Merhaba Ali!

Ich möchte mich weiterbilden, ich will Meister werden. Inzwischen bin ich schon einen Schritt weiter. Aber zurück zum Anfang, dem 22. 0ktober 2015, 01:28 Uhr, noch vier Stunden Schlaf vor der Frühschicht. Ich war unzufrieden, konnte nicht schlafen und googelte „Meistererfahrung bei Daimler“ und fand dort als ersten Treffer die „Persönliche Erfolgsgeschichte“ eines Kollegen.

Ich hinterließ folgenden Kommentar:

„Merhaba Ali!

Ein schöner Lebenslauf… Ich habe mich sehr darüber gefreut. Du wirst dich sicher fragen, weshalb sich jemand über diese Lebenserfahrung eines Menschen freut, den er nicht mal kennt. Da hast du recht. Darf ich mich dir vorstellen? Ich bin der Ugur. Ein Kollege beim Daimler.

Ich arbeite zur Zeit in der Produktion. Also an jener Stelle, an der du auch mal gestanden bist. Wir haben soeben 00.50Uhr. Ich habe morgen Frühschicht und kann nicht schlafen. Der Grund? Eine innere Unruhe und eine Unzufriedenheit. Seit über 20 Jahren bin ich in der Produktion tätig. Stolz ein Teil dieses großartigen Unternehmens zu sein. Nach 20 Jahren (jetzt 40 Jahre) habe ich mich dazu entschlossen deinen Weg einzuschlagen.

Ich hatte bisher eine tolle Erfahrung mit dem was ich tue und dem was ich erlebe. Auch ich hatte bisher immer das Gefühl, dass ich nicht dort bin wo ich eigentlich hingehören möchte. Ich will in diesem Unternehmen etwas bewegen. Ich habe nun nach 20 Jahren endlich meinen Mut zusammengenommen und mich entschlossen meiner inneren Stimme zu folgen.

Ich weiß nicht ob diese Beiträge von dir noch gelesen werden, aber ich hoffe, dass es seinen Weg zur deiner Aufmerksamkeit findet. Ich hatte nicht gedacht auf solch einen inspirierenden Artikel zu kommen, nachdem ich in der Suchmaske: „Meistererfahrung bei Daimler“ eintippte.

Es ist nämlich so, dass ich mich in diesem Unternehmen und für dieses Unternehmen weiterbilden/weiterkommen möchte. Ich finde meine jetzige Situation in deinen Sätzen wieder. Das was du erlebt hast ist ein tolles Beispiel dafür, dass man es schaffen kann wenn man es wirklich möchte. Daran habe ich immer geglaubt und werde es weiterhin tun. Deine Erfahrung motiviert mich, es gibt mir Kraft. Ich schaue mir dein Profilbild an und ich sehe das Glück, deine Lebensfreude. Das ist wirklich ansteckend! :)

Ich muss in 4 Stunden aufstehen, aber irgendwie bin ich nicht müde. Ich schreibe gerne. Ist das normal!? Ich stehe nun am Anfang meiner Entscheidung. Ich habe mich dazu entschlossen aktiv zu werden. Der Weg den du durchquert hast war sicher nicht einfach. Aber Glückwunsch! Du hast es geschafft!

Ich habe noch einen langen Weg vor mir und hoffe eines Tages dort stehen zu können an dem du dich befindest. Auf dem Thron des Glücks und der inneren Zufriedenheit. Ich habe etwas Angst auf dem Weg mein Ziel nicht zu erreichen, vom Weg abzukommen. Ich werde für dieses Unternehmen mein Bestes geben. Das Beste oder Nichts. Natürlich :) Daran glauben wir, das leben wir!

Solche Beiträge wie deiner motivieren, spornen an. Ich danke dir, dass du uns teilhaben lässt, dass du uns motivierst an uns selbst zu glauben. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und viel Freude bei allem was du für dich und dieses Unternehmen machst!

Kendine iyi bak kardesim! Selam Ugur!“

Das bin ich

Meine Name ist Ugur Gülü, ich kam 1974 am Rande Stuttgarts, als Sohn eines türkischen Gastarbeiters, auf die Welt. Ich bin sehr glücklich verheiratet und habe eine Tochter. Nach meinem Schulabschluss 1992 hat sich der Daimler-Virus, der bis dahin unbemerkt in mir rumirrte, erstmals öffentlich geoutet.

Es war klar, dass ich nach meiner Ausbildung zum Industriemechaniker, beim Daimler arbeiten wollte. Nach Abschluss meiner Berufsausbildung im Jahre 1995 startete ich im Motorenwerk Bad Cannstatt im Neuanlauf für die neuen V-Motoren in der Zylinderkopffertigung.

Ich war natürlich sehr glücklich darüber, dass ich nach meiner Ausbildung in diesem Unternehmen arbeiten durfte. Das Glück und den gewissen Stolz konnte ich auch bei meinen Eltern wieder erkennen. Mercedes-Benz…, “wenn du da mal drin bist dann hast du eine Garantie fürs Leben“, sagte mein Vater damals immer und immer wieder.

Er war ja selbst ein Daimler-Arbeiter. Er hatte also viel Einfluss auf meine damalige Entscheidung und er sollte recht behalten. Er kam als Gastarbeiter nach Deutschland und war – wie sicherlich viele Gastarbeiter zu jener Zeit – sehr stolz darauf, ein Teil dieses Unternehmens zu sein. Das hat er natürlich erfolgreich auf mich übertragen. Ich trage diesen Virus seit dieser Zeit in mir. Will ich davon geheilt, befreit werden… NEIN!

