Duale Karriere im Spitzensport

Wie wählt ein Leistungssportler seinen Beruf? Bekommt man Hochleistungssport und Berufsausbildung unter einen Hut? Welche Möglichkeiten bieten Arbeitgeber? Alles Fragen, die ich mir vor gut zwei Jahren stellte, als es darum ging, was ich beruflich konkret machen wollte. Ach ja, ich bin 23 Jahre alt und Boxer im Fliegengewicht. Mein großes Ziel ist die Olympiateilnahme 2016 in Rio.

Bereits in meiner schulischen Laufbahn, am Julius-Springer-Berufskolleg in Heidelberg, war für mich klar, dass ich irgendwann mal eine Ausbildung mit wirtschaftlichem Schwerpunkt machen möchte. Ich hatte großen Spaß am Unterricht und mein Interesse für dieses Themengebiet war sehr groß.

Wie der Zufall es wollte, habe ich über meinen sportlichen Lebensweg Herrn Immel, den Niederlassungsleiter Mannheim- Heidelberg- Landau, kennen gelernt. Er hat mir angeboten, meine sportliche Karriere mit einer Ausbildungsstelle zu verbinden. Dies ist nicht selbstverständlich für ein Unternehmen, zumal ich als Kaderathlet viele Wettkämpfe und Trainingslager absolviere. Dieser Aspekt der dualen Karriere war mir jedoch sehr wichtig, denn die Chance auf Olympia hat man nicht zu jeder Zeit im Leben.

Daimler unterstützt den Sport

Zum einen hat mich Mercedes schon immer sehr interessiert und fasziniert. Die Tatsache, dass Daimler ein großes und globales Unternehmen ist, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle; es gibt hier vielfältige Berufs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Zum anderen ist Daimler (hier speziell die Mercedes-Benz Niederlassung Mannheim-Heidelberg-Landau) eines der wenigen Unternehmen, die eine Kooperation mit dem Hochleistungssport und auch mit dem Olympia-Stützpunkt Heidelberg führt. Diese Tatsachen sind für mich, bei meiner Ausbildungswahl, sehr entscheidend gewesen. Denn sowohl eine erfolgreiche Sportlerkarriere als auch eine erfolgreiche berufliche Zukunft sind für mich die wichtigsten Aspekte im Leben, nach meiner Frau und meiner Familie.

Ausbildungsberuf Industriekaufmann

Was erwartet ein Beruf von einem Menschen und was hat in Gegenzug dieser Mensch an Fähigkeiten für diesen Beruf zu bieten?

Ich erkundigte mich also nach den offenen Ausbildungsstellen und entschied mich für den Industriekaufmann. Nach dem Bewerbungsverfahren und den Einstellungstests wurde ich bei Daimler angenommen und habe im September 2013 meine Ausbildung als Industriekaufmann begonnen. Bei der Mercedes-Benz Niederlassung gibt es, wie in anderen Unternehmen, viele verschiedene Abteilungen, die ihren Beitrag zum Gesamterfolg leisten.

Mein Ausbildungsberuf umfasst so gut wie alle diese Abteilungen, angefangen beim Vertrieb und Marketing, bis hin zum Personalwesen und der Buchhaltung.

Während meines Ausbildungsweges durchlaufe ich die Abteilungen und führen nach Abschluss (ca. ein bis zwei Monate) ein individuelles Ausbildungsgespräch mit dem jeweiligen Ausbilder. Nach drei Jahren Ausbildungszeit entscheidet man sich für eine dieser Abteilungen und hat dann eine Chance auf eine Übernahme, wenn in diesem Zeitraum eine Arbeitsstelle in der Abteilung frei ist.

Meine duale Karriere

Mein Tag beginnt mit einer Frühtrainingseinheit um 8:00 Uhr am Olympiastützpunkt in Heidelberg. Je nachdem was auf meinem Trainingsplan steht, muss ich entweder in der Halle mit meinem Trainer Technik-/Taktiktraining durchführen oder aber Lauf- bzw. Krafttraining absolvieren. Nach 1,5 Std. ist diese erste Einheit für mich beendet und ich fahre in die Mercedes-Benz Niederlassung, entweder nach Heidelberg oder nach Mannheim. Mein Arbeitstag dort geht in der Regel von 10:00 bis 16:00 Uhr.

In zwei Monaten komme ich ins dritte Ausbildungslehrjahr und habe in meiner bisherigen Zeit schon einige Abteilungen durchlaufen, darunter beispielsweise Customer Relationship Management (CRM), Kaufmännische Auftrags- und Reparaturabwicklung (KAR) und Flottenverkauf, um nur einige zu nennen. Meine Aufgaben in den einzelnen Abteilungen waren sehr vielfältig: Beim CRM habe ich beispielsweise eine Liste mit Kundendaten aktualisiert. In der KAR-Abteilung habe ich unter anderem Rechnungen für Kunden erstellt, die ihre Fahrzeuge zur Reparatur abgegeben haben.

Nach sechs Stunden mentaler Arbeit geht es für mich wieder mit der physischen Anstrengung weiter. Um 17 Uhr steht die nächste Trainingseinheit auf dem Programm, bei der erneut 100% von mir abverlangt wird. Dann steht meistens Partnerarbeit, Sparring oder Gerätearbeit auf meinem Trainingsplan. Der Verlauf ist abhängig von meiner Trainings- und Wettkampfphase. Wenn ich auch diese zwei Stunden in der Boxhalle überstanden habe, heißt es endlich auch für mich Feierabend und ich kann nach einem zehn- Stunden-Tag nach Hause zu meiner Frau. Sie ist auch Leistungssportlerin in der Disziplin Boxen.

Dann heißt es Regeneration und Erholung für den nächsten Tag. Fünf Mal die Woche steht dieses harte Programm an. Am Samstag führe ich dann ebenfalls beide Trainingseinheiten durch und kann mich dann am Sonntag den ganzen Tag erholen, um in der folgenden Woche wieder voll durchzustarten.

Dank der Unterstützung meiner dualen Karriere durch meinen Arbeitgeber habe ich nun auch sehr gute Chancen, mein großes Ziel zu erreichen und bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro teilzunehmen.


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