Hack.Stuttgart: Buddha-Lounge und Prototypen

In meinem Heimatland Iran gibt es verschiedene Wettbewerbe, die von den größten Universitäten und meistens im Bereich Robotik abgehalten werden. Als Bachelorstudentin wollte ich schon immer einmal an so einer Veranstaltung teilnehmen, was ich leider nie gemacht habe.

Jedoch hat eine Präsentation von Daimler beim internationalen Zentrum der Uni Stuttgart meinen Wunsch wieder geweckt und ich habe mich beim Hack.Stuttgart angemeldet, um mir diesen zu erfüllen. Ich studiere an der Uni Stuttgart Elektrotechnik und Informationstechnologie.

Unser 2+1 Team

Zunächst mussten wir unser Team erweitern. Wir waren anfangs zu zweit (Shahin und ich) und brauchten mindestens noch ein weiteres Mitglied. Das Forum vom Hack.Stuttgart hat uns dabei geholfen und so wir haben so Fabian kennengelernt. Wir ergänzten uns prima, da jeder von uns ist in einem bestimmten IT-Bereich fähig ist. Wir haben uns gedacht, dass das Management einer so kleinen Gruppe leichter ist.

Trotzdem ist alles „relativ“ und bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Der negative Punkt: So ein kleines Team ist schneller überfordert und verliert die Zeitplanung aus dem Blick.

Wir haben uns schon eine Woche vor dem Event getroffen und erste Pläne geschmiedet, diese waren jedoch nur theoretisch. Wir mussten uns nun vorbereiten, um unsere Ideen in kürzester Zeit in die Praxis umzusetzen, was meiner Meinung nach für alle eine große Herausforderung war.

Hackthons als Verbindung zwischen Uni und Marktwirtschaft

Hackathons und vergleichbare Wettbewerbe sind eine sinnvolle Verbindung zwischen Universitäten und freier Marktwirtschaft. Die Firmen können durch Brainstorming der Studierenden die implementierbaren Ideen auswählen, die in der Realität nutzbar und notwendig sind.

Sie geben Studenten den Mut und die Voraussetzungen, damit sie eine Praxiserfahrung in Rahmen eines Projekts erleben. Diese Erfahrung ist besonders für die berufliche Perspektive von Studenten sehr wichtig, weil Ingenieure Projekte sinnvoll führen können müssen.

Beruhigende Buddha Lounge

Vor dem Hackathon stellte ich mir die Veranstaltungstage sehr stressig vor, aber die Buddha Lounge war alles andere als stressig. Die ruhige und entspannte Atmosphäre übertrug sich direkt auf unsere Gemüter und anstatt sofort unsere Sachen auszupacken, haben wir in aller Seelenruhe einen Kaffee getrunken. Danach ging es zum offiziellen Teil über. Wir kannten bereits ein paar Mitglieder von der Uni, was den Wettbewerb und die Stimmung für uns aufgelockert hat.

Außerdem waren die Betreuer sehr nett und hilfsbereit, was für Veranstaltungen dieser Art eine entscheidende Rolle spielt. Sie wollten, dass wir uns wie zu Hause fühlen, was sie geschafft haben, obwohl die Buddha Lounge überhaupt nicht wie unsere WGs war ;).

24 Stunden durchprogrammieren oder auch mal ausruhen?

Der richtige Hackathon hat mit einem Countdown begonnen. Man musste innerhalb 24 Stunden einen Prototyp fertigstellen. 24 Stunden ununterbrochen programmieren war sehr aufregend. Manche konnten sich dazwischen ein paar Stunden ausruhen, aber die andere waren völlig von ihrem Projekt gefesselt und haben durchprogrammiert. Unser Team gehörte zu der erstgenannten Gruppe.

Technische Probleme

Zwischendurch hatten wir ein paar Probleme mit unserem Programm und WLAN, aber wir konnten unsere Idee am Ende so programmiert, dass wir unsere Erwartungen erfüllt wurden. Unser Programm bestand aus verschiedenen Phasen und Aspekten. Natürlich war es unmöglich, alles in so einer so kurzen Zeit perfekt zu implementieren: Das war dann auch das größte Problem unserer kleinen Gruppe.

