DigitalLife-Campus“. Dieses Mal fand das Ganze auf der Nutzfahrzeugmesse in Hannover statt.

Passend dazu ging es um User Experience und Smart Logistics. Ziel des Wettbewerbes war es, innerhalb von 24 Stunden eine Idee zu einem der beiden Themen zu entwickeln und in einen Prototypen umzusetzen. Die Resultate daraus wurden vor Publikum präsentiert. Insgesamt gingen neun Teams mit je zwei bis vier Personen an den Start. Die meisten Teams haben sich bereits vor dem Event zusammengefunden, die Teamkonstellation hat sich aber teilweise noch beim Brainstorming vor Ort verändert.

Vorbereitungen zum „RoadBot“

Wir von „RoadBot“ studieren alle gemeinsam Informatik im dritten Semster am Karlsruher Institut für Technologie und sind aktive Mitglieder bei der PionierGarage, einer studentischen Hochschulgruppe, die im Bereich Entrepreneurship und StartUps unterwegs ist. Von dort kennen wir uns und wissen, dass wir dieselben Interessen teilen. Somit war klar, dass wir gemeinsam an diesem Event teilnehmen werden.

Team RoadBot: Daniel Liebler, Frederic Tausch, Simon Böhm, Jan Bauer

Team RoadBot: Daniel Liebler, Frederic Tausch, Simon Böhm, Jan Bauer

In den zwei Wochen vor der Veranstaltung beschäftigten wir uns viel mit den Themen und trafen uns zum gemeinsamen Nachdenken. Selbst die Busfahrt nach Hannover wurde zum Brainstorming genutzt. Obwohl wir viele spannende und teilweise auch verrückte Konzepte entwickelten, konnten wir uns vor Beginn nicht auf eine Idee einigen.

Am Montagmorgen um 8:00 Uhr wurden wir vor dem Haupteingang der IAA begrüßt. Der Hackerspace, der für uns vorbereitet wurde, lag in einem Bereich etwas entfernt vom großen Besucherstrom, sodass wir in Ruhe arbeiten konnten. Es wurde alles Mögliche an Hardware wie Modellequipment, Sensoren, Mikrocontroller bereitgestellt um seinen Hack auch ansprechend demonstrieren zu können. Das notwendige Know-How brachten die Teilnehmer ja bereits selbst mit.

IAA Nutzfahrzeuge: Transportsysteme der Zukunft

Einem erfolgreichen Hackathon stand also nichts mehr im Wege. Bevor der Countdown auf 24 Stunden gestellt wurde, bekamen wir noch jede Menge Input und Inspiration mit auf den Weg. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Neben Impulsvorträgen von Daimler-Experten aus dem Nutzfahrzeug-Bereich, hatten wir anschließend nochmals die Möglichkeit für eine exklusive Standführung und Austausch mit Experten. Dabei wurde uns Teilnehmern verschiedene zukunftsweisende Konzepte präsentiert.

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Diejenigen darunter, die uns am meisten fasziniert haben, waren der Vision Van, ein elektrisch betriebener, automatisierter und vollvernetzter Transporter von Mercedes-Benz Vans, der die Zustellung auf der letzten Meile revolutioniert. Der Mercedes-Benz Urban eTruck als erster vollelektrischer LKW seiner Klasse mit einer Reichweite von 200 Kilometern, sowie der halbautonom fahrende Mercedes-Benz Future Bus, der die User Experience des Busfahrens auf ein neues Level hebt.

Die Erkenntnis die wir aus den gewonnenen Eindrücken zogen war, dass die Transportsysteme der Zukunft stark vernetz sind und großen Wert auf intelligentes Design legen.

Beeindruckend: Fleetboard

Besonders inspiriert wurden wir als Team durch FleetBoard. FleetBoard ist die Plattform zum Flottenmanagement, auf der alle im Fahrzeug anfallenden Daten gesammelt und organisiert werden. Aus angeregten Unterhaltungen mit FleetBoard-Mitarbeitern, die sich dafür interessierten was wir vorhaben, erfuhren wir, dass diese Daten ab November über Schnittstellen zugänglich sind. FleetBoard wird somit zu einer für Entwickler offenen Plattform ähnlich wie Android und iOS. Ab da stand fest, dass wir nur noch auf diesen riesigen Datenpool aufbauen müssen.

Unsere Idee: „RoadBot“ – Chatbot für smarte Logistik

Der Countdown wurde um 12:00 Uhr gestartet und die 24 Stunden begannen unermüdlich gegen Null zu schmelzen. Da wir von den ganzen Impressionen der Messe beflügelt waren, hatten wir uns zum Brainstorming zusammengesetzt, um die Idee des „RoadBot“ gemeinsam zu durchdenken. Dabei hat uns der direkte Austausch mit den FleetBoard-Mitarbeitern sehr geholfen.

Was kann der RoadBot?

„RoadBot“ ist ein Chatbot, der die Effizienz von Unternehmen in der Logistikbranche steigert und die Kundenbindung erhöht. Ein ChatBot funktioniert ähnlich einem normalen Chat in einer Messaging-App wie beispielsweise WhatsApp, nur, dass statt einer realen Person eine Maschine auf die Nachrichten antwortet und Informationen bereitstellt.

Er gibt dem Kunden die Möglichkeit, über eine Nachrichtenschnittstelle mit seiner Lieferung zu kommunizieren. So kann er die aktuelle Position abfragen, die Einhaltung der Kühlkette sicherstellen und benachrichtigt werden, sobald die Lieferung ankommt. Außerdem kann er unkompliziert Feedback an den Flottenmanager verschicken.

