Wirtschaft + Informatik ≠ Nerd

Nach meinem Abi stand ich vor der „Qual der Wahl“, was ich studieren sollte. Eins war mir klar, ich wollte mich von der Masse der BWLer abheben. Da war Wirtschaft plus Informatik für mich genau das Richtige, da auf dem Wirtschaftsgymnasium Informatik zu meinen Lieblingsfächern zählte.

Außerdem wollte ich nicht „nur normal“ studieren, sondern von Anfang an auch in der Praxis unterwegs sein, am liebsten bei einem großen, globalen Unternehmen mit tollen Produkten und einem guten Ruf. Da war Daimler als weltweit erfolgreiches Automobilunternehmen für mich „das Beste oder nichts“. Inzwischen studiere ich IMBIT im 4. Semester und es macht noch immer Spaß wie am ersten Tag.

Mit einem guten Bauchgefühl ins Studium

Natürlich hatte ich vor Studienbeginn trotz aller Vorfreude auch Bedenken, was auf mich zukommen würde. Diese wurden allerdings schnell aus der Welt geschafft, als mich meine „Patin“ aus dem vorigen Jahrgang herzlich in der „Daimler-Familie“ willkommen hieß und alle meine Fragen beantwortete.

Den absoluten Vorfreude-Kick gab mir dann die Einführungswoche, in der ich bei einem tollen Rahmenprogramm, neben vielen wichtigen Informationen über das Unternehmen, auch alle Betreuer und Studenten super gut kennenlernen konnte. Das hat einen riesen Spaß gemacht. In nur einer Woche sind wir richtig eng zusammengewachsen und machten „Different Stars, one horizon“ zu unserem Motto.

Seminar 3

Der Mix macht´s

Los ging es mit einer Theoriephase an der DHBW in Stuttgart. Durch Vorlesungen sowohl aus dem wirtschaftlichen als auch aus dem IT-technischen Bereich ist es sehr abwechslungsreich. Meine Sorge nicht ausreichend Vorkenntnisse mitzubringen, löste sich schnell in Luft auf. Bei nahezu allen Themen, z.B. Methoden der WI, Softwareentwicklung, Rechnersystemen usw. stiegen wir zunächst mit Grundlagen ein.

Ich bin überrascht von der guten Balance zwischen Theorie („Frontbeschallung“) und Praxis in Form von Aufgaben bearbeiten. Beispielsweise erstellte ich in Programmiervorlesungen eine eigene Kochrezept-Webseite und entwickelte in einer Fallstudie in Gruppenarbeit ein Terminvereinbarungs-System. Außerdem finde ich es ziemlich interessant, dass teilweise Vorlesungen auf Englisch gehalten werden, wozu extra native speakers eingeflogen werden. Für mich ist das der perfekte Mix aus Wirtschaft, Informatik und Internationalität.

Als Wirtschaftsinformatikerin wird man häufig in die Schublade der „Programmierenden Nerds im Keller“ geschoben. Absolut zu Unrecht, denn meine Aufgaben waren bisher sehr abwechslungsreich, spannend und in jedem Praxiseinsatz komplett verschieden: vom Prozesse analysieren, Daten bereitstellen, Projekte planen, Konzepte optimieren bis hin zur Einführung von Software. Dabei hätte ich nicht erwartet, dass man als Wirtschaftsinformatikerin, neben den eigentlichen Kern-Aufgaben, auch so viele Abstimmungen mit Teamkollegen, externen Entwicklern und den Fachbereichen hat.

Durch die Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten, die der Daimler-Konzern bietet, gewann ich bereits Einblicke in die IT Governance, in die Produktions-IT (Cars und Vans), in die IT-Infrastruktur und aktuell in die IT für Finance und Controlling. Bei allen bisherigen Einsätzen kam, trotz aller Arbeit, der Spaß nie zu kurz. Sei es durch kleine Erledigungen, bei denen man die Gelegenheit bekommt die Autos aus dem eigenen Fuhrpark zu erleben oder auch durch eine Runde Schokofondue mit den liebgewonnen Kollegen in der Mittagspause.

