Hochleistungsantrieb: Ein Skispringer bei Daimler

Ich bin ehemaliger Leistungssportler in der Nordischen Kombination. Und derzeit bin ich ganz „Daimler“. Also bei Daimler. Als Praktikant bei der Daimler AG im Bereich Entwicklung Abteilung „Bremssysteme“. Als Spitzensportler war ich Teilzeitstudent und habe versucht, unter dem Stichwort „duale Karriere“ meine Leistungsentwicklung ebenso wie mein Studium voranzutreiben.

Doch mittlerweile bin ich ein ganz normaler Student im Fachbereich Maschinenbau und Mechatronik an der Hochschule Furtwangen (Campus Schwenningen). Im Rahmen meines Praxissemesters beschäftige ich mich bei Daimler mit der Analyse von Wetterdaten sowie mit Reibwertpotentialschätzungen. (Reibwertpotential ist letztendlich die mögliche übertragbare Reibkraft zwischen Reifen und Straße.)

Guter Kontakt zum Mentor

Ich bin enorm froh, für eine gewisse Zeit einen Einblick in den Bereich der Forschung und Entwicklung bekommen zu dürfen. Hier bei Daimler wird eine riesige Motivation und Leistungsbereitschaft gelebt, die mir aus meiner Zeit als Leistungssportler bekannt ist und die auch mich jeden Tag antreibt, Vollgas zu geben. Den Kontakt zu Daimler habe ich vor allem meinem Mentor Philipp Wex zu verdanken. Er empfahl mich bei Abteilungsleiter Prof. Ammon für diese Praxisstelle.

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Zwischen Philipp und mir entstand ziemlich schnell eine gute, persönliche Ebene. Der Wille und die Motivation, Herausforderungen anzugehen, Veränderungen als Chance zu begreifen und immer wieder seine persönlich bestmögliche Leistung abzurufen, waren nur einige Parallelen zwischen ihm und mir. Weitere Unterstützung bekomme ich von Philipp bei jeglichen Fragen zum Berufseinstieg sowie Tipps und Tricks bei Bewerbungen. Durch Ihn habe ich die Chance erhalten, für ein halbes Jahr ein Teil von Daimler zu werden.

Daimler als Partner der Deutschen Sporthilfe

Dem Umstand, dass die Daimler AG einer der großen Partner der Deutschen Sporthilfe ist, habe ich es zu verdanken, Philipp kennengelernt zu haben. Als ich von der Deutschen Sporthilfe erfuhr, dass das Matching-Verfahren positiv abgeschlossen wurde und ich einen Mentor bekommen sollte, konnte ich nicht erahnen welche Bereicherung dies für mich bedeuten sollte. Das Mentoren-Mentee-Programm ist initiiert durch die Deutsche Sporthilfe in Kooperation mit verschiedenen Unternehmen der deutschen Wirtschaft. Es soll Spitzensportlern die Möglichkeit geben, durch die Unterstützung eines Mentors den Einstieg in die Berufswelt besser zu meistern und das Leben nach dem Leistungssport zu erleichtern.

Sport und Maschinenbau

Während der Karriere im Hochleistungssport bleibt so gut wie keine Zeit, sich Gedanken über die Zukunft und die Zeit nach dem Sport zu machen, geschweige denn Zeit sich aktiv um Praktika und Co. Zu kümmern. Man hat jeden Tag klar definierte Aufgaben und Ziele zu erfüllen, um am Ende die geforderte sportliche Leistung zu erbringen und im Wettkampf seine Mitbewerber zu schlagen.

Aus persönlichem Interesse an technischen Fragestellungen und der früh entdeckten Leidenschaft zum Automobil entschied ich mich im Januar 2011 zusätzlich zum Hochleistungssport für den Beginn des Maschinenbau und Mechatronik Studiums in Schwenningen. Dort erhielt ich die Möglichkeit, die duale Karriere bestmöglich zu vereinbaren, indem ich während des Sommersemesters nahezu den vollen Semesterplan an der Hochschule belegte und zusätzlich noch zwischen 20 und 25 Stunden pro Woche trainierte. Mit Abschluss der Klausurphase Ende Juli wurde das Trainingspensum nochmals deutlich erhört und ich bekam die Freiheit von meiner Hochschule, im Winter das Studium zu pausieren, um mich voll und ganz auf den Sport und die Wettkämpfe fokussieren zu können.

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Nationalmannschaft

2007 begann für mich die eigentliche spitzensportliche Karriere bedingt durch einen Trainerwechsel. Meine sportliche Leistung entwickelte sich überdurchschnittlich und der leistungssportliche Gedanke in mir war geboren. Systematisches und hartes Training führten dazu, dass ich 2009 in den C-Kader der deutschen Nationalmannschaft aufgenommen wurde.

In den Jahren 2010 und 2011 durfte ich an den Junioren-Weltmeisterschaften in Hinterzarten (GER) und Ottepä (EST) teilnehmen. Im Herbst 2011 folgte eines meiner Highlights, dort errungen Andreas Günter und ich den Deutschen Meistertitel im Teamwettbewerb. Weitere Höhepunkte waren die sechs Weltcupeinsätze mit der besten Platzierung 24. Des Weiteren kamen der Vizeweltmeister Titel bei der Universiade im Einzelwettbewerb 2013 in Predazzo (ITA) und der Universiade Weltmeistertitel im Team 2015 hinzu.

Nordischer Kombinierer

Sie mögen sich fragen, wie kommt man dazu, ein Nordischer Kombinierer zu werden? Grundsätzlich ist meine Mutter „schuld“ an allem. Mein Bruder und ich erhielten durch meine Eltern schon sehr früh die Möglichkeit den Kontakt zum Medium Schnee zu bekommen. Beim alpinen Skifahrern war es das größte für uns die Schanzen mitzunehmen und das geniale Gefühl zu erfahren durch die Luft zu fliegen. Als 2002 während der Olympischen-Spiele in Salt Lake City (USA) die deutsche Mannschaft in einem Herzschlagfinale im Team-Springen die Goldmedaille gewannen, war für mich klar, das will ich um jeden Preis auch machen. Ich bin enorm froh die Gelegenheit gehabt zu haben, eine Leidenschaft für mich entdeckt zu haben die ich auch voll ausleben konnte.

Richtung Berufswelt

Doch jetzt ist es an der Zeit, diese Energie neu zu bündeln und in eine andere Richtung zu fokussieren- In meine Ausbildung und meinen Glauben daran, einen Beitrag leisten zu können, um das Automobil der Zukunft ein klein wenig besser zu machen, als es bisher schon ist.

Ja und jetzt beschäftige ich mich „mitunter“ wieder mit dem Medium Schnee, jedoch in einem komplett anderen Zusammenhang und dabei nicht minder interessant. Durch das Praxissemester habe ich den ersten Einblick in die echte Berufswelt erhalten und viele neue Dinge lernen können, die mich inspirieren und auch bestärken, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Als weitere Etappen stehen für mich ab dem September 2016 der Abschluss meines Bachelorstudiums und die Erarbeitung einer Bachelorthesis an. Für diese bin ich noch auf der Suche nach einer passenden Stelle für 6 Monate, wobei ich gerne einen Einblick in die Elektromobilität erhalten möchte. Im Anschluss an mein Bachelorstudium werde ich mein Wissen in Richtung der Fahrzeugtechnik mit einem Masterstudium vertiefen. Es bleibt also „sportlich“…

 


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