Von der Rohbauplanung ins Studienförderprogramm

„Helen, hast du Interesse an einer Werkstudentenstelle bei Daimler in Sindelfingen?“ – „Hmm, muss ich mal darüber nachdenken.“ Was dann folgen sollte: Sindelfingen. Südafrika. Daimler Student Partnership Programm. Nein, ich kann mich wirklich nicht beklagen, ich habe schon schlechtere Entscheidungen in meinem Leben getroffen. Aber zuerst einmal zurück auf Anfang.

Nach kurzer Überlegung und einem Vorstellungsgespräch startete ich mit meiner allerersten Werkstudententätigkeit überhaupt im Betriebsmittelbau im Team „Innovation & Steuerung“ in Sindelfingen. War das mein absoluter Traum? Ehrlich gesagt, nein. Klar, im Schwabenländle kennt man den Daimler, aber so wirklich darüber nachgedacht, ob das was für mich wäre, hatte ich noch nicht. Aber ich war neugierig und beschloss, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Während den kommenden acht Monaten verbrachte ich also – neben meinem Studium (International Project Engineering) – zwei Tage die Woche in Sindelfingen. Dort konnte ich Einiges dazulernen, arbeitete in einem jungen und motivierten Team und wurde nebenbei liebenswert von meinen Kollegen mit leckerem Essen versorgt. Good choice.

DIE Chance: Südafrika

Und dann bot sich mir die Gelegenheit, mein praktisches Auslandssemester in Südafrika bei Mercedes-Benz in der Rohbauplanung zu absolvieren. Absolut genial! Seit Jahren hatte ich davon geträumt, nach Südafrika zu reisen und nun hatte ich tatsächlich die Chance bekommen, ganze sechs Monate dort zu verbringen.

Also packte ich meine Koffer und machte mich voller Erwartungen und Spannung auf. Die erste Lektion, die ich dort lernte: Hätte ich besser mal einen Pullover mehr eingepackt. Denn auch in Südafrika kann es kalt sein.

Zwei Mädels in der Rohbauplanung

Mit meiner Praktikantenstelle hatte ich so richtig Glück. Insgesamt waren wir rund 25 deutsche Praktikanten am beschaulichen Standort in East London, gelegen an der Ostküste Südafrikas. Dass es nun gleich zwei Mädels in die Rohbauplanung verschlagen hatte, war erst einmal eine Attraktion für die Südafrikaner.

Mit regem Interesse wurden wir nach unserem Herkunftsort und Studium befragt und wie es denn dazu käme, dass wir im Rohbau landen würden. Amüsiert beantworteten wir all die Fragen und schon bald wurden wir mit dem traditionellen südafrikanischen Handschlag begrüßt. Dass wir ein gewisses Wiedererkennungspotential hatten, wenn wir durch den Rohbau gingen, gefiel mir ziemlich gut.

Elefant, Löwe, Giraffe und Co.

Und auch sonst, gefiel es mir ziemlich gut. Wenn wir nicht arbeiten waren, übernahmen wir erfolgreich die südafrikanische Braai – Tradition, das lockere Grillen in größerer Runde, oder fuhren mit unseren Autos übers Wochenende weg. Und was das angeht, hat Südafrika so einiges zu bieten. Ein Wochenende verbrachten wir irgendwo im Nirgendwo, ohne Strom und fließendes Wasser, in einem Dorf, das nur zu Fuß erreichbar ist. Ein anderes Mal wanderten wir 40 km an zwei Tagen, am Meer entlang, über felsige Küsten und durch Sanddünen. Natürlich durften Elefant, Löwe, Giraffe und Co. auch nicht in der Sammlung fehlen.

Je mehr Action, desto besser. Von Bungeejumping über Quad-Fahren und Sprung aus dem Flugzeug, ich konnte mich einfach für alles begeistern.

Fallschirmsprung

Interesse am Studienförderprogramm DSP?

Gegen Ende des Praktikums, sprach mich mein deutscher Betreuer darauf an, ob ich nicht Interesse am Studienförderprogramm von Daimler (Daimler Student Partnership, kurz DSP) hätte. Ich war während meiner Zeit in Sindelfingen schon über den Begriff gestolpert und fand, dass sich „persönliche Betreuung, individuelle Förderung und Einblicke in verschiedene Unternehmensbereiche“ während des Studiums vielversprechend anhörten.

Gesagt, getan. Die Empfehlung für das Programm war geschrieben und ich flog nach sechs einzigartigen Monaten voller Action und mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen nach Hause.

Vom Südafrika-Modus ins nächste Abenteuer

Drei Tage später hatte ich eine E-Mail vom DSP-Team in meinem Postfach, mit der Bitte, meine persönlichen Unterlagen und ein Motivationsschreiben an sie zu versenden. Noch etwas überfordert von der allgemeinen Situation, wieder zurück in Deutschland, noch im Südafrika-Modus und bereits im neuen Semester angekommen, machte ich mich an die Arbeit.

Von da an ging es Schlag auf Schlag: Online-Test, Telefoninterview, Auswahltag. Gefühlt im Ein-Wochen-Rhythmus bekam ich Nachricht. Ganz schön viele Auswahlschritte, die man da zu durchlaufen hatte.

Der Auswahltag

Freudig und zugleich etwas angespannt blickte ich dem Auswahltag entgegen. Wer und was mich da wohl erwartete? Überrascht wurde ich von der freundlichen, lockeren Atmosphäre und von Aufgabenstellungen, die meinen Ehrgeiz weckten. Ich hatte den Eindruck, dass, selbst wenn ich nicht ausgewählt werden würde, ich viel aus diesem Tag mitnehmen könnte. Am Abend erhielt ich dann Feedback – ich hatte es geschafft! Ich wurde ins Programm aufgenommen. Ein bisschen stolz war ich ja schon.

Die Annual Conference

Gleich am nächsten Tag folgte der nächste Anruf, die zweitägige Annual Conference für alle DSP- Mitglieder stand in der folgenden Woche an und mir wurde auch gleich der Termin für das Start-up Trainings-Wochenende, das noch im selben Monat stattfinden sollte, mitgeteilt. Ich war von der Schnelligkeit beeindruckt.

Bei der Annual Conference traf ich dann gleich die anderen Teilnehmer des Auswahltages wieder, die es ebenfalls geschafft hatten. Die Organisatoren hatten sich ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Workshops, einer Werksführung, Simulationen im Smart und vielen Möglichkeiten zum Gespräch mit den anderen überlegt. Zwei gelungene Tage, die mir einen ersten Eindruck gaben, was die Mitgliedschaft im DSP bedeuten konnte.

Und wie geht es jetzt weiter? Hoffentlich spannend und lehrreich.

Abschließend bleibt noch offen: Sindelfingen. Südafrika. DSP. Sindelfingen?


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