Traumberuf Rennfahrer: Esteban Ocon

Wer den Weg zum Hockenheimring sucht, fährt am besten nach Gehör. Die Motoren hört man spätestens ab der Autobahnabfahrt und man taucht ganz automatisch ein in diese elektrisierende und aufregende Rennatmosphäre. Im Mai startet die DTM-Saison, deshalb läuft die Testphase für Autos, Fahrer und Teams auf Hochtouren.

Die alten Hasen freuen sich, nach der langen Winterpause endlich wieder in ihren Autos zu sitzen, und einer unter ihnen, noch ein „junger Hase“, ist besonders begierig darauf endlich loszulegen: Esteban Ocon feiert sein DTM-Debüt im Mercedes-AMG DTM-Team ART.

Die Testtage im April in Hockenheim sind bereits das zweite Mal, dass ich Esteban Ocon treffe. Beim offiziellen Motorsport Kickoff  wurde er als offizieller Nachfolger von Pascal Wehrlein vorgestellt und ich hatte die Gelegenheit, ein Interview mit ihm zu führen. Zur Vorbereitung habe ich mich dann mal etwas genauer mit den Themen Motorsport und  DTM auseinander gesetzt und festgestellt, dass sich seit der Ära Schumi – bisher mein einziger Berührungspunkt mit dem Rennsport – einiges getan hat.

Esteban Ocon hat den klassischen wie direkten Werdegang eines aufstrebenden und vielversprechenden Rennfahrers: angefangen im Kart mit 10 Jahren, das Debüt in der Formel 3 kam 2013, wo er direkt als Rookie seine erste Saison 2014 gewann, so auch in der GP3-Serie im Jahr darauf. Ich bin beeindruckt, was Esteban mit 19 Jahren schon erreicht hat! Als ich 19 war, saß ich in meinem zweiten Semester in der Uni und habe mir überlegt, ob das wirklich der richtige Studiengang für mich ist.

Born to race

Esteban hingegen scheint sich absolut sicher zu sein, bei dem was er tut. Niemals hätte ich ihn so jung geschätzt. Er hat das Auftreten eines Profis, die Boxengasse ist sein zweites Zuhause. Auf den ersten Blick empfand ich seinen Lebensstil irgendwie als ernüchternd: wenig Freizeit, viel Training, ständig unterwegs, alles richtet sich nach dem Job.

Doch ich habe verstanden, dass Rennen zu Fahren für Esteban Ocon kein reiner Beruf ist, sondern seine Leidenschaft. Es geht gar nicht darum, auf etwas zu verzichten, wenn er seine Zeit dem Rennsport widmet. Auch auf die Frage, was er machen würde, wenn er kein Rennfahrer geworden wäre, antwortet er: „Ich glaube, trotzdem irgendetwas, das einen Motor verbaut hat, wahrscheinlich Motocross-Fahrer.“ Wenn man davon sprechen kann, dass manche Leute für etwas geschaffen sind, dann trifft das auf Esteban und den Motorsport absolut zu!

Neue Saison, neue Regeln

Noch etwas, was ich gelernt habe: Rennsport ist viel mehr, als Autos im Kreis zu fahren! Vor allem ist es ein Teamsport. Natürlich ist der Fahrer während des Rennens alleine mit seinem Auto auf der Strecke, doch ohne das Team in der Box läuft nichts. Mein technisches Verständnis reicht aus, um den Sinn und die Verwendung des DRS zu verstehen, aber die Bedeutung und das Zusammenspiel von Strategie und Technik ist sehr komplex.

So hat sich Ocon auf seine erste Saison vorbereitet:

Besonders mit den Reglementänderungen für die Saison 2016 in puncto Performance-Gewichte und Nutzung des DRS wird es wirklich schwierig für mich als Laie. Auf den Punkt gebracht: Die Rennen sollen spannend bleiben, die Teams liegen leistungsmäßig dicht beieinander und das fahrerische Können des besten Piloten zählt!

Esteban Ocon sieht das alles recht gelassen und konzentriert sich auf seine Ziele, und die sind hoch gesteckt. Er ist natürlich erfolgsverwöhnt, seine letzten beiden Saisons, in denen er als Rookie startete, gewann er.

Aber anstatt sich auf diesem Erfolg auszuruhen oder Starallüren an den Tag zu legen, arbeitet er hart an sich. Zum Training gehört auch das Üben von Boxen-Stopps, damit auch die Mechaniker sich einspielen können. Das Team steht!

Euphorie trifft Erfahrung

Spannend finde ich auch die Teamzusammenstellung bei Mercedes. Ocons Teamkollege ist Gary Paffett, der ehemalige DTM-Champion startet im Mai in seine 13. DTM-Saison und hat demensprechend einiges an Erfahrung gesammelt. Außerdem ist Ocon nicht der erste Neuzugang, den Paffett betreut – letztes Jahr war es Lucas Auer. Ich glaube, dass die beiden eine super Fahrer-Kombination für das Team sind und voneinander profitieren können. Ocon muss sich jetzt natürlich auf das neue Auto einstellen, was ihm erstaunlich leicht fällt. Er ist total fokussiert und arbeitet auf seine Ziele, Pole-Positionen zu erkämpfen und Rennen zu gewinnen hin, beflügelt von der Euphorie, endlich im DTM-Cockpit zu sitzen.

Und so schnell wurde aus mir ein DTM-Fan. Ich bin sehr gespannt auf das erste Rennen in Hockenheim Anfang Mai!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie studiert im 5. Semester Online-Medien-Management an der Hochschule der Medien in Stuttgart und macht ihr Praxissemesters bei Daimler in der Online Kommunikaton. Neben dem Studium ist sie aktiv auf Twitter und Instagram und bloggt auf ihrer Website www.celina-kunhardt.de.

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