Mit Erasmus+ nach Aksaray

Am Beginn meiner Ausbildung habe ich nicht damit gerechnet, auch einen Einblick in die internationale Daimlerwelt zu bekommen. Aber zurück zum Anfang: Die Entscheidung, eine Ausbildung bei Daimler zu machen, fiel mir nicht schwer.

Mein Heimatort Wolfhagen ist nicht weit entfernt vom Werk in Kassel und Mercedes-Benz, als eines der größten deutschen Unternehmen, ist ein zukunftssicherer Arbeitgeber. Nach der Ausbildung werde ich als Fertigungsmechaniker in der Montage eingesetzt. Dort ist es meine Aufgabe aus kleinen Bauteilen das fertige Produkt zu montieren, welches letztendlich beim Kunden landet.

In meiner bisherigen Ausbildungszeit habe ich schon vieles mitgenommen. Neben der Teilnahme an verschiedenen Entwicklungsworkshops und der Kinderstadt Sternental, mein persönliches Highlight: der dreiwöchige Azubi-Austausch mit dem Werk in Aksaray in der Türkei.

Erfahrungen im Ausland

Angefangen hat alles Mitte Januar, als mein Ausbildungsmeister auf mich zukam und fragte, ob ich mir einen Austausch im Ausland vorstellen könnte. Ich war zuerst sehr überrascht, aber fühlte mich geehrt, dass er mich so etwas fragte. Natürlich konnte ich mir so einen Austausch sehr gut vorstellen.

Ein paar Wochen später bekamen wir die Info, dass es für den Azubi-Austausch noch zwei Plätze gab. Wir sollten uns nun überlegen, ob  wir an dem Austausch teilnehmen wollten. Mit einem geeigneten Auswahlverfahren wurden ein paar Tage später die zwei Plätze unter den interessierten Auszubildenden verlost – und ich hatte Glück!

Blick über das Mercedes-Benz Werk in Aksaray

Im Mai durfte ich also für drei Wochen in das Mercedes-Benz Werk nach Aksaray. Um gut vorbereitet in den Austausch zu starten, besuchte ich eine Schulung zum Austauschprogramm im Werk Düsseldorf. Dort traf ich auf andere Auszubildende, die auch an dem Austausch-Programm teilnahmen.

Im Flugzeug zum Azubi-Austausch

Anfang Mai war es endlich soweit: Mein Kollege und ich starteten unsere zwölfstündige Flugreise von Frankfurt über Istanbul nach Nevsehir. Von dort aus fuhren wir nach Aksaray zu unserer Unterkunft, wo der Ausbildungsmeister Cevicli Cenker uns schon erwartete.

Nach 12 Stunden Flug in Nevsehir angekommen

Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben!

Von ihm bekamen wir wichtige Infos und eine Stadtführung in seinem privaten Auto. Wir waren in einer Wohnung untergebracht, in der immer mal wieder Studenten wohnen und wir uns selbst versorgen mussten.

Am nächsten Tag ging´s dann richtig los: Wir lernten das Werk kennen und zwei Auszubildende haben uns betreut und geholfen. Egal wo wir hinkamen, waren die Leute sehr nett und aufmerksam, sodass man sofort das Gefühl hatte, einer von ihnen zu sein. So eine Gastfreundschaft habe ich selten erlebt!

Anpacken in der Produktion

Unsere Aufgabe bestand darin, unser Heimatwerk Kassel mit dem Werk Aksaray zu vergleichen und unsere Erkenntnisse mit Hilfe einer Präsentation weiterzugeben. Außerdem packten wir in der laufenden Produktion mit an, um ihren Ablauf und die Arbeiter besser kennen zu lernen. (Von zu Hause waren wir einen Arbeitstag von acht Stunden gewohnt, hier dauert er zehn Stunden.)

Anpacken bei der Produktion

Weltkulturerbe, Ankara und „Picknick“ mit Azubis

Jeden Mittag gab es in der Kantine ein super Essen, welches für die gesamte Belegschaft gratis war. In unserer Freizeit machten wir uns mit dem Land bekannt: Wir besuchten Einkaufzentren, das gebirgsartige Weltkulturerbe Kappadokien, und Ankara. Außerdem waren wir gerne in der Stadt unterwegs oder entspannten im Park.

Einmal wurden wir von den einheimischen Auszubildenden zum „Picknick“ eingeladen. Bei uns würde man dazu wohl eher „grillen“ sagen. Wir hatten eine Menge Spaß an diesem Tag, aber leider war er einer der Letzten in Aksaray. Dass die drei Wochen so schnell vorbeigehen, habe ich am Anfang nicht gedacht.

Im Park beim Picknicken mit den Azubis

Die Zeit verging wie im Flug

Der Abschied fiel mir schwer, da wir in den drei Wochen zu einem guten Team zusammengewachsen sind. Also ich im Flugzeug Richtung Heimat saß, habe ich den gesamten Austausch noch einmal Revue passieren lassen. Die fehlende gemeinsame Sprache machte die Kommunikation manchmal schwierig. Der Austausch hat mir jedoch gezeigt, dass man sich auch ohne Worte verständigen kann. Ich muss ehrlich sagen, dass ich in den drei Wochen sehr viel dazu gelernt habe.

Rückblickend war der Austausch eine Zeit mit überwiegend positiven Erfahrungen. Ich habe viel Spaß gehabt, neue Leute und eine fremde Kultur entdeckt und versucht, sie zu verstehen. Wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich noch einmal an diesem Erasmus+ Programm teilnehmen möchte, würde ich sofort ja sagen!

Eine unvergessliche Zeit mit vielen neuen Eindrücken


Anmerkung der Redaktion:

Erasmus+ ist ein EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Es ist im Januar 2014 in Kraft getreten und läuft bis zum Jahr 2020. Hier weitere Informationen


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Er macht eine Ausbildung zum Fertigungsmechaniker im Werk Kassel.

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