Managementberatung, Werksarzt und „Was mit Medien“

Medien? Und was machst du dann bei Daimler? Eine Frage, die ich während meines Praktikums im OMCD öfters zu hören bekam und die ich mir zu Beginn selbst ab und zu stellte. „OMCD, was ist das denn und was machen die genau?“, ploppt jetzt vielleicht in Ihrem Kopf auf. Auch das habe ich mehr als einmal während den sechs Monaten gehört.

Wofür steht OMCD? Klar, Autos bauen steht bei Daimler an erster Stelle. Darüber hinaus bietet der Stern aber noch viel mehr: Das Operational Management Counsel Department, kurz OMCD, ist die interne Beratung bei Daimler Trucks zum Thema Lean Management und Projektmanagement. So weit, so gut. Medien und Kommunikation sind somit wirklich nicht der Hauptaufgabenbereich dieser Abteilung, obwohl meine Praktikumsstelle im Bereich „Interne Kommunikation und Events“ ausgeschrieben war.

Wenn nicht Medien, was dann?

Was Lean Management genauer bedeutet, war mir zu Beginn meines Praktikums auch noch nicht so ganz bewusst:

Irgendwas mit schlanker, schneller, besser, das waren die Begriffe, die mir dazu einfielen.

Genauer gesagt betreut das OCMD mit diesen Methoden neben der Produktion auch die gesamte Lieferkette und die administrativen Bereiche. Es bildet zum fachlich anerkannten und zertifizierten Lean Experten aus, führt Trainings zum Thema Lean Management durch und steht in puncto Projektaufsatz zur Seite.

Bis man da mal durchgeblickt hat und versteht, was die einzelnen Bereiche eigentlich bedeuten und wer da welche Aufgabe hat, dauert es seine Zeit. So war es zumindest bei mir als Studentin der Medienwissenschaft (Sie wissen schon, „was mit Medien“), die vorher noch nie mit diesen Themen in Kontakt gekommen war. Und dann darüber berichten und kommunizieren, als wäre man eine echte Expertin auf dem Gebiet? Eine Herausforderung.

Zeit den Horizont zu erweitern

Doch gerade das machte die Zeit in dieser Abteilung für mich so spannend: Dinge und Themen kennen lernen, von denen ich vorher vielleicht noch nie gehört oder nur wenig Ahnung hatte. Und die fortan in meinen Arbeitsalltag mit einflossen, wie zum Beispiel das tägliche Shopfloormanagement. Ja, auch im Kommunikations- und Eventbereich kann das hilfreich sein!

Was das OMCD ausmacht, ist vor allem die Globalität: Das internationale Team und der Kontakt zu Kollegen im Ausland, darunter Brasilien, Japan oder die Türkei, bereicherte jeden Arbeitstag. Denn um die Themengebiete und Projekte in diesem Bereich besser verstehen zu können, tauschte ich mich oft mit den Beratern, Trainern und Projektmanagern aus. Dabei habe ich viel über die Abläufe und Methoden in der Produktion, im administrativen Bereich und im Projektmanagement erfahren und verstanden. Es geht doch nichts über einen erweiterten Horizont!

Je mehr ich die Aufgaben und den Aufbau des OMCD verstand, desto größer wurde auch die Motivation. Ich wollte den Arbeitsbereich von Daimler Trucks & Buses anderen Menschen, denen es vielleicht ähnlich geht wie mir zu Beginn, verständlich machen. Neben diesen fachlichen Themen habe ich in den sechs Monaten aber auch viel über die Kommunikation und den Aufbau des Unternehmens generell gelernt.

Meine Aufgabenfelder

Um nochmals auf die Anfangsfrage zurück zu kommen: Was mache ich hier eigentlich? Dazu kann ich mit Stolz auf eines meiner Aufgabengebiete in den sechs Monaten verweisen, das dazu mehr erzählt und noch ungeklärte Fragen beantwortet. Denn neben dem Verfassen redaktioneller Beiträge, der Erstellung des Newsletters und Unterstützung beim Mediaplan für ein großes Event in den USA, war die Neugestaltung der OMCD-Homepage eine meiner Hauptaufgaben während des Praktikums. Für dieses Arbeitspaket hieß es zunächst:

Konzipieren, Ideen sammeln, Best Practices suchen

Anschließend mussten Texte und Grafiken für die Umsetzung erstellt werden. Nach und nach gehen immer mehr der neuen Seiten online und die Freude ist jedes Mal groß, wenn die Liveschaltung ohne Probleme funktioniert. Mein Favorit der neuen Homepage: Die Bewerberseite, für die ich einige Kollegen fotografieren durfte. Sieht toll aus, ist persönlich, und der Job als Model war sicher eine kleine Abwechslung zum sonstigen Arbeitsalltag.

