Mit Flüchtlingen auf Augenhöhe

Die Flüchtlingskrise ist in unserem Alltag in der Medienlandschaft derzeit allgegenwärtig. Diese Problematik besteht jedoch nicht seit gestern, sondern bereits seit mehreren Jahren. Die SG Stern ist hier seit langem aktiv. Erst vergangene Woche hat sie einen Sporttag für Flüchtlinge organisiert.

Auf welche Erfahrungen ich zurückblicken kann

Soziales Engagement gehört bei der SG Stern zur Alltagskultur und liegt dem Verein schon immer am Herzen. Bereits 2013 wurde der erste Sporttag für Flüchtlinge umgesetzt und so wurden bereits Spendengüter gesammelt, deren Transport organisiert und durchgeführt. Etwa ein Dutzend der Kollegen hatten hier bereits die Möglichkeit wertvolle Erfahrungen zu machen.

2014 wurde dieses Engagement in die AG „Soziale Projekte“ überführt. Die Idee und gleichzeitig ein persönliches Entwicklungsziel: alle der rund 45 hauptamtlichen Mitarbeiter der SG Stern engagieren sich in verschiedenen sozialen Einrichtungen in insgesamt vier Projekten in den Bereichen Senioren, Kinder und Asylbewerber.

Welche Absicht dahinter steht

Soziale Verantwortung übernehmen, Perspektiven wechseln, Widersprüche überwinden und nicht zuletzt Gutes tun. Wir wollen anpacken, anderen Menschen helfen und nicht bloß zuschauen.

Als Sportverein sind wir ebenfalls enorm auf das Ehrenamt angewiesen. Die Suche nach Helfern und engagierten Mitgliedern, die unsere Sparten mit Leben füllen und den Sportbetrieb erst möglich machen, beschäftigt uns täglich. Wie können wir Menschen überzeugen, sich in der wertvollen Freizeit für unseren Verein zu engagieren? Schließlich war Zeit nie so kostbar wie heute.

Der Schlüssel ist Wertschätzung, Teamgeist und Einfühlungsvermögen. All diese Attribute können wir nur leben, wenn wir selbst anpacken, als Vorbild agieren und durch eigene Erfahrungen lernen über den Tellerrand hinaus zu schauen – wie bei unseren Social Days.

Was aus den Projekten geworden ist

Im Sommer 2015 machte das Projekt Senioren den Start. An drei Terminen unterstützten elf SG Stern Deutschland e.V. Mitarbeiter das Betreuungspersonal im Altenpflegeheim Burghalde Sindelfingen und erlebten bei gemeinsamen Spielen, Spaziergängen und Unterhaltungen mit den Heimbewohnern einen ganz besonderen Tag.

Aus diesen Erfahrungen konnten meine Gruppe und ich vieles Lernen und in der vergangenen Woche, am 17. September, beim Sporttag für Flüchtlinge in Stuttgart direkt anwenden. Zehn Mitarbeiter verschiedener SG Stern Standorte und der Dachorganisation haben das Programm gestaltet.

Insgesamt knapp 60 Flüchtlinge aus der Caritas Flüchtlingshilfe und der AGDW in Wangen hatten die Möglichkeit, verschiedene Sportarten und Stationen in Kleingruppen zu absolvieren und auszuprobieren. Hierbei stand der Spaß am Sport im Vordergrund und deshalb gestalteten wir die Stationen ungezwungen und unkompliziert.

Ziel war die Vermittlung einer offenen Willkommenskultur. Wir wollen den Menschen aufzeigen, dass sie Teil unserer Gesellschaft geworden sind. Sportvereine bieten einen Ausweg aus dem harten Alltag ohne Arbeitserlaubnis mit wenig sozialen Kontakten und kaum Perspektive. Im Sport sprechen alle Menschen die gleiche Sprache und auf dem Spielfeld zählt weder Herkunft noch Hautfarbe, noch Religion. Es gelten die Regeln des Spiels und des menschlichen Miteinanders.

Wie der Sporttag ankam

Diese Frage habe ich mir im Vorfeld schon gestellt. Aber meine anfängliche Unsicherheit war vollkommen unbegründet. Als die Fußballschuhe geschnürt waren und der erste Volleyball flog, waren all diese Sorgen vergessen! Die Flüchtlinge waren unkompliziert und offen. Durch die flexible Gestaltung und bei der Planung berücksichtigten kulturellen Unterschiedlichkeiten war der Tag einfach genial.

Wobei wir schnell erkannten, dass es gar keine wirklichen Unterschiede gibt. Wir begegneten uns auf Augenhöhe, denn Sport verbindet! Schnell vergaßen wir, dass hier Menschen mit den unterschiedlichsten, unvorstellbarsten Geschichten vor uns stehen. Ich merkte, manchmal braucht es Kleinigkeiten, um Menschen eine Freude zu machen!

In den Gesprächen mit den Flüchtlingen erzählten sie von ihrer Heimat oder wie lange sie bereits in Deutschland sind. Ein junger Mann fragte mich, ob wir nicht noch Praktikanten suchen. Spätestens da wurde mir klar, dass ein Umdenken stattfinden muss.

Vor uns standen gebildete junge Menschen. Menschen, die an diesem Tag das Leid aus der Vergangenheit vergessen wollten. Menschen, die nach vorne blicken. Wir sollten ihnen eine Perspektive geben. Wir alle sollten Akzeptanz und Offenheit gegenüber den Flüchtlingen demonstrieren, sportliche Brücken bauen und vermehrt soziales Engagement in unseren Arbeitsalltag integrieren.

Welche Projekte dieses Jahr noch anstehen

Ein weiteres Flüchtlingsprojekt im Raum Baden sowie der Besuch eines Kinderhortes – mit sportlichem Programm – im Raum Kassel unter Mitwirkung von weiteren 24 SG Stern-Kollegen machen den Abschluss in 2015.

Unser Engagement soll selbstverständlich auch darüber hinaus weitergehen. Daher freue ich mich, dass die SG Stern in verschiedenen Gremien auch stets über weitere Konzepte nachdenkt und bereits gelaufenen Aktionen hinterfragt.

Auch im Nachhaltigkeitsbericht (2013) der Daimler AG wird das mit dem Satz „Nachhaltigkeit bei der Nachhaltigkeit“ angesprochen. Diesen haben wir uns zu Herzen genommen. Wir bleiben am Ball und ich persönlich freue mich, dass ich einen Arbeitgeber habe, der es mir ermöglicht meine soziale Kompetenz zu stärken und diese Themen im Arbeitsalltag verankert.


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Leiter der Geschäftsstelle der SG Stern in Rastatt

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