Auslandspraktikum im Customer Assistant Center

Von Fahrrädern, FOFs und Fettnäpfchen: Es gibt Dinge, die man nie verlernt. Fahrrad fahren zum Beispiel. Und doch fühlt sich meine erste Fahrt durch das niederländische Maastricht an, als wäre ich noch nie zuvor auf einem Drahtesel gesessen.

Was bedeuten diese seltsamen Dreiecke auf den Fahrradwegen, die von den Einheimischen als „Haifischzähne“ bezeichnet werden? Wer hat an Kreuzungen Vorfahrt und wie können drei Personen auf einem Fahrrad fahren, ohne zur Seite umzukippen?

Erleichtert erreiche ich das Mercedes-Benz Customer Assistance Center, sehe den sich drehenden Stern auf der Spitze und atme tief durch. Hier stehe ich nun und betrachte meinen Arbeitsplatz für die kommenden 4 Monate – neues Team, neue Aufgaben, neues Glück.

Doch wie kam es zu alledem, warum stehe ich hier und vor allem: Wer schreibt hier eigentlich?

Alle Wege führen zu Daimler

Begonnen hat meine persönliche Daimler-Geschichte mit einem Smartphone, um genau zu sein mit WhatsApp. Das klingt vielleicht merkwürdig, aber als waschechter Millenial nimmt man gerne die Gelegenheit wahr, Daimler über das Smartphone kennenzulernen.

Im WhatsApp-Karrierechat nutzte ich also die Chance, mein Interesse an einem Praktikum bei Daimler zu bekunden. Was ich damals noch nicht wusste: Bei den netten Chatpartnern war ich nicht nur inhaltlich genau an der richtigen Stelle, sondern hatte bereits Kollegen meiner zukünftigen Abteilung am anderen Ende der Leitung.

Andere zu begeistern färbt ab – auf mich selbst!

Es verschlug mich also für ein sechsmonatiges Praktikum in die Abteilung Global Talent Sourcing, genauer gesagt ins Team Talent Scouting. Neben der Bindung von engagierten Studenten über das Programm Daimler Student Partnership, drehte sich hier alles darum, in Form von Hochschulmessen, Vortragsreihen oder anderen Events Kontakt zu Studenten und Absolventen zu knüpfen und sie für eine Karriere im Konzern zu begeistern.

Natürlich blieb meine eigene Begeisterung dabei nicht auf der Strecke und Freunde und Familie scherzten schon bald darüber, dass sich in meinen Augen kontinuierlich der Mercedes-Stern drehte und ich nicht aufhören könne, die Werbetrommel für das Unternehmen zu rühren.

Nach einem eindrucksvollen halben Jahr in Stuttgart, wollte ich weitere Erfahrungen bei Daimler sammeln. Also machte ich mich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung und fand sie in Maastricht.

Kundenservice im Herzen Europas

Maastricht gilt nicht umsonst als eine der schönsten Städte der Niederlande: Romantische Cafés in versteckten und engen Gassen, wunderschöne Altbauten, zahlreiche Kirchen und nicht zuletzt die Maas, die das Städtchen durchkreuzt und das Bild der Stadt vervollständigt.

Jedoch waren all diese Reize (zumindest nicht allein) ausschlaggebend für die Wahl dieses Standortes. Das Mercedes-Benz Customer Assistance Center Maastricht (CAC) liegt im Herzen Europas und grenzt in unmittelbarer Nähe an Belgien und Deutschland. Bereits seit 1998 steht Kundenbetreuung hier an erster Stelle  – mit täglich knapp 8.000 ein- und ausgehenden Telefongesprächen mit Kunden, der Betreuung von insgesamt 15 europäischen Märkten und mehr als 1,6 Millionen beantworteter E-Mails im Jahr 2015 – um nur ein paar Zahlen zu nennen.

Ich wollte Auslandserfahrung sammeln, auf einer anderen Sprache arbeiten und eine fremde Kultur erleben. Wer nun denkt, dass das in Maastricht nicht möglich ist, irrt gewaltig. Mein Praktikum ist an Internationalität kaum zu überbieten.  Im CAC treffen Mitarbeiter aus 30 Nationalitäten aufeinander, die sich auf den Gängen in den verschiedensten Sprachen unterhalten. Von Niederländisch, Englisch bis zu Spanisch, Französisch oder Polnisch ist hier alles vertreten und zu meiner persönlichen Freude begegnet mir immer wieder ein deutsches Wort.

Als einzige Deutsche im Team habe ich es, mit Blick auf die Fußball Europameisterschaft, nicht gerade leicht. Schließlich kommen alleine in unserem Team fünf verschiedene Nationalitäten zusammen, die selbstverständlich mit der eigenen Mannschaft mitfiebern. Noch schwerer dürften es aber unsere holländischen Kollegen haben, die ihrer Mannschaft bei dieser EM leider überhaupt nicht zujubeln können.

So anders und doch so gleich

Tagtäglich entdecke ich Unterschiede in der Arbeitsweise und dem Umgang miteinander. Das Duzen ist hier Unternehmenskultur, unabhängig von Hierarchie und Stellung.  So stehe ich als „typisch Deutsche“ vor einem Minenfeld voller Fettnäpfchen und ernte eine Menge erstaunter Blicke, wenn ich Kollegen oder Vorgesetzte mit Sie anspreche.

Eigenheiten des CACs begegnen mir auch in der Mittagspause. Rote und grüne Smileys kennzeichnen alle Gerichte in der Kantine und erinnern mich immer wieder daran, dass ich statt der leckeren Pommes besser zu einem Salat greifen sollte – bisher ohne großen Erfolg. Dafür freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich auf der letzten Treppenstufe eines Stockwerks lesen kann, wie viele Kalorien ich durch das Treppen steigen verbrannt habe.

Five O’Clock Friday

Tief im Innern sind unsere holländischen Nachbarn jedoch wahre Genießer und schätzen die für sie organisierten Company Events, wie beispielsweise gemeinsame Kanutouren, Driving Events oder den Five O’Clock Friday, auch FOF genannt. Hier können sich Mitarbeiter an jedem Freitag bei Snacks und einem Gläschen Wein oder Bier auf das Wochenende einstimmen und sich in entspannter Atmosphäre unterhalten.

Es gibt hier mindestens genauso viele Gemeinsamkeiten wie Unterschiede, die mich an Stuttgart und mein erstes Praktikum bei Daimler erinnern. Gemeinsamkeiten, die mir zeigen, dass ich immer noch Teil des Konzerns und des großen Ganzen bin. Sei es die Leidenschaft zu den Produkten, das überdurchschnittliche Engagement der Mitarbeiter oder der sich drehende Stern auf der Spitze des Gebäudes.

Knapp zwei der vier Monate meines Praktikums liegen bereits hinter mir. Mittlerweile weiß ich, dass die „Haifischzähne“ auf den Fahrradwegen mir die Vorfahrt anzeigen und ich werde immer besser darin, weitere Personen auf meinem Fahrrad zu transportieren. Das Leben und Arbeiten hier in Maastricht ist anders und doch so gleich. Ich bin gespannt was die nächsten Monate für mich bereithalten.


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Sie studiert Kommunikationsmanagement und ist Praktikantin im Mercedes-Benz Customer Assistance Center Maastricht.

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