Von der Wellblechbaracke zum Kindergarten

Sie kennen sicher diese kleinen Spendenboxen von Hilfsorganisationen, oder? Ich war 2012 auf einem Gospelchor-Konzert und entdeckte, quasi zwischen dem Ave Maria und Amazing Grace, auch so eine Box. Da soziales Engagement für mich schon immer eine hohe Priorität hatte, wollte ich die Geschichte hinter der Spendenbox erfahren.

Das war der Anfang, warum ich mich bis heute bei JAM (Joint Aid Management) engagiere. JAM Deutschland ist eine christlich-humanitäre Entwicklungsorganisation mit dem Ziel, Afrika in seiner Entwicklung zu einer wirtschaftlich gesunden, eigenständigen Region zu unterstützen.

Immer wieder engagierte ich mich bei kleineren Spendensammelaktionen bis es schließlich Zeit dafür war, gemeinsam mit JAM ein größeres Projekt in Angriff zu nehmen: die Sanierung der Kindertagesstätte „Mother’s Love“ in Johannesburg, Südafrika. Als Daimler-Mitarbeiter hatte ich auch schon den perfekten Kooperationspartner dafür im Sinn:

Der Förderfond ProCent

ProCent ist eine super Initiative von Betriebsrat und Unternehmen: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich beteiligen, spenden den monatlichen Cent-Betrag ihrer Nettolöhne. Das sind aufs Jahr hochgerechnet maximal zwölf Euro pro Mitarbeiter, die verschiedenen Hilfsprojekten im In- und Ausland zu Gute kommen.

Da das Unternehmen den zusammenkommenden Betrag noch verdoppelt, steht unterm Strich eine beachtliche Summe. Das eigentlich Besondere an dieser Spendenaktion steckt jedoch im Detail: Die Projekte, die unterstützt werden sollen, schlagen wir Mitarbeiter selbst vor.

„Mother’s Love“ – Kindertagesstätte in Diepsloot, Johannesburg

Als JAM mir ein Konzept für die Sanierung der „Mother’s Love“-Kindertagesstätte vorschlug, reichte ich dieses ein. Danach wartete ich nur auf die Antwort der ProCent-Entscheider: Wird dieses Projekt bewilligt?

Es hat zwar eine Weile gedauert, aber dann erhielt ich die positive Nachricht: Das Projekt wird mit 24.000 Euro finanziell von ProCent unterstützt. Der Umbau der Kindertagesstätte konnte jetzt also wie geplant stattfinden. Für die sogenannten „Makeovers“ hat JAM einen freiwilligen Helferstamm. Darunter sind auch viele Schüler, die diese Aktionen gerne ehrenamtlich begleiten. In einer Woche wurde dann aus einer alten Wellblechbaracke ein rundum erneuerter Kindergarten – mit Küchenecke, Spültoilette, Spielgeräten und Stühlen.

Kindergarten "Mother´s Love" In Johannesburg

Wenn man die Bilder der Sanierungsarbeiten sieht, wie ehrenamtliche Helfer Wände hochziehen, Zäune bemalen und Kinderspielgeräte in den Boden einbauen, geht mir das Herz auf. Die Kinder dort betrachten das als ihren größten Schatz. Diese Dankbarkeit steckt einen an und man sieht den eigenen Wohlstand plötzlich als Geschenk des Himmels – und nicht als Normalität. Da möchte ich auch mal als Helfer ehrenamtlich mitmachen – einfach selbst mit anpacken und den Menschen so helfen, die Bildung zu bekommen, die notwendig ist, um ihr Land später in ein ruhigeres Fahrwasser zu begleiten.

Hilfe zur Selbsthilfe

Neben den JAM-Bildungsförderungsprojekten kämpft die gemeinnützige Organisation aber vor allem gegen ein weiteres Problem: den Hunger. Für die Kinder vor Ort gibt es deshalb täglich eine Portion Hirsebrei, der alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe enthält, die sie für den Tag brauchen.

So bekommen die Kinder beides, Essen und Bildung. Diese zwei Aspekte sind unbedingt notwendig, um ein Land selbst aufzubauen, Strukturen zu schaffen, es zu bewirtschaften und unabhängig vom Ausland zu machen. Hilfe zur Selbsthilfe ist also ein sehr lohnender Ansatz, den jeder Mitarbeiter bei Daimler vorantreiben kann, und das für nicht einmal zwölf Euro als Pro-Cent Beitrag im Jahr.

Selbst aktiv werden

Indem man eine Patenschaft übernimmt, kann man mit 48 Euro beispielsweise ein Kind in Südafrika ein ganzes Jahr lang ernähren. Ich werde bei ProCent in absehbarer Zeit wieder einen Antrag stellen, damit wir, die Mitarbeiter und das Unternehmen, Kinder glücklich machen können und die Selbstversorgung eines Landes durch gebildete Kinder vorantreiben.


Mehr Informationen über das ProCent Projekt hier.


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Er arbeitet in der Buchhaltung im Werk Sindelfingen. Gut mit Zahlen umgehen zu können, hilft bei der Organisation eines ProCent Projektes auf jeden Fall.

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