Das mache ich

Ich durfte 1995 meinen Anteil einbringen, hier in Bad Cannstatt etwas Tolles auf die Beine zu stellen. Nun, inzwischen sind 20 Jahre vergangen … wir fertigen weiterhin erfolgreich Zylinderköpfe. Während dieser Zeit nahmen die Zylinderköpfe natürlich verschiedene Formen an, die Arbeitsabläufe und die Leistung unserer Produkte wurden besser und effizienter, die Gruppenarbeit hatte sich auch bei uns erfolgreich etabliert und natürlich hatte auch ich bisher schöne Erinnerungen mit vielen Kollegen und Vorgesetzten, die kamen und gingen.

Ach ja,…. auf einen Vorgesetzten aus der damaliger Zeit können wir Cannstatter natürlich besonders stolz sein. Auf unseren jetzigen Vorstandsmitglied Prof. Dr. Thomas Weber. Ein besonderer Mensch, den ich 1995 als unseren neuen Werkleiter des Motorenwerks kennenlernen durfte. Wir wussten schon damals, dieser Mensch … einer von uns … ein Schaffer, der wird es zu was bringen beim Daimler. Er hat mit seiner andauernden positiven Ausstrahlung sicherlich sehr viel zu einer guten Atmosphäre in Cannstatt beigetragen und meine Entscheidung nochmals unterstrichen. Er hat mich besonders motiviert, wie wahrscheinlich viele andere Kollegen auch.

Ich bin also gerne in Cannstatt im Motorenwerk. Daran hat sich bis heute nichts geändert …

Nach einem Gespräch mit der Blog-Redaktion dachte ich mir:  Ich will auch so einen Blog!!! Ich will auch meine „Erfolgsgeschichte“ erzählen. Heute mache ich hier den Anfang: ich will Meister werden – oder Fachwirt – zumindest will ich mich weiterbilden und verändern. Nach 20 Jahren beim Daimler.

Das macht Daimler

Übrigens … gleich nach diesem Gespräch habe ich meinen Meister mit meinem Anliegen konfrontiert. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich mit mir und meiner momentanen Situation nicht zufrieden bin, dass ich mich gerne weiterbilden möchte und dass ich bereit bin, mehr für dieses Unternehmen zu tun als ich es bislang getan habe.

Ich habe nach den ersten Anlaufstellen für eine Weiterbildung gefragt und habe eine positive Rückmeldung von ihm erhalten. Er hat sich Zeit für mich genommen, mir Mut gemacht. Fand ich super!

Am nächsten Tag habe ich die Personalabteilung kontaktiert. Auch da habe ich nur unterstützende Worte und Aufmunterung erhalten, meinen Weg zu verfolgen. Der Personalbetreuer meinte, er könne sich anhand der bisherigen Informationen ganz gut vorstellen, dass mir die Meisterausbildung liegen würde. Na dann, nächster Schritt: Die IHK vor Ort aufsuchen. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten stehen mir zu, was sind die Voraussetzungen?

Das will ich

Das ist also mein Ziel. Weiterbildung und Veränderung! Dafür braucht man natürlich viiiiiiiele Zutaten. Werde ich dem Miraculix gerecht werden? Wir werden sehen…

Es fühlt sich so an als wäre ein wildes Tier in einem eingesperrt, das jetzt gerne ausbrechen möchte. Wie wurde es nach 20 Jahren erweckt? Was war der Anlass dazu? Hmm…, ich kann es nicht genau beantworten. Ich weiß nur, dass ich etwas tun muss um glücklich zu werden. Ich hatte viele positive Erfahrungen bisher. Wo stünden wir ohne diese tollen Erfahrungen aus unserer Vergangenheit? Es ist ein Teil von uns und es ist unverzichtbar. Es gibt viele Entscheidungen die wir im Leben treffen müssen. Nun stehe ich vor etwas Neuem. Wie einige unserer Kollegen die sich in der selben Situation befinden. Ich möchte mich weiterbilden und da bin ich sicherlich auch auf die Unterstützung vieler Menschen angewiesen. Aber ich halte entschlossen daran fest. Wenn man im Leben ein Ziel vor den Augen hat, dann erreicht man es auch! Man muss es nur ernsthaft wollen!

Solche Beiträge und Erfahrungen, wie die des Kollegen Ayhan können unheimlich motivieren. Sie machen Mut. Sie können uns dabei helfen, dieses Tier aus uns raus zu locken. In meinem Fall hat es meine Entscheidung bekräftigt. Ich bin ihm dankbar. Inzwischen bin ich um ein nettes persönliches Gespräch mit ihm reicher. Ein wirklich interessanter Mensch dieser Ali Ayhan! Ich wünsche ihm viel Glück für sein weiteres Leben.

Ich werde für die Zukunft weiterhin das Beste geben. Mein nächster Schritt wird jetzt sein, dass ich die IHK Anlaufstellen in meiner Nähe aufsuche und mir die nötigen Informationen einhole. Einfach wird das ganze sicher nicht. Aber ich habe Mut und den Willen es zu schaffen. Wie viele meiner vorbildlichen Kollegen.

Ich halte euch auf dem Laufenden, versprochen!

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