DSCS: Daimler Smart Charging System

Der Kern unserer Idee hatte mit Umweltschutz zu tun. Der Verbrauch von elektrischer Energie wird irgendwann durch die größere Verbreitung von Elektroautos stark zunehmen. Deswegen haben wir uns gefragt, wie man diesen Verbrauch genau in der richtigen Höhe festlegen kann, und wie man durch ein „Smart-Home“ und „Smart-Auto“ die Energie optimal verwendet, die jeden Tag im Haushalt nicht benötigt wird. Etwa, wenn die Bewohner nicht da sind, oder wenn zum Beispiel Nachts der Strom billiger ist.

Als Datenquelle dient ein intelligentes Stromnetz, das sogenannte „Smart Grid“. Die ständige Vernetzung von Auto und Haushalt ist hierbei Basis für ein intelligentes Energiemanagement des Haushalts. So sind wir auf „DSCS“ gekommen. Mit dem Daimler Smart Charging System können wir die nicht benötigte Energie zur Wiederaufladung der Autos auf die richtige Art und Weise verwenden.

Ingenieure & Umweltschutz

Wir glauben, dass wir Ingenieure bisher mit unseren Innovationen nicht immer freundlich zur Umwelt waren. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns bei der Natur entschuldigen und umweltfreundlichere Lösungen für diese Interessante neue Technologie finden. DSCS ist so eine Lösung.

Je näher wir der Deadline kamen, desto nervöser wurden wir. Außerdem mussten wir uns in den letzen Stunden gleichzeitig noch auf die Präsentation vorbereiten: Die Jury wollte das Ergebnis dieser 24 Stunden in nur fünf Minuten vorgestellt haben. Die Blicke auf den Countdown wurden immer häufiger und wir panischer. Schließlich war die Zeit um und wir mussten aufhören, zu programmieren.

Aufregung vor der Präsentation

Kurz nach dem Mittagessen war der Raum für zehn Präsentationen vorbereitet. Wir waren die achte Gruppe, die die Präsentation vor der Jury halten musste. Dabei schlug mir das Herz bis zum Hals, weil ich es nicht mehr gewohnt war, auf Englisch zu sprechen.

Die Präsentation war für unser Abschneiden sehr entscheidend, da sie das Ergebnis von 24 Stunden Bemühungen meiner Teamkollegen und mir repräsentierte. Aber ich denke, alles hat gut geklappt und wir haben die Präsentation so gehalten, wie wir sie geplant haben.

Preisverleihung: Wo sind wir gelandet?

Die restliche Zeit war für mich eher entspannt. Obwohl ich für die Preisverleihung Feuer und Flamme war, hatte ich dann keinen Stress mehr. Die Gewinner der ersten drei Plätze wurden ausgerufen und MOBILHOME – so nannten wir unsere Projektidee – war nicht darunter. Leider. Ja, wir waren enttäuscht, aber trotzdem mit unserer Leistung zufrieden.

China findet uns gut

Aber…aber …wir bekamen doch noch einen Preis: Ein Zertifikat aus China für die „beste Idee für den chinesischen Markt.” Toll :). Über die plötzliche Preisverleihung durch die chinesischen Kollegen waren wir gleichermaßen überrascht wie erfreut.

Und so wurde der Hackathon doch noch erfolgreich mit einem gemeinsamen Foto beschlossen. Der Hackthon bei Daimler war meine erste Wettbewerbs-Erfahrung, und ein so starkes Erlebnis, dass ich mir noch ein mal wünsche.


Anmerkung der Redaktion:
Veranstaltungsformate wie die diesjährige internationale Hackathon-Reihe der DigitalLife@Daimler Initiative sind eine wertvolle Plattform, um mit potenziellen Talenten in den Dialog zu treten und aufzuzeigen, welche spannenden Themen Daimler bereithält.
DigitalLife@Daimler wurde 2011 ins Leben gerufen und soll durch die Möglichkeiten der Digitalisierung eine neue Innovationskultur etablieren, um die Stärken der Daimler AG enger mit denen eines Startups zu verknüpfen: Daimler setzt dabei auf Gründergeist, Risikobereitschaft und Schnelligkeit. Dafür stehen Events wie Hackathons, bei denen gemeinsam Ideen generiert und in kürzester Zeit umgesetzt werden.


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie studiert Elektrotechnik und Informationstechnologie an der Universität Stuttgart

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