Schlips adé

Es ist Rekordsommer, Temperaturen bis zu 40°C. Der Asphalt in der Daimler-Zentrale in Untertürkheim scheint bereits zu kochen. In den Büroräumen blasen die Ventilatoren auf Hochtouren. So müssen sich also unsere südafrikanischen Kollegen im Sommer fühlen! Mitleid mit den Schlipsträgern ist da vorprogrammiert. – A propos: Wo sind die eigentlich?

Schlips adé! – Manschettenknöpfe sind das neue Oma.

Chinos, Poloshirts und Sommerkleider so weit das Auge reicht. Hemden in sommerlichem zitronengelb oder mintgrün. Klar, den anzüglichen Minirock sucht man hier (gottseidank) noch vergebens, aber auch mit Jackett und Krawatte wird man hier auf dem Werksgelände schon beinahe zum Paradiesvogel – und das „beim Daimler“, dem Urgestein der Automobilindustrie. Dem traditionsreichen Großkonzern mit fast 280.000 Mitarbeitern weltweit. Genau dieser Daimler kann doch bunter und lockerer als vielleicht erwartet. Das ist auch kein bloßer Sommertrend, das ist ein gewollter Kulturwandel, zurück zum Startup-Spirit.

Die Generation Y hält Einzug ins Unternehmen.

Da ist Platz für Individualität gefragt. Kleider machen Leute war gestern – heute zählt Persönlichkeit. Plötzlich erhält die Spezies Anzugmensch viele verschiedene Schattierungen und bekennt öfter Farbe. Diese Vielfalt bietet die Chance, als Team mehr zu erreichen, als das wozu jeder allein in der Lage wäre. Der Kulturwandel nimmt seinen Lauf.

Da darf der Vorstandsvorsitzende von Daimler auch gerne mal mit einer Kollegin Tandem fahren und den Schlips zu Hause lassen um mit der Generation Y auf einer Wellenlänge zu reden, geschäftlich wie privat.

Dieter Zetsche mit Generation Y im Rahmen eines Town Hall Meetings in Untertürkheim

Dieter Zetsche mit Generation Y im Rahmen eines Town Hall Meetings in Untertürkheim

„Mir ist egal ob wer im Kostüm oder im Taucheranzug zur Arbeit kommt – Hauptsache er macht seine Arbeit gut“, meinte Kommunikationschef Jörg Howe neulich auf der COM-Townhall. Man munkelt, auch in Vorstandsmeetings werden heutzutage die Krawatten „vergessen“. Zugegeben, nett anzusehen waren sie schon immer, die stattlichen Herrenanzüge und schicken Damenkostüme. Ein Zeichen für Wohlstand und Erfolg.

Doch mit der neuen Generation hält auch ein neuer Trend Einzug ins Unternehmen, werden Selbstverwirklichung und Work-Life-Balance wichtiger als bloße Karriere. Die Grenzen zwischen beruflichem und privatem verschwimmen, und das nicht nur bei Daimler. Ein schwieriger clash of cultures für einige, für die anderen ein wichtiges Zeichen für eine junge und dynamische Unternehmenskultur.

Zukunftsplanung? Läuft bei Daimler.

Stillstand wäre ja auch langweilig; wer rastet, der rostet. Ohne Innovationen landen selbst große Unternehmen heutzutage schnell auf dem Abstellgleis. Sich immer wieder neu erfinden heißt nicht sofort, ihre Geschichte und Tradition zu verneinen und vergessen – es heißt bloß, dass sie den Fortschritt annehmen und in ihre Unternehmenskultur integrieren.

„Culture eats strategy for breakfast“

Das hat US-Ökonom Peter Drucker einmal gesagt. Das Management kann sich noch so zielführende Strategien für das Unternehmen ausdenken, solange die Unternehmenskultur dem entgegensteht, bleibt alles beim Alten. Das nimmt im Schlimmstfall dem ein oder anderen schon mal den Appetit.

Vermutlich ist es deshalb kein Zufall, dass das Top Management Meeting im Silicon Valley stattfindet, dem Mekka der Innovativen, sondern ein Zeichen an die Daimler-Mitarbeiter. Genauso wie der Digital Life Day, der Generation Y Day und der Diversity Day ein Zeichen setzen, für eine offene und flexible Arbeitskultur, bei der der Persönlichkeit des Einzelnen Rechnung getragen wird.

Ich schreibe darüber, weil es mich stolz macht, bei Daimler zu sein. Und welche Entwicklungen bei Daimler machen euch stolz?


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Als gebürtige Stuttgarterin studierte sie Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim und absolvierte bereits Praktika im Lokaljournalismus und in der PR, bevor es sie in die interne Kommunikation bei Daimler verschlug. Nebenbei engagiert sie sich in der Marketinginitiative MTP, wo sie unter anderem bereits als Chefredakteurin des Marketing-Fachmagazins Mehrwert www.mtp-mehrwert.de tätig war und den 3.400 Mitglieder fassenden Verein ein Jahr ehrenamtlich leitete.

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