Ein unglaubliches Erlebnis

Niemals hätte ich mir erträumen können, was für ein unglaubliches Erlebnis der Auslandseinsatz sein würde. Wer bekommt schon die Gelegenheit in New York, der Stadt die niemals schläft, arbeiten und wohnen zu können? Ich kann mich noch gut erinnern, als nach wochenlangen Vorbereitungen der Tag gekommen war, an dem ich ziemlich aufgeregt zum ersten Mal alleine ins Unbekannte flog. Schon als ich ankam, war ich von der Skyline, dem Geruch von Hotdogs, dem Großstadttrubel, den vielen Lichtern und der anderen Lebenskultur überwältigt.

Der dichte Verkehr auf meinem täglichen Arbeitsweg von Manhattan nach Montvale war allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig, dagegen ist der Stuttgarter Verkehr ein Traum. Am Standort Montvale wurde ich von meiner Betreuerin herzlich empfangen, bekam meine eigene coole „Box“ als Arbeitsplatz zugewiesen, startete klassisch mit einem Frühstücks-Bagel und durfte in den folgenden Wochen die gesamten Daten für den Aufbau eines Lieferanten-Management Systems bereitstellen. Zugegeben, die Arbeit war manchmal ein wenig monoton, aber das Endergebnis war den Aufwand Wert.

Am Mittagstisch auf der Arbeit und auch im Wohnheim lernte ich direkt andere Praktikanten und duale Studenten kennen, aus denen sich bis heute richtig gute Freundschaften entwickelten. Eines meiner persönlichen Highlights war, dass die Fußball-WM zum Anlass genommen wurde, kleine Barbecue Events mit Public-Viewing in der Mensa zu veranstalten und so konnte ich, bei Deutschland Spielen, „unsere Jungs“ kräftig mit anfeuern. Noch heute bin ich sehr dankbar für diese wertvolle Auslandserfahrung.

Die eigenen Grenzen überwinden

Wenn ich die letzten zwei Jahre Revue passieren lasse, stelle ich fest, was man auch für eine persönliche Entwicklung durchlebt – von der Schulbank direkt mitten ins Berufsleben. Ich finde es gut, dass man immer wieder durch kleine Herausforderungen, wie eigenverantwortliche Aufgaben oder Präsentationen, gefordert wird und daran wächst.

Auch durch verschiedene Events, wie etwa das viertägige Outdoor-Seminar zum Thema „Kommunikation und Kooperation“, in dem wir im Hochseilgarten die eigenen Grenzen überwinden konnten und Unmögliches gemeinsam möglich machten, wurde immer wieder für Abwechslung gesorgt. So standen wir letzten Endes doch ganz oben auf einer Leiter, die uns anfänglich unbezwingbar erschien, genau wie im Berufsleben. Oft sind es eben auch die kleinen Momente, die das Studium ausmachen.

In der IT genau an der richtigen Stelle

Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell. In den letzten zwei Jahren habe ich sehr viel Neues über die Wirtschaftsinformatik, insbesondere in einem Großkonzern, erfahren. Ich habe ganz unterschiedliche Einblicke und Erfahrungen bei Daimler gesammelt und super-nette Arbeits- und Studienkollegen kennengelernt.

Die Tatsache, dass mein Umfeld überwiegend männlich ist, war für mich nie ein Problem, sondern ganz im Gegenteil, ich empfinde es als eine sehr angenehme Arbeits- und Studiums-Atmosphäre. Ich bin schon ganz gespannt, was das dritte und letzte Jahr des Studiums noch mit sich bringt und freue mich schon auf meinen Einstieg. Für mich steht aber jetzt schon fest, dass ich hier bei Daimler in der IT genau an der richtigen Stelle bin.


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Sie studiert dual International Management for Business and Information Technology (IMBIT) an der DHBW in Stuttgart.

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