Level up für den TopFit Truck

Viereinhalb Stunden Fahrt, 45 Minuten Pause, viereinhalb Stunden Fahrt, elf Stunden Ruhezeit. Was für den gemeinen Pkw-Fahrer klingt wie eine Fahrt, die er sich höchstens zweimal im Jahr auf dem Weg in den Urlaub antut, ist für Berufsfahrer Alltag. Tagein, tagaus der gleiche Ablauf, tagsüber Tempo 80 und am Abend der Kampf um die verbliebenen Parkplätze an den Raststätten und Autohöfen.

Damit einher geht der ständige Blick auf die Uhr – bei Überschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeit drohen empfindliche Geldstrafen für Fahrer und Spediteur. Außerdem kommen die mangelnde Bewegung, das ständige Sitzen und die meist schlechte Ernährung auf der Autobahn hinzu.

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Als Hersteller von Nutzfahrzeugen beschäftigen wir uns bei Mercedes-Benz Lkw seit Jahren mit der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Berufsfahrern. Durch Selbstversuche und Studien mit renommierten Forschern aus verschiedensten Bereichen der Wissenschaft haben wir zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, die in die Weiterentwicklung unseres Technologieträgers TopFit-Truck eingeflossen sind. Davon sind mittlerweile auch viele Innovationen in Serie gegangen – beispielsweise das größere Bett, die bessere Lärmschutzdämmung und der Fahrersitz mit PowerNap Funktion. Außerdem ist unser Fitnesspaket zur Integration im Lkw via Mercedes-Benz Originalteile als Zubehör erhältlich.

Unterstützung aus Polen

Was mich teilweise schon etwas überrascht, ist das geringe Engagement der Mitbewerber in dieser Sache. Umso mehr freut es mich zu sehen, dass sich nun auch andere Akteure für das Thema stark machen, das mir persönlich so am Herzen liegt. Die Stiftung truckerslife hat in Polen bereits über 50 öffentliche Outdoor Fitnessanlagen gebaut und vergangene Woche nun auch die erste deutsche Anlage in Lauenau bei Hannover eröffnet. Als wir die Einladung zur Teilnahme erhielten, zögerten wir nicht lange und sagten zu. Mit dem TopFit-Truck machten wir uns auf den Weg nach Lauenau.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Anlage mit gesunden Smoothies und frischem Obst feierlich eröffnet. Die Botschafterin der Stiftung Iwona Blecharczyk, selbst Kraftfahrerin in Polen und Personal Trainer Arno Schmitt weihten die Outdoor Anlage mit ersten Übungen ein.

Übungen am und im TopFit-Truck

Weiter ging es mit der Präsentation von Übungen am und im TopFit-Truck. Schnell konnten die Beiden die Besucher von einem Selbsttest der Übungsgeräte und der Besichtigung des TopFit-Trucks überzeugen.

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Gesundheit leidet schon in jungen Jahren

Dass sich die Lebensweise eines Berufsfahrers im Übrigen nicht erst nach längerer Tätigkeit als Berufsfahrer negativ auf die Gesundheit auswirkt, zeigt Iwona Blecharczyk.

Beim Fahren brauche ich die Uhr meines Tachometers nicht wirklich. Mein Rücken meldet sich nach einer gewissen Zeit mit Schmerzen und zeigt mir, dass ich eine Pause brauche.

Durch Sport könne sie ihre Rückenprobleme verringern, fühle sich gesünder und leistungsfähiger für ihren Beruf. Umso wichtiger erscheint mir da auch unser Engagement, gerade auch um die Branche für junge Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

Insgesamt kann man die Veranstaltung als sehr gelungen bezeichnen, zeigte sie doch das große Engagement, mit dem die Mitarbeiter der Stiftung hinter der Sache stehen. Ich bin mir sicher, dass wir in truckerslife einen wichtigen Partner gefunden haben mit dem wir auch in Zukunft gerne wieder zusammenarbeiten werden.

Für mich persönlich ist es nicht so wichtig, ob die Fahrer ihre Übungen auf einer Freiluft-Anlage von truckerslife oder im TopFit-Truck absolvieren. Es ist mir wichtiger, dass die Fahrer überhaupt Übungen machen, fit und gesund bleiben, dadurch auch sicherer und übrigens auch wirtschaftlicher fahren. Im Optimalfall lassen sich die Übungen im Lkw und auf der Anlage natürlich auch perfekt kombinieren.

Nächster Meilenstein: Motivation

Nachdem nun das Angebot an Fitnessübungen für Berufsfahrer sowohl im Truck als auch auf den Raststätten und Autohöfen ansteigt, müssen die Fahrer nur noch loslegen. Leichter gesagt als getan, mangelt es doch so oft an der Selbstmotivation und der Überwindung des inneren Schweinehundes.

Während der Eröffnung hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Fahrer, der die Anlagen so einschätzte:

„Ich persönlich freue mich über die Eröffnung der Anlage und kann mir auch vorstellen diese zu nutzen. Allerdings kenne ich meine Kollegen und bin mir nicht sicher, ob das alle so sehen. Nach dem langen Tag am Steuer wollen viele am Abend nur noch etwas essen, ein Bier trinken und dann ab in die Koje.“

Eine Problematik, die auch wir erkannt haben. In Zukunft werden wir uns diesem Thema zusammen mit renommierten Sportwissenschaftlern zuwenden, um zielgerichtete Motivationskonzepte für Lkw-Fahrer zu entwickeln.

Keine Sorge: uns fällt da sicher wieder was Neues ein.


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