OMCD Homepage

Wie mein eigener Fachbereich

Es ist das Gesamte, das mein Praktikum hier zu einer tollen Zeit werden ließ: Erfahrungen im eigenen Fachgebiet zu sammeln, aber auch mehr über ein Gebiet zu erfahren, von dem ich anfangs nicht viel Ahnung hatte und der mit Kommunikation nicht viel zu tun hat. Lernen, darüber zu berichten, als wäre es der eigene Fachbereich. Die Unterstützung und das positive Feedback der Kolleginnen und Kollegen, das zeigt, dass die eigene Arbeit geschätzt und anerkannt wird, auch wenn man als „Kommunikationsmensch“ im OMCD eher ein Ausnahmefall ist.

Erfahrungen: positiv²

Meine ersten Erfahrungen im Unternehmen Daimler bleiben mir auf jeden Fall positiv im Gedächtnis. Mir ist bewusst, dass keine Werbung für die Abteilung besser klingen könnte. Und dass der Verdacht aufkommt, mein Chef hätte mich darauf angesetzt, ausschließlich positives zu berichten. Doch es kommt tatsächlich aus tiefstem Herzen und ist meine ehrliche Meinung – sorry dafür!

Vom Praktikum zum Werkstudent

Und jetzt wieder etwas ganz anderes: Seit Anfang September bin ich als Werkstudentin im Werksärztlichen Dienst in Sindelfingen tätig. An einem Tag noch Praktikantin in der internen Beratung und am nächsten Tag schon Werkstudentin beim Werksarzt. Der Wechsel erfolgte wirklich rasant.

Doch schon während meines Praktikums wurde mir klar: Mein Weg bei Daimler sollte auch danach weitergehen. Da ich mit meinem Studium noch nicht fertig bin, bot sich eine Stelle als Werkstudentin an. Sicherlich war es von Vorteil, schon im Unternehmen drin zu sein und ein angelegtes Profil im Mitarbeiterportal zu haben. Und auch der Einstieg fiel mir aufgrund meines vorherigen Praktikums nicht schwer.

Man ist halt schon mit den Prozessen und Abläufen bei Daimler vertraut.

Vom Lean Management zur Reisemedizin

Werksärztlicher Dienst

Beim Werksarzt

Was macht man im Werksärztlichen Dienst eigentlich so? Neben der arbeitsmedizinischen Vorsorge umfassen die Aufgaben auch die Akut- und Notfallmedizinische Versorgung, die Betriebliche Gesundheitsförderung, Ergonomie, Integrationsmanagement und Sozialberatung. Statt mit Lean Management beschäftige ich mich jetzt zum Beispiel mit dem Thema Reisemedizin.

Viele Mitarbeiter des Unternehmens sind häufig auf Dienstreisen im Ausland. Hier berät der Werksärztliche Dienst präventiv und führt gegebenenfalls Impfungen durch, um eine Ansteckung mit Krankheiten, die in bestimmten Regionen wie z.B. Asien verbreitet sind, von vornherein zu verhindern.

An den zwei Tagen die Woche, die ich in Sindelfingen – oder auch Sifi wie der Daimler-Mitarbeiter so schön sagt – verbringe, darf ich mich auch hier meinem Spezialgebiet widmen. Kommunikation für den Werksarzt, Texten von Informationsflyern und die Organisation von Besprechungen und Meetings gehören zur Tagesordnung.

Ich bin hier noch ganz am Anfang, aber ich merke auch in diesem Bereich, dass ich viel Neues lerne

Und nein, ein weißer Kittel ist keine Pflicht. Zumindest nicht für mich.

Die Arbeit bei Daimler kann also vielfältig sein. Ob ich auch irgendwann mal was mit Autos zu tun haben werde? Ich hoffe doch! Denn die letzten Monate haben mir gezeigt: Im Bereich Medien und Kommunikation ist man auch beim Autobauer Daimler genau an der richtigen Stelle.


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Sie studiert Medienkulturwissenschaft an der Universität zu Köln und ist zwischenzeitlich wieder in ihrer Heimat im Ländle gelandet. Nach einem Praktikum in Untertürkheim ist sie jetzt Werkstudentin beim Werksärztlichen Dienst in Sindelfingen und absolviert von hier aus die letzten offenen Prüfungsleistungen ihres Studiums.

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