All das funktioniert mit Daten, die Daimler Trucks und Vans aktuell bereits sammeln. Die Benutzung des RoadBots benötigt somit keine zusätzlichen Downloads und keine Einarbeitungszeit – er setzt auf einem bereits installierten Messenger auf.

Teamaufteilung nach Fähigkeiten

Da wir im Team alle „Techies“ sind und wir uns nicht in technischen Details verlieren wollten, haben wir uns nach unseren Fähigkeiten auf die zu erledigenden Tätigkeiten aufgeteilt:

Simon Böhm und ich haben die Anwendungssoftware entwickelt, die auf einem Messenger basiert und über die der Benutzer mit dem System kommuniziert. Der Prototyp sollte durch live gewonnene Daten gestützt werden und daher hat Daniel Liebler ein Modellauto mit Sensoren ausgestattet und diese über eine Schnittstelle bereitgestellt. Frederic Tausch hat sich um die Koordination des gesamten Projektes, sowie dem Vorantreiben der Idee gekümmert und die Grundsteine der Präsentation gelegt.

Jan Bauer, Daniel Liebler, Frederic Tausch, Simon Böhm

Auf die Plätze, fertig, Hack

Nachdem die wichtigsten Details geklärt waren, legten wir zügig mit der Umsetzung los. So saßen wir dann viele Stunden vor unseren Laptops und hackten vor uns hin.

Zahlreiche kompetente Mentoren aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens (Daimler Trucks, Daimler FleetBoard, Daimler Buses, Mercedes-Benz Vans und DigitalLife@Daimler) standen uns während den zwei Tagen beratend zur Seite, was uns sehr half, der Idee den letzten Feinschliff zu geben.

Die Zeit verging rasch und auch die IAA leerte sich, sodass wir ab 20 Uhr komplett allein waren. Dank unserer Veranstalter-Tickets konnten wir auf dem Messegelände bleiben und bis spät in die Nacht weitermachen.

Drei Stunden Schlaf müssen reichen

Gegen 03:00 Uhr hatte sich der Hackerspace bis auf ein paar koffeingetriebene Programmierer komplett geleert, da man zum produktiven Arbeiten einfach zu müde war. Alle hatten sich in die Chillout Area auf eine Couch oder in einen, für Hackathons obligatorischen, Fatboy-Sitzsack gelegt. Bevor man sich kurz drei Stunden schlafen gelegt hat, konnte man noch einen Rundgang über das Messegelände unternehmen.

Am Morgen hieß es: Schnell Frühstücken, um danach noch die letzten Züge zu machen. Kurz vor Ablauf des Countdowns am Dienstag um 12:00 Uhr wurde es auf einmal etwas hektisch, da alle noch Optimierungen an ihren Prototypen für die Präsentation vornahmen.

Die Pitches

Die Pitches wurden abschließend vor den Daimler-Mentoren geprobt, um wertvolles Feedback zu erhalten. Dabei haben wir auch bemerkt, wie schwierig es sein kann eine Live Demo einzubauen.

Jedes Team durfte seine Idee innerhalb von drei Minuten, passend zum Motto „Startup meets Industry“  im Konferenzbereich der New Mobility World Logistics in Halle 19 vor 50-100 Leuten präsentieren. Aus den durchweg super Pitches, die gezeigt haben, wie viel man in 24 Stunden erreichen kann, wurden drei Final-Teams ausgewählt, die nochmals auf der Daimler Truck Messebühne in Halle 14 pitchen durften.

Erfreulicherweise waren wir dabei. Diesmal waren wir noch ein wenig aufgeregter, da wir nun vor 200-300 Messebesuchern auftraten. Und dies macht man ja nun nicht jeden Tag.

Der Sonderpreis

Zu unser aller Freude hat sich die Jury für unsere Idee begeistert und uns nach der abschließenden Präsentation den Sonderpreis dafür überreicht. Nun dürfen wir uns über eine Einladung von DigitalLife@Daimler zum Mobile World Congress in Barcelona freuen, auf dem wir sicher noch mehr spannende Technologien entdecken werden.

Unser Feedback

Wir hatten zwei aufregende Tage auf der Messe in Hannover und wurden in einer top Location super von den Mentoren betreut! Besonders toll fanden wir es, sich ganze 24 Stunden lang einfach auf ein Projekt fokussieren zu können und sich – dank der guten Organisation und des leckeren Caterings – keine Gedanken um andere Dinge machen zu müssen.

Durch die offene Atmosphäre unter den Teams, mit denen man sich über Ideen ausgetauscht hat, sowie den Mentoren, die gutes Feedback gegeben haben, konnten wir gemeinsam das Beste aus den 24 Stunden herausholen.

Durch den Kontakt zu Gleichgesinnten, haben wir viele spannende Einblicke in die Szene erhalten und wieder einiges Neues gelernt. Zudem war es auch eine super Gelegenheit ungezwungen mit der Personalabteilung in Kontakt zu kommen und sich über Einstiegsmöglichkeiten auszutauschen.

Das Team von RoadBot möchte sich nochmals herzlich bei DigitalLife@Daimler und allen Mentoren und Experten für dieses coole Event bedanken. Wir sind schon alle heiß auf den nächsten Hackathon!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er studiert im dritten Semester Informatik am Karlsruher Institut für Technologie. Zudem ist er Marketingvorstand bei der PionierGarage (Hochschulgruppe am KIT für Entrepreneurship und StartUps) und interessiert sich für Web- und App Design.

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