Vorgelesen von echten Menschen. Warum eigentlich?

Texte vorlesen lassen, anstatt sie selbst zu lesen – das hat einige offensichtliche Vorteile und andere, die nicht direkt auf der Hand liegen. Komfort und effiziente Zeitnutzung sind die offensichtlichen Motive.

Es lassen sich Situationen für das Hören der Texte nutzen, in denen das Lesen bisher schlicht nicht möglich war: Beispielsweise beim Autofahren, beim Sport oder während der Arbeit am Rechner – ja sogar bei der Hausarbeit (hab‘ ich mir sagen lassen).

Darüber hinaus gibt es aber auch viele Menschen, für die das Lesen erschwert oder unmöglich ist, wie etwa Menschen mit Leseschwäche, Analphabeten, Kinder und Sprachlerner und natürlich Menschen mit Sehbehinderung. Diesen Nutzergruppen kann der Zugang zu unseren Beiträgen mittels Überführung in das Audio-Format erleichtert werden.

Kleiner Schritt in Richtung Barrierefreiheit

Seit dem 3. Dezember 2015, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, haben wir auf dem Daimler-Blog eine Vorlesefunktion: Alle Blogbeiträge gibt es auch als Sprachdatei zum Anhören. Direkt unter dem Headerbild befindet sich ein Audio-Player. Diese Funktion bietet aber auch allen anderen Lesern eine komfortable Zusatzfunktion: alle Geschichten können über die narando-App auch unterwegs und zeitversetzt angehört werden.

narando App

Vorleseautomat oder Mensch?

Perfekt wäre es, wenn die Autoren ihre Texte selbst einsprechen würden. Das würde dem Leser einen ganzheitlich authentischen Eindruck vom Autor bieten, ist aber aufgrund des hohen Aufwandes kaum durchführbar. Am Einfachsten ist es natürlich den Beitrag mittels Text-To-Speech Algorithmen von einer Software einlesen zu lassen.

Aber was macht den Unterschied zwischen einer Computer-Stimme und einer menschlichen Stimme aus? Das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Authentizität.

Ohne diese „Anfassbarkeit“ ist ein aufmerksames Zuhören über lange Passagen anstrengend. Bei sich wiederholenden, kürzeren Texten, wie etwa Ansagen zu Navigation, Telefonnummern oder Wettervorhersagen haben wir uns an Computerstimmen gewöhnt. Aber was ist mit längeren Texten, die komplexere Passagen enthalten?

Für solche umfassenderen Texte lässt sich Authentizität schaffen durch die Paarung von:

  • korrekter Aussprache (Eigennamen, Fachbegriffen, fremdsprachige Passagen und Wörter)
  • intelligenter bzw. emotionaler Aussprache (Betonung, Lautstärke, Geschwindigkeit, Pausen, Sprachmelodie, etc.)
  • angenehmen, gegebenenfalls wechselnden Stimmen (verschiedene Dialekte, Männer- oder Frauenstimme)

Platzierung des Audioplayers

Vorlesen ist das eine. Aber wie transportiert man das Vorgelesene nun zum Hörer? Wie werden die Sprachbeiträge gefunden bzw. platziert? Als Podcast? Auf einer Webseite? Im Radio?

Für eine optimale Umsetzung haben wir uns im Vorfeld folgende Fragen gestellt:

Wo im Beitrag platziert man denn sinnvollerweise einen Audio-Player? Er soll ja nicht stören, aber auch nicht übersehen werden.

Am Anfang oder am Ende des Artikels? Über oder unter dem Headerbild? So breit wie den Text oder über so breit wie das Titel-Bild? Welche Farbe sollen die Elemente überhaupt haben? Knallig oder dezent.

Die erste Lösung war über dem Headerbild. Hier bekamen wir die Rückmeldung, dass man den Player leicht übersehen könne, da das Auge über das Headerbild sofort zum Text springe.

Seit dieser Woche haben wir den Player unter das Headerbild, direkt zum Text gepackt und die Farbe von dezentem Petrol in ein stärkeres Rot geändert. Mal sehen, ob und welche Auswirkungen es auf die Nutzung haben wird.

Zusatzfunktion „Später anhören“

Über den „Später anhören“-Button im Player kann der Sprachbeitrag für das spätere Anhören gemerkt werden.

Die Abrufe der Sprachartikel schwanken. So wurde beispielsweise der Artikel über das BAS PLUS System ca. 1.000 Mal angehört. Die meisten Artikel liegen jedoch eher zwischen 100 und 300 Abrufen.

Vergleicht man die beiden Abrufarten „Smartphone-App“ und „Browser“, so werden die Artikel eher im Browser angehört als auf dem Smartphone. Dafür werden die Artikel unterwegs eher zu Ende gehört als vor dem Bildschirm. Warum ist das so?

Ihre Meinung zählt!

Auf welche Weise hören Sie die Beiträge und was hat den größten Einfluss, beispielsweise darauf, ob Sie einen Artikel anhören oder nicht, oder wann sie abbrechen. Verschiedene Sprecher kommen verschieden an, jeder hat seine eigene Präferenz. Manche Beiträge werden möglicherweise nicht zu Ende gehört, da die Stimme nicht sympathisch ist

  • Sind die Themen ausschlaggebend?
  • Machen einige Artikel gesprochen mehr Sinn als andere?
  • Hat die Stimme des Vorlesers einen großen Einfluss?
  • Was funktioniert besser: eine weibliche Stimme oder eine männliche?
  • Bevorzugte Nutzungsart: mobil oder eher am Rechner?

Helfen Sie uns, Ihr Nutzungsverhalten besser kennenzulernen, denn am Ende wollen wir Ihnen den Zugang zu unseren Geschichten so angenehm und einfach wie möglich machen.


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